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    May 14

    Zum Abschluss noch einen Eintrag

     
    Der Deutsche Olympische Sportbund hat das Kambodscha Projekt, nach meinem Wissen, abgeschlossen. Ich werde nicht nochmal für einen weiteren Einsatz hingehen. Ich habe meine Arbeit Vorort an meine kambodschanischen Mitarbeiterinnen, Trainer und CNVLD-Kollegen übergeben und mich damit verabschiedet. Ich hatte eine gigantische Zeit in Kambodscha, bin sehr viele Erfahrungen reicher und kann jedem nur einen Auslandsaufenthalt empfehlen!
    Ich möchte mich abschließend bei CNVLD und meinen Khmer"Mädels" Seyhan, Socheat und Sokounthea für die tolle Zusammenarbeit bedanken und dass sie so geduldig mit mir waren, auch wenn wir hier und da lernen mussten miteinander umzugehen - da ich zu hitzig war und sie etwas zu trääääge - wir haben uns angenähert, jeder hat vom anderen gelernt und ich bin stolz auf sie, was sie aus ihrem Leben gemacht haben und wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft.
    In der Schule "La Valla" hatte ich eine schöne Zeit mit den Lehrern und ich konnte ihre Fortschritte im Unterrichten sehen - La Valla ist eine Vorzeigeeinrichtung. Ich kann sie wärmstens empfehlen.
     
    Kambodscha 2007 ist abgeschlossen und damit schließe ich den Blog hier auch. Ihr könnt mich unter: romymaus@hotmail.com kontaktieren. Weitere Infos über den Behindertensport in Kambodscha und CNVLD gibt es auf: www.standupcambodia.org
     
    Liebe Grüße, Romy Mäuslein.
     
    February 27

    Urlaub, Urlaub, Urlaub!

     
    Erst war Dirk in Asien, nun war meine Familie drei Wochen in Kambodscha und Thailand zu Besuch. Deshalb hab ich mich auf dem Blog etwas rar gemacht, denn die letzten 3 Wochen war ich als Reiseleiter engagiert. Es war schoen, alle hatten eine gute Zeit, denke ich. Sie fanden Asien interessant, faszinierend, aber zeitweise auch anstrengend.
     
    Nach Phnom Penh, Siem Reap und einer Tuk Tuk Fahrt in die Provinz Kampong Chhnang sind wir zum ausspannen auf Koh Mak, einer Thai Insel nahe Kambodschas gefahren. Das ist wirklich eine Empfehlung. Die Insel hat eine winziges Doerfchen, entlang der Inselstrasse und man kann in einheimischen Restaurents essen, ist also nicht auf das Resort angewiesen. Finde ich persoenlich gut.
     
    Nun bin ich in Bangkok. Es ist eine laermende, pulsierende, im Verkehrschaos erstickende Stadt - aber dennoch hat sie was! Aber sie strengt mich an und nachdem ich mein final shopping erledigt habe, mache ich mich auf den Rueckweg nach Phnom Penh um meine Sachen zu packen um bald wieder ins gute alte Deutschland zu fliegen. In PP kuemmer ich mich nochmal um das uploaden der Bilder, hat leider nicht geklappt, werde aber noch einige Asienbilder der letzten 3 Monate auf den Blog tun.
     
     
    January 14

    Einmal durch Kambodscha!

     

    Nachdem wir gute 10 Tage in Kampot ausgespannt haben, waren wir Silvester/ Neujahr in Phnom Penh und sind am 02. Januar mit unserem Mopedchen wieder aufgebrochen - diesmal gen Norden.

     

    12 Tage waren wir unterwegs. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Und ich bin gerade sehr froh, wieder in Phnom Penh zu sein. Arg, ich hab die letzten Tage einen Kollar bekommen, den all-halbjaehrlichen! Ich freu mich diese Nacht auf mein Bett, in sicherer sauberer Umgebung unterm Moskitonetz.

     

    Wir sind von Phnom Penh Richtung Battambang, mit Unterbrechung in Kampong Chhnang bei Sokounthea, meiner CNVLD Mitarbeiterin und sind an dem Tag noch bis Pursat gefahren. Alles auf der National Road Nr.5. Kampong Chhnang Province ist eine wirklich schoene empfehlenswerte Region. Reisfelder und Palmen soweit das Auge reicht! Pursat ist ein staubiges Oertchen und macht wirklich den Anschein, als ob es ein Ort zum passieren ist!

    In Battambang waren wir mit einem deutschen Fotografen aus Phnom Penh verabredet. Er macht einen Videoclip fuer CNVLD ueber die Rennrollstuhlfahrer. In Battambang wollte er das Frauenteam filmen. Ich bin gespannt auf den Clip! Leider sind wir wieder nicht dazu gekommen, mehr um Battambang zu sehen, denn es draengte uns ein bisschen weiter gen Thaigrenze, da ich ein neues Visum brauchte. Battambang ist schoen, hat ein ganz bestimmtes Flair, einen schoenen Markt mit gutem Kaffee und Fruehlingsrollen. Die Reise ging weiter nach Sisophon. Oi was fuer ein Ort - roter Staub ohne Ende mit Dorfatmosphaere. Sie sind nicht wirklich Auslaender gewoehnt und schon keine, die Khmer sprechen. Es war zum Verzweifeln und schier unmoeglich das Gewuenschte zu bestellen! In Sisophon wurde mir das erste Mal die besondere Hotelart bewusst! Soviele Hotels und Gaesthaeuser ... als mich dann eine junge Dame ansprach, ne ganz ne nette, ob wir zusammen schlafen sollten, laechelte ich freundlich und verneinte und zweifelte lange, ob ich sie richtig verstanden haette - vielleicht war mein Khmer doch nicht gut genug?!?!?! Sie sprach kein Englisch, wie kaum einer in Sisophon. Gut, Dirk und ich teilten uns das Zimmer und auf dem Flur war Action.

     

    Am naechsten Morgen mussten wir nach Poipet. 60km ... auf einer roten Staub- und Buckelpiste. Es war anstrengend und schmerzhaft fuer den Ruecken, die Dailim, unser Mopedchen hielt durch und wir kamen in Poipet an. Eine furchtbare Grenzstadt - irgendwie haben Grenzstaedte eine ganz eigenes Flair. Und dazu kamen noch meine Erinnerungen von vor einem Jahr, als man mich so dreist abgezockt hatte, der Groll kam wieder hoch! 2 1/2 Stunden waren wir mit der Visaabfertigung beschaeftigt bis wir uns gleich wieder aufs Moped setzten und raus aus der Stadt fuhren. Wir hielten fuer einen Kaffee an, irgendwo in der Pampa. Wie gewoehnlich bestellten wir Eiskaffee. Dirk suchte ein Klo und kam zurueck, es widerte ihn an, es saehe aus wie im Mittelalter. Wir tranken den Eiskaffee. Und ich dachte mir so, na wenn er mal nicht krank wird, da er sich innerlich so straeubte! Wir waren bis zum spaeten Nachmittag wieder in Sisophon, die Kleider total rot und mit dem Gefuehl eien Staublunge zu haben. Wir schrubbten die Sachen auf dem Badboden. Dirk sprang in der Nacht auf, meinte ich solle mich nciht bewegen, ihhh, doch und wie schnell ich ausm Bett war, als ich nur was Schwarzes krabbeln sah - welch ein Held, er erlegte die Kakerlake! Urg ... ecklig! Und dann verbrachte er die Nacht auf dem Klo - hatte ich es doch geahnt! Dirk hat keinen empfindlichen Magen, aber ich bin der Ueberzeugung, wenn man sich straeubt etwas zu essen/ zu trinken, dann faengt man sich definitiv die Bakterien ein! Fuer ihn gab es einen Tag nur Cola und Kohletabletten. Und wir fuhren weiter gen Siem Reap. Wir wollten raus aus dem staubrotem Sisophon, aber die Teerstrasse wollte nicht beginnen. Nach 40km hielt Dirk an ... keinen Schritt wollte er weiter. Der Staub, die Anstrengung der Strasse, die Fahrweise der Kambodschaner ... Ich telefonierte und versuchte zu erfahren, wie die Strasse weiter sei - 150km rote Piste, Baustelle seit Jahren und die Gegend hatte absoluten Entwicklungshilfestatus!!!

    Also einen Tag noch mal im roten Staub! Dirk verfluchte unterwegs Hun Sen und sein Gefolge, der die arme Schweine entlang der 150km seit Jahren in dem Staub leben laeßt, weil er ein Abkommen mit Bangkok Airways hat, die Straße nicht zu bauen, da die Fluglinie als einzigste Siem Reap – Bangkok fliegt. Bei ausgebauter Straße wuerden natuerlich Fluggaeste ausbleiben. Die armen Kambodschaner rechts und links der Straße duerfte das einen Scheiß interessieren, aber rebellieren tut wohl auch keiner. Dirk meinte, er wuerde zum Terroristen werden. Er hatte einen absoluten Kollar! Und ich dachte mir, das Land ist nach wie vor ein Entwicklungsland! Aber selbst verschuldet irgendwo. Es sind so viele Millionen Entwicklungshilfe vor allem auch in den Straßenbau geflossen – es ist unverstaendlich. Aber gut, das ist Kambodscha. Wir waren ja auf unserer Tour um das Land zu sehen.

     

    Selbst auf dieser Piste hielt das Mopedchen gut durch, bis auf einen Platten den wir am allerersten Tag unserer Reise hatten, war bis dato noch nichts passiert. Es war ein treues Reisegefaehrt und fuer 40 US$ Leihgebuehr pro Monat und ca. 3 US$ Benzinkosten fuer einen vollen Tank fuer 200km war es wirklich eine guenstige Art zu reisen. Unterwegs auf der Holperpiste haben wir ein Schraeubchen verloren. Eine Dailim kann jeder reparieren und am Straßenrand hielten wir bei einem alten Khmer, der fuer 2000 Riel das Hinterrad abmontierte um das kleine Schraeubchen anzubringen.

     

    10km vor Siem Reap begann eine Teerstraße und als wir in die Stadt einfuhren, empfing uns eine 4-spurige Straße (die bis zum Flughafen raus ging). Siem Reap ist eine sich permanent wandelnde Stadt, es wird wahnsinnig viel gebaut. Und wenn man aus der armen Provinz kommt, dann wirkt dieser Prunk mit den rießigen Hotels und den Touristen so unwirklich. Siem Reap ist nicht Kambodscha – nicht Asien. Ich war ein Jahr nicht da gewesen und der Stadtkern um den Markt herum wirkt jetzt wie Klein-Bangkok die Kao San Road. Der Kunde ist Koenig und zahlt gern und freut sich ueber das westliche Angebot! Hmm.

    Dirk und ich fragen uns immer wieder – will man das sehen und erleben und schmecken wenn man nach Asien/ nach Kambodscha kommt? Man sollte doch wissen, dass es nicht authentisch ist und nicht so wie ein Kambodschaner isst und lebt. Kommt nicht deshalb aber ein Tourist um das zu erleben? Hmm. Nach Siem Reap kommen definitiv auch sehr viele Leute nur wegen Angkor Wat – der guten alten Hochkultur der Khmer! Was verstaendlich ist. Ich finde es faszinierend wie diese rießigen Bauten erschaffen wurden.

    Dirk war aber nicht so auf Tempel eingestellt und ich werde im Februar noch mal hinfahren, also zogen wir nach 2 Tagen von Siem Reap weiter nach Kampong Thom, gen Sueden auf der National Road Nr.7. Eine gut ausgebaute Straße – klar, die Zufahrt nach Siem Reap von Phnom Penh. Durch dicht bewaldete Gegenden fuhren wir. Wo deutlich zu spüren war, dass es den Menschen dort gut geht wegen der Holzvorkommnisse, aber auch Skulpturen wurden am Wegesrand gemeißelt. Es war eine schoene Tagestour. Kampong Thom allein ist wieder nur eine Durchreisestadt. Der Markt ist sehr schmutzig, das Essen eher nur mittelmäßig und mal wieder wurden wir immer und ueberall abgezockt. Selbst wenn wir ihnen das Gleiche wie der Khmernachbar zahlen wollten und schon in der Hand hatte, bekamen wir den „Barang“-Auslaender-Preis aufgedrueckt. Das ist nervig, aergerlich und man bekommt irgendwann das Gefuehl, dass man nur benutzt und ausgenommen wird. Es schmaelert die Freude!!! Wegen eines gesundheitlichen Knock-outs meinerseits mussten wir notgedrungen zwei Naechte da bleiben und machten einmal mehr die Erfahrung der Khmer-Hotels. Dirk fand heraus, dass das Hotel nicht nur 5 Stockwerke hatte, wie im Fahrstuhl zu sehen war, nein, es hatte 6! Und das 6. Stockwerk war ein Puff – alles schoen in Pink mit Postern und gemalten Frauenkoerpern an der Wand. Da fuhren also die jungen Damen, geschminkt und aufgebrezelt jeden Abend hin. Nur eine der Mädels sprach ein bisschen Englisch, es war also definitiv ein Business fuer Khmers. Hmm, ich frag mich nur, wie vereinbaren die Khmers die Prostitution mit ihrer Religion, ihrem Lebensstil … oder was erzaehlen mir meine Mädels eigentlich!?!? Aber ich will lieber von denen gar nichts anderes hoeren, sollen sie ihr anständiges zuechtiges Leben fuehren! Da ist mir wohler bei!

    Das Thema Prostitution ist ein Fass ohne Boden. Dazu mal ein anderer Bericht.

     

    Vor den Toren Kampong Thoms kehrten wir noch zum Fruehstueck ein. Reis mit Fleisch und eine Nudelsuppe, Standard, und dazu einen schwarzen sowie einen sueßen Eiskaffee – sehr lecker. Wir saßen in einem kleinen Cafe, mag ich jetzt mal sagen, es hatte noch was altes Franzoesisches. Vielleicht waren das aber auch die Maenner, die schwatzend und schlurfend rum saßen. Keine einzige Frau aß zu Fruehstueck, aber es war auch schon spät, 9.30 Uhr, deshalb, das franzoesische Flair. Khmers fruehstuecken in der Regel gegen 7.00 Uhr. Die Frauen waren bestimmt schon aufm Markt.

    Weiter ging’s bei uns von Kampong Thom nach Kampong Cham. Auch das war eine schöne Fahrt. Die letzten 30km durch Kautschuk-Plantagen, auf roten Straßen wieder … Wir hielten fuer einen Zuckerrohrsaft am Straßenrand. Es ist doch schoen die Sprache zu sprechen, denn es scheint fuer die Khmers in der Pampa einfach ein tolles Erlebnis zu sein, wenn ein Barang anhaelt bei ihnen. Und sie sind wissbegierig. In der Regel woher man kommt, wie alt man ist, ob Dirk und ich verheiratet sind (einfacher weise sind wir das meistens) und ob wir Kinder haben (manchmal ja – da kann man Geschichten erzaehlen! und muss aufpassen, dass man sich nicht verstrickt, aber wenn ich sag, wir haben keine Kinder, dann fragen sich die Khmer Frauen warum – ob alles mit ihm in Ordnung sei?!).

    Kampong  Cham ist ein netter Ort, liegt am Mekong und hat dadurch fuer mich etwas Flair, ist recht sauber, hat einen netten Markt mit gutem Kaffee und Fruehstuecksplaetzen – das ist das Wichtigste! Nahe der Stadt kann man über eine Bambusbruecke auf eine Mekong-Insel, wo angeblich die Chams, ein Urvolk der Khmer, leben, aber fuer mich sahen die Leute alle gleich aus und sprachen Khmer. Im Reisefuehrer stand, dass die Ueberfahrt 500 Riel koste – ja, 3000 Riel fuer bloede Auslaender wieder, auch fuer die die ihre Sprache sprechen – das sind die Momente wo man die Decke hochgehen koennte! Es geht nicht darum, dass es nicht viel Geld ist und wir es uns doch leisten koennen – was man dann so von anderen Auslaendern vorgeworfen bekommt – es geht ums Prinzip fuer mich! 3000 Riel steht in keiner Relation zu 500 Riel. Und warum meinen sie sich das Recht rausnehmen zu koennen und anzunehmen, bloß weil man in ihrem Land ist, sei man reich und dafuer koenne man schon solche Preise zahlen! Das Gefuehl, eine ausgenommene Weihnachtsgans zu sein, ist derart beschissen!

    Ein paar Kilometer weiter auf der Insel hatte sich unser Gemuet wieder beruhigt, denn die Bewohner waren sehr freundlich, laechelten und riefen „Bonjour“. Das ist eine schoene Stimmung.

    Wir hatten einen Platten. Der Reparaturmeister war ueber Mittag nach Hause gefahren. Na gut, dann warteten wir, ein kleines Mädel fuhr mit dem Rad los um ihn zu holen, in der Zeit gesellten sich die Anwohner zu uns und begannen sich rege mit uns zu unterhalten. Schoen war es …

    Das entschaedigte fuer die abgezockten 3000 Riel.

     

    In Kampong Cham blieben wir 2 Naechte, um dann weiter Richtung Kratie zu fahren. Der Weg dahin war erstaunlich gut, die Straße 73 ist neu asphaltiert und recht unbefahren und weit und breit keine Menschenseele, man faehrt durch abgerodetes Land. Das letzte Stueck der Strecke, 35km, war wieder eine buckelige staubige Piste – rot ueberall. Wir kamen in Kratie an … und ich hatte einen Kollar! Urg. Der Markt war ecklig, es gab nicht wirklich was zu essen, am Morgen gab es keine Kaffeestaende, was unglaublich war und ich hatte einfach genug. Die Leute fand ich bloed, sahen alle dreckig aus, verlotzt, warum machten die nichts aus sich?, sie sahen aermlich aus und ich hatte genug davon! Das war Kambodscha – ja. Ich konnte nicht verstehen, warum Kratie ein Touristenziel ist – wegen der Khmer-Delphine denke ich und weil es nett am Mekong liegt, aber sonst ist es ein dreckiges Oertchen. Grrr. Ich werd wohl nicht noch mal hin muessen.

    In der Nacht habe ich wieder Wache gehalten und aufgepasst, dass keine Tiere ueber uns her fielen oder Einbrecher durch die zuen Tueren kamen, ich hab den Gaesthaus-Kollar noch zu dem Dreck-Kollar bekommen und musste schleunigst gen Phnom Penh. Das hieß wir sind am Tag drauf 200km auf dem Mopedchen zurueck nach Kampong Cham, auf der National Road Nr. 7, gefahren. Die Straße ist nagelneu, fuehrt durch die abgeholzten Gebiete und kambodschanische Neubausiedlungen. Da haben sie bestimmt die Waldarbeiter umgesiedelt. Eine Nacht musste ich noch mal im 6 US$ - besten Hotel von Kampong Cham aushalten, Khmertoepfchen vom Markt essen. Oi, mir hat es gereicht und die letzten 130km zurueck nach Phnom Penh waren die laengsten.

     

    Aber nun – heho, sind wir wieder zurueck in der Zivilisation! Ich hab Nudeln mit Pesto gegessen und schon sah die Welt ganz anders aus.

    Mir wurde wieder bewusst, wie unterschiedlich eben die beiden Welten sind und im Moment war es einfach zu viel, zu lang und zu anstrengend geworden! Interessant waren die 12 Tage, empfehlenswert auch wenn man das Land und Leute sehen und kennen lernen will. Aber schoen ist was anderes! Man muss sich auf die Gegebenheiten einlassen und dann ist es schoen … und genauso sollte man eine Pause machen, wenn es zuviel wird.

     

    Das heißt, wir bleiben noch 1-2 Tage in Phnom Penh und machen uns dann auf den Weg nach Thailand, Trad und auf die Insel Koh Mak.

    Liebe Gruesse!

    December 20

    Wir machen Urlaub! In Kambodscha.

    Dirk und ich sind aufgebrochen. Wir haben Urlaub. Ich habe in Phnom Penh alles beendet. Die Arbeit ist meinerseits abgeschlossen. Die Berichte geschrieben und nach Deutschland verschickt und nun sind wir seit 6 Tagen unterwegs. Mit dem Moped, der alten Dailim von meinem Khmerlehrer aus Phnom Penh. Wir sind in Kampot gelandet und spannen hier erstmal aus. Wir haben das Glueck bei Bekannten im Haus zu wohnen. Sie haben dekadent ein Wochenendhaus in Kampot, am Fluss. Es ist genau das Richtige zum entspannen.Endlich kann ich ausschlafen, Buecher lesen, in der Haengematte alle Viere von mir strecken und die Zeit geniesen und den Luxus mal nichts zu tun. Sonst fuehrt uns unser Moped einmal am Tag zum Markt, es gibt lecker Seafood, einen Khmer Kaffee und spaeter noch einen Fruchtshake. Mehr brauche ich gerade nicht.

    Einen Reiseplan haben wir nicht, wir bleiben hier bis es uns langweilig wird, bis die Buecher ausgelesen sind und es uns weiter draengt.
    Bis bald ...
    December 14

    Ich bin fertisch!!!! :)

     
     
    Heute habe ich meine 4 Kisten nach Deutschland verschifft, sie brauchen 3 Monate und werden im März mit mir ankommen. Meine Berichte sind auch abgeschickt - ich habe Urlaub!
     
    Morgen früh schwingen Dirk und ich uns auf das orange Mopedchen und düsen durch Kambodscha und wir werden sehen, wo uns der Weg hinführt.
    Ab jetzt kommen Reiseberichte.
     
    Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit sende ich Euch, Gruß Romy
    December 13

    WOVD Standing Volleyball World Cup - Michael Hubers Eindruck

     

    Hier ist Michael Hubers Eindruck vom World Cup! Von ihm sind die meisten Bilder zum World Cup auf dem Blog. Vielen Dank an ihn nochmal.

    Viel Spaß beim Lesen.

     

    Zunaechst herzliche Gruesse aus Phnom Penh! Nach zwei unglaublichen Wochen und 1200 Fotos kommt hier mein erster Beitrag - natuerlich ueber den World Cup fuer Standing Volleyball. Es war eine sehr anstrengende, aber auch eine grossartige Zeit. Wie die Baelle gingen die Emotionen herauf und herunter und zum Schluss hat die Freude gesiegt. Aber hier kommt jetzt mein Bericht und ich wuensche viel Spass beim Lesen:

     

    Es ist Mitternacht in Phnom Penh. Vor einigen Jahren noch waere es undenkbar gewesen, um diese Zeit auf dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren, aber es hat sich vieles geaendert hier. Zahlreiche Restaurants sind noch offen und auf den beleuchteten Strassen tuckern die Motorraeder. Vor einigen Stunden ist der World Cup fuer Standing Volleyball – das heisst Volleyball fuer Behinderte und wird nicht im Sitzen sondern mit Prothesen ganz normal gespielt - zu Ende gegangen. Der deutsche Botschafter hatte seine Mannschaft nach ihrem Sieg ueber die Slowakei zu sich eingeladen und die kambodschanische Mannschaft ebenso. Sie haben Platz drei erreicht und ebenfalls eine Medaille erkaempft. Mit den Deutschen verbindet sie eine echte Freundschaft und dieser Abend zeigt das ganz deutlich. Wir essen gut und geniessen es, dass diesmal die Reden vor dem Dinner ausgefallen sind. Es ist schon sehr spaet und gegen Mitternacht verlasse ich diese entspannte Feier. Muede schleiche ich auf dem alten Fahrrad heim und schaue auf zwei sehr bewegte Wochen zurueck.

    Bei meiner Ankunft gerate ich direkt in einen Hexenkessel. Der Countdown fuer den World Cup ist schon ganz weit unten und der Stresspegel entsprechend hoch. Es ist ja nicht nur ein Ereignis unter anderen, sondern der erste World Cup in Kambodscha ueberhaupt. Fuenf Nationen werden als Gaeste erwartet – die Kambodschaner sind ja schon da.Die Regierung und das ganze Land schauen zu, was da abgeht und sie schauen ganz genau hin. Es ist ein historisches Ereignis und geeignet, dem Land gute Schlagzeilen zu liefern nach Minen, Korruption und Sextourismus. Aber dazu muss alles funktionieren und jeder direkt oder indirekt Teilnehmende angemessen beruecksichtigt werden.

    Chris Minko vom CNVLD (Cambodian National Volleyball League Disabled) hat fuer diese Aufgabe eine sehr kleines Team, aber sie arbeiten alle sehr effektiv. Mittlerweile liegen die Nerven blank und Freiwillige, zu denen auch ich gehoere, muessen neben ihrer Arbeit auch wieder etwas frischen Wind und Zuversicht einbringen. Es ist ein beeindruckender Haufen dieser Freiwilligen angetreten. Sie arbeiten hart – zum Teil auch rund um die Uhr. Das Stadion muss aufpoliert und sechs Raeume eingerichtet werden. Es ist ein architektonisches Schmuckstueck aus den Sechzigern, an dem der Zahn der Zeit sichtbar genagt hat. Die Weltorganisation fuer Volleyball fuer Behinderte (WOVD) hat hohe Standarts definiert und diese muessen ohne Gnade erfuellt werden. Das Material hat Christian Zepp mitgebracht – er ist der deutsche Trainer der kambodschanischen Mannschaft und wird vom Deutschen Olympischen Sportbund finanziert. Seit zwei Monaten ist er schon in Phnom Penh und trainiert die Nationalmannschaft. Ich wohne im selben Hotel wie er, aber dort kennt man ihn nur wenig. Er ist von morgens bis abends bei seinem Team, das in der Naehe in einem Haus in Klausur lebt. Ausser Essen – dem besten, denn Sopheap ist eine wunderbare Koechin – gibt es nur Volleyball in Theorie und Praxis. Socheat arbeitet mit ihm und uebersetzt alles ins Khmer.

    Bei den gemeinsamen Sitztungen verteilen Chris und Neil die Aufgaben und es geht kurz und knapp zur Sache. Listen werden abgearbeitet und die Telefone rauchen. Trotzdem passieren die vielen kleinen Katastrophen. Die Druckerei hat geschlampt, Termine werden  nicht gehalten und immer wieder kommen Sonderwuensche von den Behoerden. Ein Name stimmt nicht und ein ganzer Satz Druckstuecke wandert in den Abfall.

    Dann schweaermen alle aus. Auf Motorraedern, in Tuktuks und im LKW. Ich fahre mit und dokumentiere auch diesen Teil des Events. Neben mir sitzt Rob aus England, der hier in Kambodscha lebt. Eine von diesen Geschichten, die man hier in immer anderen Variationen hoeren kann. Er kommt aus London, wo er in einer weniger guten Gegend gelebt hat. Eines nachts sind Einbrecher in sein Haus eingedrungen und haben ihm sein eigenes Brotmesser in den Bauch gestochen. Danach hatte er dieses Leben satt und hat erst einmal seinen Freund Neil in Phnom Penh besucht – sozusagen um Distanz zu gewinnen. Nach vier Wochen musste er wieder heim, hat aber schon einmal sein ganzes Gepaeck in Phnom Penh gelassen.  Kurz darauf war er zurueck, hat eine Kambodschanerin geheiratet und ein Haus gekauft. Er lebt hier als freiberuflicher Buchhalter – seine Frau Srea ist Reiseleiterin. Das Londoner Wetter und das Brotmesser sind Vergangenheit.

    Wir fahren kreuz und quer durch die Stadt, holen Tafeln, Schilder, Topfpflanzen, Sonnenschirme und was auch sonst notwendig ist an den verschiedensten Orten ab. Bei dieser Gelegenheit komme ich zu Don Bosco und treffe Pater Leo. Es ist eine sehr herzliche Begegnung, auch wenn wir beide wenig Zeit haben. Die ganze LKW-Ladung muss ja noch ins Stadion und ist nur eine von vielen. Gleichzeitig wird im Hotel Goldiana, wo die fuenf Gastmannschaften absteigen werden, ein Buero eingerichtet. Hier koennen die Gaeste waehrend des gesamten Aufenthalts Auskuenfte bekommen. Auch Tuktuks oder Taxis koennen sie buchen. Ein Pendeldienst zum Stadion wird mit Bussen organisiert.

    Das alles in Phnom Penh ist bereits eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber als zusaetzlicher Kick kommt noch das Wasserfest hinzu, das mit der Ankunft der Mannschaften und der feierlichen Eroeffnung zusammenfaellt. In Phnom Penh ist es auf den Strassen nie wirklich langweilig. In den Rush Hours bricht regelmaessig alles zusammen und auch sonst ist das Verkehrsgeschehen mindestens anspruchvoll. Wenn jetzt zu dieser Situation noch einmal ebenso viele Besucher wie Einwohner einfallen, wird es unvorstellbar. Ich koennte mitten im Verkehr mein Fahrrad stehen lassen – es wuerde nicht umfallen, sondern langsam mit der Masse weiterrollen. Auch zu Fuss geht oft nichts mehr. Ein Bustransfer von wenigen Minuten wird dann ein abendfuellendes Programm. Es sei denn, man haette eine Polizeieskorte und auch das hat Chris geschafft. 

    Als erstes Team kommt das deutsche an. Wir begruessen sie im “Goldiana” und “Papa”, ihr Trainer, faellt uns in seiner herzlichen Art um den Hals. Die grosse Maschine dieses Unternehmens laeuft jetzt an. Und es geht gut. Jeder ist auf seinem Platz, als in den kommenden Tagen die Mannschaften ankommen. Trainingsplaene stehen bereits, Begruessungspakete werden ausgegeben, Busse warten und die ersten Meetings der eingeflogenen Funktionaere, Aerzte und Trainer finden statt. Die Augen blicken von der langen Anreise noch etwas muede in die fremde Umgebung, aber das legt sich bald. Fuer die Euroaeer und die Kanadier kommt auch noch ein enormer Klimawechsel hinzu. Aber die Zeitplaene lassen keine Luecke offen und alle machen sofort voll mit. Im Hintergrund laeuft die Organisation noch auf vollen Touren. Sokunthea ist die Uebersetzerin und Medienbeauftragte. Sie haelt sich trotz der zweiten durchgemachten Nacht immer noch aufrecht im Rollstuhl und verliert ihre Freundlichkeit nur, wenn sie auf Inkompetenz und Unzuverlaessigkeit trifft. Auch kleine Personen koennen eine grosse Persoenlichkeit haben. Sie gehoert zweifellos dazu.

    Parallel zum Training findet im Stadion die Klassifizierung der Spieler durch ein internationales Aerzteteam statt. Das ist bei behinderten Sportlern eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, denn trotz der vielen individuellen Unterschiede muss zum Schluss ein vergleichbares Niveau hergestellt werden. Daher dauert dieser Prozess auch entsprechend lange und in einer sehr respektvollen Athmosphaere. Ueber den Koerper eines Menschen zu urteilen hat schliesslich auch einen hohen Anspruch an Wuerde und Anstand.

    Am 24. November 2007 ist die feierliche Eroeffnung des World Cups 2007. Der Schirmherr ist Ministerpraesident Samdech Hun Sen  und er hat sein ranghoechstes Kabinettsmitglied, Exzellenz Sok An, geschickt. Sozialminister Ith Sam Heng  ist ebenfalls anwesend. Er und sein Sohn haben immer wieder Unterstuetztung geliefert. Die Medien draengen sich und die Sache wird live uebertragen. Zuerst sprechen die 30 anwesenden Moenche ihren Segen und die vertretenen Ministern ueberreichen Geschenke. Nach den Ansprachen und den Begruessungsworten tanzen 60 Apsara-Taenzerinnen den klassischen Tanz der Khmer. Alle auslaendischen Gaeste stehen auf dem Spielfeld hinter den Schildern ihrer Nation. Kinder der Lavalla-School fuer behinderte Kinder halten diese Schilder und tragen die nationale Tracht. Ein Tenor singt die kambodschanische Nationalhymne.

    Nach dieser Feier folgt das erste Match Kambodscha – Indien. Die Inder zeigen sich sehr schwach und Kambodscha siegt schnell und hoch. Die offiziellen Besucher verlassen das Stadion und von nun an laeuft die Sache nach dem grossen Plan, der in den vielen Wochen zuvor erarbeitet wurde. Drei Spiele pro Tag – insgesamt sind es 22 - dazwischen Training und immer wieder ein spezielles Ereignis am Rande. Die Busse pendeln und nach dem Wochenende wird alles einfacher, weil das Wasserfest zu Ende ist. Ueber zwei Millionen Besucher verlassen die Stadt in einem regelrechten Exodus.

    Ausser den Volleyballmannschaften aus sechs Nationen, der Organisation und den fleissigen Haenden im Hintergrund gibt es noch viele andere Beteiligte, die eine wichtige Rolle spielen. Das sind zunaechst die Rennrollstuhl-Teams des CNVLD. Sie sind alle erschienen und saeumen das Spielfeld an allen Tagen. Frueh morgens bei Sonnenaufgang trainieren sie auf dem Gelaende vor dem Stadion und fuer den Tag der Finale ist ein kurzes Sprintrennen geplant. Sie stehen daher schon um vier Uhr auf, verbringen den Tag im Stadion und werden erst nach dem letzten Spiel in ihre Unterkunft gefahren. Da wundert es kaum, dass manchmal jemand einfach im Rolli einschlaeft. Ihre Anwesenheit gibt dem Volleyballteam solidarische Unterstuetzung und sie sehen in den neuen Rennern praechtig aus. Unterstuetzung bringen aber vor allem die Zuschauermassen – sie kommen in Scharen. Das Stadion ist auch reichlich gefuellt, wenn Kambodscha nicht spielt. Der Laermpegel ist unbeschreiblich. Sie bringen Trommeln mit und benutzen praktisch alles, um die Spieler anzufeuern. Manchmal ist die Schmerzgrenze erreicht und die Ohren pfeifen. Natuerlich ist das am wildesten, wenn “Ihre” Leute spielen, aber die Zuschauer sind fair. Jede gute Leistung wird belohnt – in erster Linie zaehlt guter Sport. Fuer die Spieler ist das ziemlich ungewohnt, denn Standing Volleyball gehoert in anderen Laendern nicht unbedingt zu den Ereignissen, die die Strassen leeren. Natuerlich macht es Spass vor Tausenden von tobenden Menschen zu spielen und die Begeisterung ist gross. Ein World Cup in Kambodscha ist eben etwas anderes und schafft besondere Stimmungen. Greg Steward aus Kanada ist 2.15 Meter gross. Er ist hier ein Naturereignis und als Spieler gefuerchtet. Trotzdem siegt Kambodscha ueber Kanada. Und als Greg dann im Spiel der Kambodschaner gegen die Slowakei in voller Groesse mit einer kambodschanischen Fahne in der Hand auf der VIP-Tribuene aufspringt, bekommt er den Beifall seines Lebens. Er hat mit dieser Geste alle Herzen im Sturm erobert und sein Auftritt wird vom TV-Sender CTN in die Welt geschickt. CTN ist ununterbrochen dabei und sendet mehrmals taeglich Mitschnitte. Ueberall in Phnom Penh werde ich ueber den Verlauf der Spiele angesprochen.

    Gerade im Hinblick auf Greg und die kambodschanischen Spieler mutet es seltsam an, von gleicher Augenhoehe zu sprechen, aber im uebertragenen Sinn funktioniert es. Der World Cup ist hervorragend organisiert, kleine Probleme werden umgehend geloest und die Beteiligung seitens der Regierung, der Medien und der Oeffentlichkeit ist einzigartig. Der Gedanke, dass hier ein armes Drittweltland auch einmal versucht mitzumischen, ist voellig abwegig. Auch das sportliche Niveau Kambodschas kann sich sehen lassen. Die Favoriten fuer Gold sind Deutschland, die Slowakei und Kambodscha. Alle drei Mannschaften spielen auf demselben Level und letztlich sieht das Endergebnis auch entsprechend aus. Deutschland bekommt Gold, die Slowakei Silber und Kambodscha Bronze. Die letzte Spiele gehen so knapp wie moeglich aus und werden alle nach fuenf Saetzen mit jeweils nur zwei Punkten gewonnen. Knapper geht es nicht. Polen erreicht Platz vier, Kanada fuenf und Indien ist das Schlusslicht. 

    Den dritten Platz muessen die Kambodschaner gegen die Polen verteidigen, was ihnen auch gut gelingt. Zum Endspiel Deutschland – Slowakei bleibt das Stadion gefuellt und es gibt noch einmal einen unglaublichen Laermpegel. Bis zum Schluss harren alle aus und immer mehr Khmer ueben den deutschen Schlachtruf. Auch deutsche Fahnen sind begehrt – der Botschafter haette viel mehr davon mitbringen duerfen. Hier zeigt sich schon die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem kambodschanischen Team und den Sieg der Deutschen feiern beide Mannschaften gemeinsam. Papa wird von den Kambodschanern in die Hoehe gehoben, wie sie das mit ihrem Christian auch gemacht hatten. Dazu passt es auch, dass Christian der Schueler von Papa ist.  Ja, und dann ziehen sie nach der Uebergabe der Medaillen und der Pokale fuer besondere Leistungen gemeinsam in den Garten der deutschen Botschaft und feiern bis vier Uhr morgens.

    Die kambodschanischen Spieler freuen sich ueber ihre Medaille, die Regierung ueber die guten Nachrichten aus ihrem Land, Chris ueber den Erfolg seines Teams, die Gaeste ueber einen aussergewoehnlichen World Cup, die Medien ueber eine interessante Berichterstattung und die Zuschauer ueber eine Woche mit spannenden Spielen. Ich freue mich ueber meine Fotos aber mehr noch ueber die vielen kleinen Begegnungen, die zusammen etwas sehr grosses darstellen. Aber das alles waere eine neue Geschichte. 

     

    December 07

    Der 4. WOVD Standing Volleyball World Cup in Phnom Penh, Kambodscha vom 24.11. 2007 bis 01.12.2007

    "I survived in Cambodia" - die letzten 2-3 Wochen war ich für Freunde und Familie von der Bildfläche verschwunden. Hier bin ich wieder mit einem ausführlichen World Cup Bericht:

     

    Die Vorbereitungen liefen seit ca. 6 Monaten, seit 2 Monaten auf Hochtouren, die letzten 2 Wochen vor Beginn waren 100% dem Geschehen gewidmet und die letzten 2 Tage vor der Eröffnungsveranstaltung waren Ausnahmezustand.

    Ich wusste bis dato nicht, dass man ohne viel Schlaf, ohne wirklich zu Essen, nur mit Kaffee so extrem viel Arbeiten kann. Jeder von uns hatte einen 15 – 20 Stunden Tag, in der Regel nur mit einer 45min Mittagspause. Der permanente Arbeitsstoff ließ das Adrenalin auf gleichem Level bleiben, wenn die Energie nachließ, half der starke schwarze Khmer-Kaffee und zur Not eine Behandlung bei unserem Team-Chiropraktiker.

     

    Es war eine gigantische Veranstaltung!

     

    Das CNVLD Team bestand aus unseren 4 Khmer Mitarbeiterinnen:

    Sokounthea – zuständig für die Medien und die Kommentation während der World Cup Spiele.

    Seyhan – zuständig für die Rennrollstuhlfahrer und Assistentin der Internationalen Schiedsrichter am Schiedsrichterpult.

    Socheat – zuständig für die Kambodschanische Nationalmannschaft.

    Pheary – zuständig für die Logistik und den Transport der Mannschaften und Offiziellen.

     

    Des Weiteren gehörten zum Team:

    Chris Minko – der Direktor des Welt Cups

    Neil – zuständig für die Logistik, den Aufbau, die Koordination und die Kommentation während der World Cup Spiele.

    Julie – zuständig für die Finanzen.

    Michael – ist der Haus-und-Hof-Fotograf von CNVLD.

    Christian – der National Trainer

    Aaron - CNVLD Chiropraktiker

    Romy – zuständig für die WOVD und lokalen Schiedsrichter und den Ablauf der Welt Cup Spiele

    Sowie rund 20 nationale und internationale ehrenamtliche Helfer.

     

    Vorbereitung

     

    Am Donnerstag, den 22.11.2007, bezogen wir das Olympia Stadion in Phnom Penh. Ich bot Chris meine Hilfe an, denn ich hatte soweit meine Arbeit erledigt und nichts Wichtiges für Donnerstag zu geplant. Was für ein Fehler J. Ab da an kam ich nicht mehr aus dem Stadion raus!

    Viele Kleinigkeiten mussten noch erledigt werden. Der Schiedsrichterstuhl wurde neu gestrichen, die Flure und Umkleiden noch mal neu getüncht. 1000 kleine Jobs. Und „by accident“, durch Zufall, lief ich den WOVD (World Organisation Volleyball for Disabled) Schiedsrichtern über den Weg, die auf der Suche nach einem CNVLD Mitarbeiter waren. Ab da an hatte ich meine Aufgabe für die kommenden 10 Tage.

    Das Stadion war gut ausgestattet, aber auf dem Spielfeld mussten noch viele kleine Dinge erledigt werden. Drei A4 Seiten mussten innerhalb von 4 Stunden abgearbeitet werden, Lösungen ausgedacht und kleinere Erfindungen gemacht werden. Die Netzstangen auf dem Feld mussten gepolstert werden, die Linien im Stadion neu abgeklebt, die Lampen an der Decke repariert, die elektronische Anzeigentafel in Gang gesetzt und unter anderem 24 Ehrenamtliche Helfer organisiert werden. Das Equipment ließ noch etwas zu wünschen übrig. Wir hatten keinen Buzzer für die Trainer, um den Schiedsrichtern Auszeiten und Wechsel anzuzeigen. Für die ersten Tage habe ich die Klingeln der Fahrräder in meinem Haus abgeschraubt. Später wollten wir eine elektronische Hausklingel benutzen, aber aus welchen Gründen auch immer funktionierte sie nur in bestimmten Ecken des Stadions. Somit mussten die Trainer die altbewährten Handzeichen benutzen. Als Anzeigenschilder für die Auswechselspieler hielten Tischtennisschläger her, bedruckt mit den Ziffern. Und Abtropfbehälter aus der Haushaltwaren Abteilung im Supermarkt wurden zurechtgeschnitten und umfunktioniert, um die Tischtennisschläger einzusortieren.

    Die größte Herausforderung für mich, während des gesamten World Cups war, Ehrenamtliche zu finden. Von Anfang bis Ende war mein Anliegen Kambodschaner auf dem Spielfeld zu haben, denn die Spiele waren „Live on Air“. Ich wollte keine „Western Kids“ als Balljungen, Linienrichter und Wischmobber haben, denn es war schließlich ein kambodschanisches Event. Über die kommenden 8 World Cup Tage kostete mich diese Aufgabe viele graue Haare, Herzrasen und stressige Momente. Für die Eröffnungsspiele hatte ich CNVLD Volleyballspieler verpflichten können. Obwohl Kambodscha erfolgreich gespielt hatte, waren sie nicht willig am nächsten Tag wiederzukommen. Nicht, wenn wir ihnen nicht 5$ pro Tag zahlen würden, zu den Kosten die wir sowieso schon übernahmen. Nach immerhin schon 17 Stunden Arbeit an dem Tag, Organisiererei und Rumgerenne war das zuviel für mich. Ich schickte sie heim. Ich war frustriert und fertig mit den Nerven. An diesem Abend, es war immerhin schon 22.00 Uhr, musste ich 12 neue Balljungen etc. organisieren. 23.30 Uhr hatte ich sie halb sicher an Board. Ich weiß noch, dass ich an dem Abend in den Wein-Club der WOVD Schiedsrichter aufgenommen wurde, nachdem ich mich endlich hinsetzen konnte und Mitternacht das erste Essen zu mir nahm. Das war der Eröffnungstag und genauso liefen die folgenden Tage ab.

     

    Eröffnung und Welt Cup Beginn

     

    Die Eröffnungsfeier war ein Erfolg. Alle CNVLD Rennrollstuhlfahrer und Volleyball Athleten waren da. Die La Valla Kids standen in der ersten Reihe und repräsentierten die Flaggen und Länderschilder für die Internationalen Offiziellen, Schiedsrichter und Teams.

    Der World Cup wurde durch buddhistische Mönche gesegnet. Die Minister waren anwesend, die Botschafter wurden eingeladen.

     

    Deutschland, Indien, Kanada, Polen, Slowakei und Kambodscha nahmen an dem 4. WOVD Standing Volleyball World Cup teil.

    Das Eröffnungsspiel wurde zwischen Kambodscha und Indien bestritten und damit hatten die Kambodschaner einen sehr guten Start. Sie gewannen überlegen 3:0.

    Täglich waren Spiele um 10.00 Uhr, 16.00 Uhr und 18.00 Uhr. Die ersten 5 Tage waren die Vorrundenspiele bei denen jeder gegen jeden spielte. Kambodscha gewann gegen Indien, verlor gegen die Slowakei und Deutschland, gewann danach gegen Polen und im letzten Vorrundenspiel gegen Kanada. Team Kanada war der amtierende Weltmeister. Somit war es ein Riesenerfolg für das Kambodschanische Team, Kanada zu bezwingen.

     

    Deutschland und die Slowakei waren die Favoriten, Kambodscha wurde als Dritter schon geahndet. Aber in den Playoffs war immer noch alles drin. Leider verlor das Kambodschanische Team knapp im 5. Satz gegen die Slowakei und somit war der Traum vom Finale ausgeträumt … die Kambodschaner hatten sich hochgespielt, sind während des Wettkampfes immer besser geworden und waren umso enttäuschter, dass es dann doch nicht reichte. Aber ich muss sagen, alle Achtung, am nächsten Tag standen sie motiviert auf dem Platz und haben um Platz 3 gegen Polen gekämpft und überlegen gewonnen.

     

    Der Finaltag war ein voller Erfolg. Kambodscha belegte Platz 3 und Deutschland erkämpfte sich in einem 5-Satz-Match den Sieg, nachdem die Slowakei mit nur noch 3 Punkten dem Sieg nahe war. Deutschland ist Weltmeister im Standing Volleyball.

    Und im Anschluss an die Zeremonie gab es einen Empfang in der Deutschen Botschaft und danach feierten die Deutschen und die Kambodschaner zusammen bis in die frühen Morgenstunden.

    Es war ein gigantisches Fest gewesen!

     

    Welt Cup Verlauf

     

    Die Spiele wurden im Verlauf des Welt Cups immer besser, die Organisation von unserer Seite im Stadion sowie der Transport der Spieler und Offiziellen taktete sich ein und somit lief es von Tag zu Tag besser. Der Tag der Eröffnungsfeier und der Sonntag darauf waren komplizierter, denn es fiel zusammen mit dem Wasser Festival in Phnom Penh. Über diese Tage war Ausnahmezustand in Phnom Penh, 100 000te strömten in die Stadt. Es war schwierig für uns Equipment, Leute und Fernsehen für den Welt Cup zu bekommen. Alles und jeder war an der Riverside beim Wasser Festival. Ab Montag war es dann auch leichter hier und da den einen oder anderen Ehrenamtlichen zu finden. Obwohl das über die ganze Zeit hinweg ein schwieriges Unterfangen war und ich zweimal sitzen gelassen wurde und immer wieder neue Leute als Balljungen und Wischmobber angelernt habe … klingt nicht dramatisch, aber zu einem Welt Cup sollten auch die kleinen Jobs mit gewisser Präzision gemacht werden – man präsentiert sich - vor dem Publikum, CNVLD vor dem Weltverband und der WOVD weltweit. Also ich hatte schon den Anspruch von Perfektion, wer mich kennt, kann sich das sicherlich auch vorstellen. Deshalb war es immer wieder ein Keulenschlag, wenn ich zu hören bekam, dass meine Balljungen und Wischmobber am nächsten Tag nicht wiederkommen wollten. Grundsätzlich ging es ums Geld. Ich hab immer wieder versucht, Geduld und Verständnis zu üben, aber bei dem Arbeitspensum und dem Schlafmangel war das manchmal nicht möglich und die Enttäuschung über das Verhalten der Kambodschaner groß. In den Momenten hab ich mich gefragt, wofür, für wen und warum wir den Welt Cup eigentlich ausrichteten. Aber das waren Momente der Erschöpfung. Sobald man die Sportler gesehen hat und die ersten Zuschauer kamen, war das Adrenalin wieder da und es ging weiter.

     

    Bei den zwei Kambodscha-Spielen, als das Team verlor, machte ich eine neue Erfahrung. Das Publikum verließ mit dem Abpfiff des 2. Satzes das Stadion! Heee, das Spiel war noch gar nicht vorbei … dann begriff ich, dass in Kambodscha auf den Volleyballfeldern nur 2 Sätze gespielt werden. Nach den alten Regeln von vor 8 Jahren. Auch verließen die Kambodschaner sofort die Ränge sobald sie der Meinung waren, dass das Kambodschanische Nationalteam verliere.

     

    Auf der anderen Seite haben wir über die 8 Spieltage eine gigantische Stimmung im Stadion aufbauen können. Die Spiele wurden zum Teil live übertragen und gegen Ende hin kamen mehr und mehr Leute, die Spiele wurden besser und das Publikum heizte mehr ein. Irgendwann hielt es Chris nicht mehr auf den Rängen und er verteilte die kleinen Fähnchen, auch wenn sie vom Ministerium verboten waren, weil sie falsch bedruckt waren. Er teilte sie aus und das Publikum puschte das Kambodschanische Team im Spiel gegen Kanada zum Sieg. Es war eine gigantische Atmosphäre – tanzende, aufspringende und kröllende Khmers zu sehen. Die Akustik im Stadion war gigantisch. Zu den Highlight Spielen kamen an die 2000 Zuschauer und das Spiel um Platz 3, in dem Kambodscha gegen Polen kämpfte und gewann, war eine gigantische Party.

     

    Am Finaltag mit dem gigantischen Ergebnis: Kambodscha Platz 3 und Deutschland Platz 1 lud der Botschafter nach den Spielen in die Residenz zum Dinner ein. Es war eine tolle Atmosphäre und nachdem sich alle den Bauch mit Kartoffelsalat und Bratwürsten vollgeschlagen hatten, gingen wir gemeinsam tanzen. Es war richtig schön zu sehen, wie die kambodschanischen Spieler mit den Deutschen feierten.

      

    Rennrollstuhlfahrer

     

    Meine 35 Rennrollstuhlfahrer waren seit Freitag vor dem Welt Cup Beginn in Phnom Penh. Die gesamte Woche über trainierten wir jeden Morgen um 5.00 Uhr im Olympia Stadion. Ich muss sagen, das war hart für mich (die Uhrzeit) … aber mein Job. Die Rollifahrer mussten sich an ihre neuen Rennrollstühle gewöhnen. Und wir trainierten die 100m Sprints. Trotzdem kamen sie ein wenig zu kurz. Denn direkt nach dem Training hab ich meine Kleider gewechselt und musste im Stadion auf dem Spielfeld arbeiten, für die Spiele alles vorbereiten und während dessen die 1000 Kleinigkeiten erledigen, die die WOVD Schiedsrichter zu beanstanden hatten. Die Rollifahrer blieben in der Regel für die Volleyballspiele und sorgten auch für aufheizende Stimmung.

     

    Am Samstag, vor dem Finale, hatten die Rennrollstuhlfahrer ihren Auftritt. Wir hatten ein 100m Exhibition Race organisiert. Die neuen Rennrollstuhlsportlerinnen aus Battambang haben überraschend das Feld aufgemischt und vorallem auch die männlichen Sportler imponiert.

    Zu dem straffen Pensum, welches wir am Finaltag hatten, kam noch hinzu, dass einer der Rollisportler sich verletzte. Er war ohnmächtig geworden und aus dem Stuhl gekippt und hatte sich ernsthaft am Auge verletzt. Ich war gerade im World Cup - Hotel angekommen, wollte Frühstück-und-Mittag-Essen, als mich Neil anrief. Mir blieb der Bissen im Hals stecken, das Essen war wieder mal vergessen und fiel somit aus. Ich musste ins Stadion. Die Ambulance und unser CNVLD Arzt Aaron waren schon unterwegs. Aaron war ab da an den ganzen Tag beschäftigt Sophal, den Sportler, zu versorgen. Am Abend fuhren wir ihn wieder ins Krankenhaus, denn er sah so abwesend aus, er blieb zur Überwachung im Krankenhaus. Ich habe ihn am Sonntagmittag abgeholt und tatsächlich nach 3 Stunden mitnehmen können. Er war in Ordnung, „nur“ dehydriert und für mehr als 36 Stunden wohl ohne Nahrung gewesen. Die eigentlich simple Ursache war ganz schön kostspielig. Der Krankentransport kam 10$, das CT 70$, die Aufnahme im Krankenhaus 7.50$ und das Bett für eine Nacht 16.75$. Das kann ein Khmer sich ja gar nicht leisten! Kein Wunder, dass sie nicht ins Krankenhaus gehen, wenn sie krank sind!

     

    Die 10 Tage World Cup waren abwechslungsreich, gigantisch und wirklich ein Erfolg – ich möchte die Erfahrung nicht missen!

    Auch wenn ich noch ein Weilchen brauche um mich zu regenerieren. J

     

    Ich hoffe, die Bilder können die Atmosphäre etwas widerspiegeln. Die Bilder sind von Michael Huber (GER), Lars Dueerkop (GER), Doris Boettcher (GER) und  Aaron Root (USA).

    November 06

    Sieng Sokchan – Eine beeindruckende Persönlichkeit

     

    Sieng Sokchan ist 25 Jahre, sie lebt zusammen mit ihrem 4jährigen Sohn in Boengchhoul Village, Samoulsey Commune, Terrumket District in der Battambang Provinz – und sie ist die erste CNVLD Rennrollstuhl Trainerin.

     

    Seit ihrem 14. Lebensjahr ist sie querschnittgelähmt. Zum Khmer Neujahrsfest zündete ein Feuerwerkskörper fehl und traf ihr Rückenmark. Im Krankenhaus befahl ihr Vater dem Personal sie umzubringen, aber ihre Mutter warf sich ihm vor und sagte, wenn er die Tochter umbringen wolle, dann nur über ihre Leiche. In dem Moment konnte ihre Mutter sie retten, leider verstarb diese ein halbes Jahr später an Herzversagen und der Vater verstieß Sokchan. Sie wurde als Halbwaise mit einer Querschnittlähmung nach einem Monat Krankenhausaufenthalt im Paraplegiker Zentrum in Battambang für 6 Monate aufgenommen. Das war 1996.

    Der Vater hatte sie verstoßen und die ganze Familie schaute auf sie herab. Dieses Gefühl hat sich in ihrem Kopf und in ihrem Herzen eingebrannt. Im Paraplegiker Zentrum bot man ihr die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Das war ihre Motivation um am Leben zu bleiben und sie begann zu kämpfen. Später bekam sie die Möglichkeit in weiteren Organisationen in Battambang aber auch in Phnom Penh eine Lehre zur Schneiderin zu machen. Im Jahr 2000 schloss sie ihre Lehre in Phnom Penh bei der Organisation JICA (Japan International Cooperation Agency) ab. Sokchan ging zurück nach Battambang und arbeitete und lebte wieder im Paraplegiker Zentrum. 2002 heiratete sie einen Minibus-Fahrer. An ihrer Hochzeit nahm auch ihre Familie teil, ein sporadischer Kontakt besteht nach wie vor.

    Als ihr Sohn ein Jahr alt war, im Jahr 2004, hat sie bei der lokalen Organisation Digital Divide Data (DDD) Computer- und Englischunterricht genommen. Sie kam in ihrem Rollstuhl zu den Kursen und ihr Sohn war immer mit dabei. Die Leute um sie herum waren überrascht, dass sie einen Sohn hat, obwohl sie doch eine so schwere Behinderung habe und vor allem, dass sie einen Mann hatte. Von dem sie allerdings mittlerweile geschieden ist. Wieder einmal kam das meiste Unverständnis von ihrer Familie. Das Verhalten ihres Vaters ist für Sokchan nicht nachvollziehbar, da er selbst eine Behinderung hat – er ist an Polio erkrankt. Warum schaut er auf sie herab? Diese Frage beschäftigt sie am meisten.

     

    Seit September 2007 gehört sie nun zur CNVLD Rennrollstuhl Familie. Sie ist die Trainerin des Battambang Teams. 4 Mal die Woche kommt sie zum Training zum ICRC Center.

    Ihren Alltag managed sie mit Bravour. 6 Uhr verlässt sie zusammen mit ihrem Sohn in ihrem Handbike ihr Haus, gegen 7 Uhr kommt sie am ICRC Center an und frühstückt. Dann bereitet sie die Rennrollstühle für das Team vor und wartet auf die Sportlerinnen. Die meisten kennen sich aus dem Paraplegiker Zentrum, sie sind Freundinnen seit langer Zeit. Gegen 7.30 Uhr beginnt das Team mit dem Training. Sie beginnen mit Dehn- und Kraftübungen und trainieren anschließend auf der Straße die durch Battambang und weitere 4 Dörfer führt bis sie wieder zum ICRC Center zurückkommen. 7km sind es am Stück. Zurück im ICRC Center trainieren sie die Kurzdistanzen und beenden das Training mit einem ausgedehnten Dehnprogramm.

    Der Trainingsplan ist ausgerichtet auf Kurzdistanzen. Auf die Frage, warum sie die 7km durch Battambang trainiert, antwortet Sokchan: „Ich möchte, dass mein Team ausdauernder und kräftiger wird um Chancen beim nächsten ANZR – CNLD Wettkampf in Phnom Penh zu haben. Außerdem bin ich stolz darauf, im Rennrollstuhl trainieren zu können und möchte dies der Öffentlichkeit zeigen.“

    Nach dem 2 ½ stündigen Training fährt Sokchan mit ihrem Sohn nach hause und kocht das Mittagessen für ihre kleine Familie. Am Nachmittag arbeitet sie als Schneiderin.

    Auf die Frage, warum sie zum CNVLD Rennrollstuhlsport gekommen ist, antwortet sie: Ich weiß aus Erfahrung, dass Bewegung gut für mich, meinen Körper und meine Gesundheit ist. Ich habe früher im Paraplegiker Zentrum Basketball gespielt. Jetzt möchte ich wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Und in meinem Rennrollstuhl kann ich den Leuten in meiner Stadt zeigen, was ich trotz Behinderung leisten kann. Und dann habe ich nicht mehr das Gefühl, dass man auf mich herab schaut. Denn die Leute, an deren Häusern wir vorbeifahren sind beeindruckt von uns und fragen, ob sie uns helfen oder unterstützen können. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Ich fühle mich dadurch akzeptiert.“ Denn, so sagt Sokchan, früher war sie oft allein, sie hatte kaum Freunde, aber durch den Sport fand sie Anschluss zu anderen Frauen mit Behinderungen.

    Sie trainiert seit knapp einem Monat wieder und in dieser kurzen Zeit konnte sie feststellen, dass es ihr gut tut. Sie hat einen größeren Appetit, schläft besser und fühlt sich körperlich gesünder und gut. Das spiegelt sich in ihrer Selbstdarstellung dar. Sie wirkt selbstbewusst und hat ein strahlendes Lächeln im Gesicht.

    Im Paraplegiker Zentrum hat man vor Jahren mit dem Sportprogramm aufgehört, deshalb sind die Frauen des Battambang Teams froh über das CNVLD Rennrollstuhlsport Angebot. Mit der Hilfe der ICRC Mitarbeiter und einem harten Training hat Sokchan sich zum Ziel gesetzt, körperlich fit und schneller zu werden, um bei den nächsten ANZR – CNVLD Wettkämpfen um die ersten Plätze kämpfen zu können. Sie freut sich darüber, die Möglichkeit zu haben, wieder Sport zu treiben und gemeinsam mit Gleichgesinden zu konkurrieren.

    Ganz wichtig für sie ist, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, um zu zeigen, was sie kann! Sie fühlt sich geehrt, die Trainerin des Teams zu sein und möchte es zum schnellsten CNVLD Frauenteam machen.

     

    October 19

    Das war der September

     

    Dirk war hier. 4 Wochen. Und ist am 08. Oktober wieder zurück.

    Er rief mich heute aus Freiburg an und sagte „Romy, es ist so schön hier – man kann sich warm anziehen, mit dem Rad am Fluss entlang fahren im Morgentau, das Herbstwetter genießen und die eigene Wohnung!“

    Ja und ich habe heute ner Freundin geschrieben, dass ich es mir auch gerade schön vorstellen könnte, in einem Café zu sitzen, zu schnattern, draußen das Herbstwetter zu beobachten, die kühle Luft, … - ja das sind so Sehnsüchte die man hat. Wie sieht der Herbst gleich noch mal aus? Den 3. Herbst und Winter bin ich nun schon hier … klar vermisst man immer das, was man gerade nicht haben kann … aber man lernt es auch zu schätzen.

    Dirk war 4 Wochen hier. Ich denke, er kennt Phnom Penh ganz gut nun. Die ersten zwei Wochen hat er die Zeit genutzt zum lesen, rumtrödeln und entspannen. Ich war arbeiten. Zum Mittag haben wir uns beim Khmer getroffen. Aber auch aufm Markt waren wir viel – und dann gab es frisches Fleisch vom Markt J - Dirk wollte alles probieren, da es ja mehr als erschwinglich war. Also haben wir hervorragende Spaghetti Bolognese gekocht und ganz nach deutscher Manier noch 3 Gläser eingekocht – nicht für schlechte Zeiten, aber für Heimatgefühl-Zeiten J.

    Auch haben wir leckere Meerestiere und Fisch gegrillt und uns einen Hot-Pot gebastelt – über den kambodschanischen Grill eine Wokschale gelegt, da war ne Brühe drin und wir haben Fleisch, Gemüse und Nudeln zum garen reingelegt – hmmm, sehr lecker, sehr empfehlenswert und mit ein bisschen Fantasie auch nachbaubar J.

    Die 3. Woche waren wir in Battambang, im Nordwesten Kambodschas.

    Ich bin mit Seyhan, meiner Kollegin im Truck voller Rennrollstühle die 6 Stunden hochgefahren. Dirk ist parallel im Bus gesessen. Ich habe ein neues Team aufgebaut. Ein reines Frauenteam mit ganz jungen Mädels. Das sind wirklich Nette und ich hoffe, dass sie nächste Woche alle wieder kommen; es waren jetzt 2 Wochen Feiertage. Es war schön in Battambang – schön war aus Phnom Penh raus zu sein, aus der Hektik der Stadt. Schon die Mopeds fahren langsamer in Battambang. Aber sonst hat Battambang an sich nicht viel zu bieten. Eine herunterkommende Riverfront mit alten Kolonialhäusern, ein paar riesige Skulpturen an den „Stadttoren“. In der Umgebung gibt es einige Tempel, aber ich bin nicht raus gekommen. Ich habe vormittags und nachmittags gearbeitet, mittags waren wir zum Kaffee aufm Markt, dann noch was Essen abends und dann fielen wir auch schon ins Bett. Das Arbeiten im ICRC Rehazentrum und mit den Mädels auf der Straße, so ohne Aircondition ist ganz schön Energieraubend. Nach 7 Tagen Gästehaus haben wir uns auf meine Wohnung in Phnom Penh wieder gefreut, denn wenn man nicht in einem teuren Hotel wohnt, ist doch alles sehr basic und schmutzig nach ner Weile ... Zurück in Phnom Penh hatte auch Dirk die Töpfchen satt – sprich das einfachste Khmeressen J. Ja so kann es einem schon mal gehen nach ner Weile J.

    Die letzte Woche, die er hier war, wollten wir eigentlich noch Richtung Meer runter, aber wir hatten einfach keinen Bock mehr auf ein Gästehaus und blieben hier in Phnom Penh. Wir lebten in den Tag, gingen auf alle möglichen Märkte, waren shoppen und kleideten Dirk für den Empfang der deutschen Botschaft am 3. Oktober ein. Es ist möglich sich für 10 US$ Abendfein zu machen. Wir hätten es nicht gedacht. Aber auf dem Russenmarkt gibt es Anzughosen und Hemd für 10$, Schuhe haben wir bei „Beautiful Shoes“ geliehen (wo Dirk im gleichen Atemzug noch die Bestellung für 2-3 Paar Lederschuhe aufgab), die Hose war für 0.75 US cent umgenäht und mit ner schicken Uhr am Handgelenk war der Mann dann gut gekleidet für den Empfang. Ich hab ein Seidenkleid aus dem Laden einer Freundin getragen; sie war nicht da, wir konnten keines abnähen lassen, also hab ich es mir auch nur geliehen … und werde mein eigenes demnächst mal bestellen J. Ich hatte die unbequemen „Beautiful Shoes“- Schuhe von Chris’ Hochzeit von letztem Jahr an. Urg. Die sind nur für zwei Stunden Tragen gemacht – urg. So sind wir mit dem – geliehenen – Moped ins 5-Sterne-Hotel „Le Royal“ gefahren. Am Empfang gab man seine offizielle Einladung ab, begrüßte im Anschluss den Botschafter und Botschaftsangehörige, die aufgereiht am Eingang standen. Der neue Botschafter eröffnete den Abend mit einer Rede – es war eine etwas traurige Vorstellung, aber es ist ja vielleicht nicht jedermanns Sache. Egal, das war schnell vergessen, man ging zum Buffet und es gab Spätzle, Bratkartoffeln, eine Art Nürnberger Würstchen – ein Nürnberger sollte sie nicht probieren, sind keine Originale, nur kopiert J - und Rote Grütze mit Vanillesauce gab es u. a. als Nachspeise. Man suchte sich ein Plätzchen, hielt hier und da einen Schwatz, begrüßte ein paar Offizielle und hörte nicht auf die schmerzenden Füße – es war eine Stehparty … und es gab, wie jedes Jahr, keine Messer – sondern nach Khmerart Löffel und Gabel J.

     

    Dirk hat nun, denke ich mal, einen Eindruck vom Expat-Leben hier in Kambodscha bekommen … und er hat festgestellt, dass der Lärm wirklich krank machen kann, der permanente Geräuschpegel, das Gehupe, das Gekreische des Nachbars Kind – im Winter wird wohl doch nix aus der Mopedtour durch Kambodscha. Dirk meinte, er will zum Meer J und Ruhe J. Ja, dann bin ich wahrscheinlich auch reif dafür.

     

    Es hat sich ergeben, dass Seyhan alleine mit den Rennrollifahrern nach Bangkok zu den ASEAN Paragames gehen wird. Das ist auch gut so. Es wird eine gigantische Erfahrung für sie sein. Kon Kang wird der Head Coach sein. Darauf bin ich stolz. Dann kann man ihnen nur noch wünschen, dass sie gut abschneiden. Ich werde versuchen, sie mit einem Trainingsplan darauf vorzubereiten. Aber sie müssen dem auch folgen! Dafür werde ich nächste Woche von Team zu Team gehen und eine Motivationseinheit mit ihnen machen. Sie müssen selber trainieren wollen, sonst ist all meine Müh für die Katz, wenn sie dann eh machen was sie wollen – weil sie es besser wissen.

     

    Das nächste große Event ist der Rennrollstuhlwettkampf parallel zur Volleyball Weltmeisterschaft hier in Phnom Penh – am 24. November 2007. Da liegen noch 6 Wochen Vorbereitungszeit vor mir, dazu noch das Training der Teams und der Unterricht in La Valla. Und ich bin gespannt auf die Weltmeisterschaft. Es wird bestimmt großartig werden. Mit rechts drück ich den Deutschen die Daumen, mit Links den Kambodschanern – da sitz ich etwas in der Predulie. J

    Mal schauen, ich werde berichten. Oder schaut auf: www.volleyballworldcup.org

     

    October 03

    Das 2. Rennen des ANZR CNVLD WHEELIE GRANDPRIX’s

     

    Am Freitagmittag (28.09.2007) kamen ein Truck übervoll mit Rennrollstühlen und ein Reisebus mit 29 Sportlern, Helfern, Freunden und CNVLD Mitarbeitern in Battambang an – mit viel Geschnatter und gut gelaunt wurden die Zimmer bezogen … die Jungs wollten selbstverständlich neben den Mädels ihr Zimmer beziehen … na dem hatte Seyhan schon ein bisschen vorgebeugt und die Zimmer verteilt J. Wirklich schön war zu sehen, dass die Sportler schon eine große Familie geworden sind … sie kennen sich mittlerweile; sie freuen sich, sich wieder zu sehen. Die 5 Battambang-Mädels wurden freudig und mit anerkennenden Blicken aufgenommen – die Männerdominanz schrumpft. Wir haben nun 12 Frauen und 22 Männer im Rennrollstuhl Programm. Ich würde sagen, das ist eine beachtliche Leistung in 2 Jahren. Denn auch Alexandra, von ICRC, war sehr erstaunt darüber, dass sich so viele Frauen im Center eingefunden hatten, die teilnehmen wollten. Das ist schön zu sehen und es ist und war CNVLD’s Ziel, einen Sport für Frauen anzubieten. Es wird immer mehr angenommen!

    Am Freitagnachmittag machten wir uns fertig zur Promotiontour durch Battambang, wurden aber erstmal eine halbe Stunde festgenagelt, da wir die Regenzeit nicht wirklich mit eingeplant hatten. Aber danach ging es los, in 2er-Reihe durch die Stadt zu ANZ Royal Bank. 34 RennrollstuhlfahrerInnen mit dem CNVLD Truck am Ende machten mächtigen Eindruck. Die Sportler hatten die Ehre den Chef von ANZ Royal Bank, Herrn Dean Cleland kennen zu lernen. Im Anschluss flanierten wir alle an der Riverside entlang zurück zum Gästehaus. Die Stühle wurden noch mal inspiziert, die Mädels wahrscheinlich auch J und dann ging man schlafen, denn 5.00 Uhr wurden alle geweckt, allerdings waren da schon die meisten in voller Montur fertig und präparierten ihre Stühle. 5.30 Uhr kam das Frühstück – Reis mit gebratenem Schweineschnitzelchen; kurz vor 6.00 Uhr haben sie sich aufgereiht und dann ging es wieder in 2er-Reihe auf zur Rennstrecke. Kurz vor 7.00 Uhr trafen alle ANZR Mitarbeiter und Offizielle ein, die Sportler haben eine gemeinsame Dehneinheit gemacht – das fand ich schon sehr repräsentativ J es sah prima aus und wir können stolz darauf sein. Die Bilder sind von Alexandra aus Battambang. (Vielen Dank)

     

    Es gab drei 200m Rennen der Frauen und fünf der Herren. Der schnellste Mann war der Phnom Penh Trainer Kon Kang, er hat in 34:94 sec gefinished. Um Sophat hat sowohl das 200m Rennen sowie das 5000m Rennen der Frauen für sich entscheiden können und ist mit 2 Pokalen und Preisgeldern nach Kampong Chhnang (nach hause) zurück gefahren. Das 5000m Rennen der Männer entschied Soeun Vanna ganz klar für sich in 22:46:75 min. Sehr schade war, dass Touch Nary, die schnellste Frau aus Kampong Speu, im 5000m Rennen ausfiel, da ihr Rennrollstuhl nach nur einer Runde brach. Sie blieb zum Glück unverletzt.

    Schön war zu sehen, dass sich um die Straßenabsperrungen eine Menschentraube gebildet hatte, dass die Zuschauer jubelten und die Sportler sich feiern ließen. Auch mit dem Feedback Anderer kann ich sagen, es war ein gelungener Wettkampf und Auftakt in Battambang.

    Team Battambang – ein Frauenteam

     

    Seyhan und ich haben mit dem Aufbau eines neuen Teams angefangen – ein Frauenteam in Battambang, Kambodschas Nordwesten.

    Am Anfang der Planung, noch vor ein paar Wochen, hatte das ICRC Center (International Committee of Red Cross) 2-3 Patienten gefunden, die Sportinteressiert waren. Als wir Montagmorgen im Center ankamen, waren 11 Interessenten da – 9 Frauen und 2 Männer. Damit war die Entscheidung leicht, dass es das 1. CNVLD Frauenteam werden würde. Nun haben wir im Team: Sokchann - 25 Jahre, allein lebend mit einem Sohn, kompletter Querschnitt, sie ist seit 11 Jahren im Rollstuhl; Davy – 18 Jahre, das Küken, ein frisch verletzter kompletter Querschnitt, sie ist vom Baum gefallen beim Früchte sammeln, sie wird noch von ihrer Schwester betreut, sie ist erst seit 3-4 Monaten im Rollstuhl; Saverk – 19 Jahre, inkompletter Querschnitt, sie ist auch vom Baum gefallen; Phala – 27 Jahre, hat einen Sohn, ICRC hat Spina bifida diagnostiziert, sie selber weiß nicht wie ihre Behinderung heißt, sie ist mit ihrem Handbike unterwegs; Thyda – 22 Jahre, hat eine 1-jährige Tochter, sie war im 3. Monat schwanger als sie vom Baum fiel, inkompletter Querschnitt, absolut inkontinent noch, managed sonst aber ihr Leben ganz gut, ihr Mann hat sich scheiden lassen, die Tochter lebt bei der Schwiegermutter, zu der ein guter Kontakt besteht, denn Eltern hat sie nicht mehr.

     

    Das sind 5 bemerkenswerte junge Frauen – alle mit einem Lächeln im Gesicht.

    Nach 2 Tagen hatte sich das Team herauskristallisiert. Am Anfang war die Entscheidung schwer gefallen, denn alle wollten teilnehmen. Den Männern mussten wir leider gleich wieder absagen. Bei den Frauen waren zwei weitere im Team, die aber am Montagnachmittag bzw. Dienstagfrüh entschieden, dass sie doch nicht teilnehmen wollen – die eine hat einen Mann zuhause, der wolle sie nicht 4 Tage die Woche alleine in Battambang lassen und der anderen war das Training zu anstrengend, es passte wohl einfach nicht für sie – und auch das ist gut so. Somit denke ich, dass wir jetzt ein recht stabiles Team haben. Ich werde es in 2 Wochen sehen, ob alle wieder zum Training kommen. J

    Am 1. Tag haben wir das Team zusammengestellt, die Mädels die Rennrollstühle testen lassen und am Nachmittag die Handschuhe präpariert. Alles unter den Augen von allen anderen ICRC Patienten. Es war was los im Center! Die Mädels haben Unterstützung und Aufmerksamkeit von allen Seiten erfahren.

    Am Montagmorgen, nach dem „Guten Morgen“, war die 1. Frage des leitenden Physiotherapeuten, Herrn Vanny, der uns die Interessenten vorstellte, was die Organisation zahle und welche Kosten sie übernehmen würde. Das war ihm am wichtigsten, vielleicht haben auch die Patienten gefragt … aber eine Antwort bekamen sie bis Freitagmorgen nicht. Alexandra von ICRC, die meine Kontaktperson für das Center in Battambang ist, hat mir auch gesagt, dass sie in der vergangenen Woche mehrfach von Herrn Vanny bezüglich der Bezahlung gefragt worden ist, zum Glück konnte sie keine Auskunft geben. Ich meine, dass die 5 Damen jetzt wegen der Sache, der Chance, der Gruppe und der Zugehörigkeit dabei sind … und das Geld natürlich sie auch etwas unterstützt, was auch vollkommen verständlich ist. Sie müssen ja auch zum Center kommen und sich verpflegen. Aber es sollte nach wie vor nicht vorrangig sein!

     

    Begeistert und strahlend kamen sie jeden Morgen zum Training. Schritt für Schritt wagten wir uns mit dem Stuhl vorwärts. Hier und da kippte eine über den Balancepunkt hinaus und unter großem Gegacker wurde sie wieder in den Rennrollstuhl gehoben. Bei den Mädels mussten wir vorsichtig sein. Sie sind querschnittgelähmt und spüren zum Teil gar nichts mehr und dann schrubbelten schon mal die Zehen über den Asphalt – oh Himmel, da wurde mir ja ganz schlecht und sie sagten nur „od baniha – kein Problem“ – oh nein! Die Stühle wurden gepolstert, große Kissen eingesetzt, Fußriemen professionell gebastelt … die ICRC Mitarbeiter können sich da noch ein bisschen austoben und eine gute Versorgung für die Mädels machen. J Das ist schön zu sehen, dass sie so viel Unterstützung bekommen … und diese Freude, das Stolze, das Dankbare konnte man in ihren Gesichtern sehen.

    Am 3. Tag haben wir einen Ausflug zum Markt gemacht. Für die zwei ganz frisch verletzten Mädels war es der erste Ausflug in die „Stadt“ – das klingt so weit, ist es aber nicht wirklich, bis zum Markt ist es ein knapper Kilometer. Sie waren ganz hippelig, aber auch verängstigt – wegen des Verkehrs (was ja verständlich ist) und natürlich weil sie sich noch nicht sicher im Rennrollstuhl bewegen. Aber es lief prima. Wir haben unterwegs angehalten, waren beim Fotografen – zack mit dem Rennrollstuhl ins Fotostudio rein, in Trainingsmontur, aber auf den Fotos haben sie tolle weiße Blusen an – was so alles mit Technik möglich ist. Dann haben wir auf dem Rückweg angehalten und einen Zuckerrohrsaft getrunken, gegenüber von nem Gymnasium, plötzlich kamen Mädels rausgestürzt und haben Saverk begrüßt – ja sie war früher in der Schule, das waren ihre Freundinnen. Jetzt kann sie nicht mehr in die Schule gehen, weil die Stockwerke hinderlich sind … und weil sie nicht mehr bei ihrem Onkel leben darf. Der hat seit dem Unfall nicht mehr mit ihr gesprochen. Schade. Aber sicherlich keine reine Khmer-Art. So kann es Familienangehörigen in Deutschland genauso gehen … das ist wohl menschlich.

    Schön wäre es, wenn der Sport den Mädels mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein geben kann. Ich hoffe Sokchann, die die Trainerposition übernommen hat, kann den jungen Mädels etwas von ihrer Lebenserfahrung weitergeben.

    Am 4. Tag sind wir wieder in die Stadt, diesmal zielstrebig zur ANZ Royal Bank – dem Hauptsponsor des CNVLD Rennrollstuhlsport Programms. Die Mädels haben vor der Filiale Promotion für das Rennen am Samstag und für CNVLD gemacht. Ich habe mit dem Filialleiter, Herrn Netra, sprechen können. ANZR engagiert sich in einigen sozialen Projekten in Kambodscha und es kommt gut an, auch die Mitarbeiter stehen motiviert dahinter. Sie waren uns beim Rennen eine große Hilfe.

    September 18

    Nach 2 Jahren das 1. Meeting mit dem Kambodschanischen Paralympischen Komitee

     

    Vergangenen Freitag bekam ich die Ehre den Vorsitzenden des Kambodschanischen Paralympischen Komitees – Yi Veasna zu treffen.

    Nun kann ich in meinem Bericht an den DOSB unter der Rubrik „Zusammenarbeit mit dem hiesigen NOK/ NPK“ ein eindeutiges „ja – vorhanden!“ vermerken. Bis jetzt war die Zusammenarbeit nicht möglich gewesen, ich schau grad noch mal nach, wie ich das begründet hatte (im Auftrag von Chris) …

    In Kambodscha gibt es das Nationale Olympische Komitee, dessen Präsident Prinz Rannaridh ist, sowie das Nationale Paralympische Komitee, dessen Präsident Premierminister Hun Sen ist. 2006 wurde von der kambodschanischen Regierung das Nationale Olympische Komitee personell umstrukturiert was auf innerpolitische Differenzen zurückzuführen ist. Auch war in der Presse zu vernehmen, dass eine Reform des NOK sowie des Fußballverbandes in Arbeit ist. Nach wie vor besteht allerdings keine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Des Weiteren besteht kein direkter Kontakt zum NOK oder NPK in Kambodscha, obwohl die Arbeit von CNVLD offiziell anerkannt und im nationalen Behindertensport beinhaltet ist. Die Zusammenarbeit erfolgt mit dem „Ministry of Social Affairs, Veterans and Youth Rehabilitations“.“

     

    Nun ja, nun besteht der Kontakt, denn die politische Ebene hat sich etwas aufeinander zu bewegt. Hun Sen ist der Präsident des NPK und der Chairman von CNVLD und nächstes Jahr sind die Wahlen im Land und logischer Weise mag Hun Sen dann wohl verstärkt seine Front hinter sich wissen. Auf alle Fälle kommen somit die CNVLD Rennrollstuhlsportler nach Bangkok zu den ASEAN Para Games im Januar 2008. Wenn CNVLD es finanzieren kann, dann werden 4 Männer und 4 Frauen nach Bangkok fliegen, Seyhan und ich. Oh und natürlich Vertreter des Paralympischen Komitees – u.a. Yi Veasna, der Präsident, der selbst Polioerkrankt ist und im (kambodschanischen) E-Rolli sitzt. (Das ist ein Stuhl, oi den muss ich heimlich mal fotografieren!)

     

    Es ist schon sehr interessant auf dieser Ebene zu arbeiten. Es klingt aber hochtrabender als es ist, kommt mir jedenfalls so vor. Wir hatten unser Treffen unter freiem Himmel, neben der Hauptstraße, weil sie gerade den Fahrstuhl reparierten und Herr Veasna nicht ins Haus konnte. Wir sprachen nur kurz über die ASEAN Para Games. Wichtig ist die Registrierung der Athleten sofort nach dem nächsten Rennen in Battambang am

    29. September 2007. Ich muss mir nun überlegen für welche Distanzen ich die Männer und Frauen anmelde und vor allem ob wir wirklich 8 Sportler schicken – denn die werden in den kambodschanischen Stühlen wohl kaum eine Chance haben. Die Klassifizierungen muss ich mir noch mal anschauen, dann die Sportler – was haben sie denn nun eigentlich für eine Behinderung, sie wissen es oft ja nicht – außer es ist offensichtlich wenn die Beine fehlen (sorry!). J

    Ich werde wohl ehrenamtlich das ganze machen – außer der DOSB mag meinen Vertrag verlängern oder … noch besser, es findet sich ein Sponsor!!! Ansonsten seh ich die

    500-600$ als meinen Beitrag zur Entwicklungshilfe. Na und außerdem wird es wohl eine gigantische Erfahrung werden. Man bekommt nicht alle Tage die Chance „Head of Mission“ bei den kleinen Paralympischen Spielen zu sein! Da sollte man die deutsche Knausrigkeit hinten anstellen!!! J 

    September 05

    Berit war zu Besuch

    Ach, es war schön Besuch zu haben. Wir haben es uns kulinarisch sehr gut gehen lassen – waren beim Libanesen, beim Inder, haben die Khmer Küche in allen Preisklassen getestet und hatten auch einen netten Grillabend bei mir daheim auf der Terrasse.

     

    Berit hat neben den Touristenattraktionen und dem was Phnom Penh zu bieten hat, denke ich, noch einen ganz netten Eindruck vom Land und dem Leben hier mitbekommen. Wir waren zusammen in La Valla (der Schule). Auf dem Rückweg haben wir an einer Pagoda angehalten und wurden von einem Schwung junger, überaus motivierter Khmers angehalten, ihnen Tipps in Methodik/ Didaktik des Lehrens zu geben und sie wollten unbedingt Englisch sprechen und fanden es toll, dass zwei Ausländerinnen durch ihre Pagoda schlenderten. Sie riefen uns irgendetwas zu wie „do you want to have lunch with us?“, Berit verstand „do you want to have fun with us” und wir ignorierten sie … aber sie ließen ihr lunch stehen und belagerten uns J. Es war sehr nett und schön zu sehen, wie die Jungs, alle samt Anfang 20, wissbegierig waren. Nach dem Ausflug sind wir zurück nach Phnom Penh, haben in meinem Alltagskhmerrestaurent gegessen und waren echt kaputt. Das arbeiten am Vormittag im Pool in La Valla unter glühender Sonne, dann das rumfahren mit dem Moped … es hat so geschlaucht … obwohl man doch meinte, man hätte gar nicht so viel gemacht. Aber ich war beruhigt, dass es Berit auch so ging. J

     

    Berit war 1 ½ Tage in Takeo, in der Provinz, und hat sich das Krankenhaus und die Augenklinik angeschaut, wo Manfred, mein Mitbewohner, als Augenarzt arbeitet.

     

    Wir waren natürlich auf allen Märkten. Haben früh morgens Fisch gekauft, sind durch die „Frischfleisch“-Abteilung auf dem kambodschanischen „Bauernmarkt“ bei mir im Viertel. Oi die Fische und Frösche flutschen da über den Boden. Die Frösche kopflos, oi man, da kann es einem auf nüchternen Magen so kurz nach’m Aufstehen schon etwas flau werden. Bummeln waren wir auch – na wie das Frauen eben so lieben, mit viel Klatsch und Tratsch, wir hatten uns ja zwei Jahre nicht gesehen, da Berit auf ihrer einsamen Insel in Japan weilte. J

     

    Zur Hot-Stone-Massage waren wir am letzten Morgen noch … mal wieder mit der Erfahrung, dass hier nichts funktioniert, wenn man selbst etwas in Zeitdruck ist!!! Aber ich mach jedes mal wieder den gleichen Fehler!!! Manoman. Na wir bekamen unsere Massage, war prima, auch wirklich entspannend – obwohl ich noch einen Tag einen Steinabdruck am Rücken hatte J – hmmm, war wohl etwas zu heiß gewesen.

     

    Phnom Penh ändert sich täglich, es entwickelt sich und damit ändern sich auch die Preise und ich merk schon deutliche Unterschiede … auch in meinem Portemonaie, aber auf der anderen Seite ist es auch schön zu sehen, dass sie sich entwickeln … also das Leben in Phnom Penh ist kein Leben in einem Entwicklungsland mehr. Man hat hier alles und bekommt alles (zu seinem Preis, klar).

    Ich stell Berits Bilder auf den Blog. Für mich war’s schön, ihre Bilder zu sehen, denn viele Dinge nehme ich gar nicht mehr so intensiv war … schaut sie euch an.  

    August 22

    Die Erkenntnis der letzten Woche

    Was lange währt wird gut – das ist ein Sprichwort und ich werde daran glauben.

    Ende letzter Woche hat es mich in meiner Arbeit hier wieder etwas zurück geworfen. Oioioi.

    Ich habe in La Valla die Lehrer 3 Tage zum Thema Gesundheitssport ausgebildet, mit den Themen Ausdauertraining, Krafttraining und Stretching. Natürlich ist das sehr viel für 3 Tage, aber das Grundwissen wollte ich vermitteln mit einigen praktischen Übungen und der Selbsterfahrung des Ausdauerlaufes. Soweit so gut.

    Nach den Unterrichtstagen schreibe ich die Handouts um sie den Lehrern an die Hand zu geben, vor allem Bildmaterial ist wichtig. Natürlich mach ich das in der Hoffnung, dass sie es irgendwann mal wieder zur Hand nehmen.

    Aber nun glaube ich … dass das nicht wirklich passiert! Oi L.

     

    Seyhan, meine Mitarbeiterin, war auch in La Valla dabei, da die CNVLD Mädels auch sportspezifische Grundlagen erlernen sollen. Gut, sie war dabei. Hat auch die Praxis mitgemacht – die Kraftübungen sowie das Ausdauertraining. Und nun hatte ich mein Handout zusammengeschrieben – und wollte es mit Seyhan noch mal durchgehen, denn ich hatte eine Vokabelliste angehangen, die sie vielleicht ergänzen könnte.

     

    Sie starrte auf mein Handout. Ohhhhh ok, ich realisierte sofort, ich muss ihr die Struktur eines Handouts erklären: Überschrift (damit man weiß, worum es geht), eine stichpunktartige Zusammenfassung der folgenden Kapitel und dann kommen die, oben genannten, Kapitel. Auch was eine Definition ist, musste ich erklären.

    Das Erklären hat längere Zeit gedauert.

    Wie arbeiten die Leute hier??? Ich muss sie noch mal fragen, mit was für Material sie in der Uni arbeiten???

    Oh ja … und noch eine Erklärung – ein Buch hat ein Inhaltsverzeichnis! Da kann man nach Stichpunkten und Inhalten suchen. „ohhhhh“ und große Augen und „ah jaaaa“. So eine ähnliche Reaktion hatte ich auch in La Valla, als ich den Lehrern die Arbeit mit Büchern erklärte! Da sag mir nun noch einer, es wäre genug Förderung für Kambodscha. Heeee – ich bin gerade bei den Basics angelangt!

    Ok, sie wissen jetzt um das Handout. Aber verstehen tun sie es noch nicht!

    Seyhan hat mich doch tatsächlich gefragt, was Ausdauertraining ist und was der Unterschied zwischen Krafttraining und Stretching ist – ohhhhhh nein, ich hab versagt als Lehrer L – ich meinte, dass ich seit 2 Monaten an dem Thema mit ihr arbeite.

    Oi, das war eine Bauchlandung für mich. Aber gut so. Jetzt weiß ich, dass Handouts in englischer Sprache nix bringen. Nun sitzt Seyhan an den Übersetzungen … und wenn die fertig sind, dann an denen der vergangenen 2 Jahre!

     

    Soviel zu, das war die letzte Förderung vom DOSB. 

    Der letzte Einsatz?

    Momentan ist es sehr anstrengend bei CNVLD, der Volleyball World Cup im November steht vor der Tür.

     

    Der deutsche Volleyballtrainer für die kambodschanische Nationalmannschaft ist vom Olympischen Sportbund genehmigt worden und damit kam gleich die Bestätigung, dass dies die letzte Förderung für CNVLD war. denn CNVLD hat 8 Jahre personelle Unterstützung erhalten. Nun muss es alleine laufen ... einerseits verständlich, andererseits utopisch anzunehmen, dass nach 8 Jahren (und jedes Jahr nur ein paar Monate) eine komplette Struktur aufgebaut sein soll. Im Volleyball funktioniert es im 6. Jahr jetzt recht reibungslos und die Liga kann gespielt werden. Aber was ist mit anderen Angeboten? Das Problem ist doch, dass den Kambodschanern das Wissen in anderen Sportarten fehlt, denn es gibt keine ausgebildeten Sportlehrer oder Sportwissenschaftler hier! Meiner Meinung nach wäre es absolut notwendig noch mal 4 Jahre zu fördern um den Kinder- und Jugendsport aufzubauen, um dafür Strukturen zu schaffen. Denn dann ist die Basis geschaffen. Erst gab es den Leistungssport - darüber wurden Gelder eingetrieben, um den Breitensport aufzubauen und nun muss der nächste schritt folgen, die Kinder zu fördern, dass sie in den Breitensport und später in den Leistungssport nachrücken können. Ist doch eine ganz logische Abfolge, oder nicht? Natürlich verallgemeinert und es ist nicht gemeint, dass jedes Kind bis zum Leistungssport oder Ligabetrieb gehen muss. Aber die Struktur muss vorhanden sein. Die Idee ist, weiterhin mit La Valla, der Schule zusammenzuarbeiten und dort könnte man als erstes mit dem Aufbau anfangen und dann geht man von Organisation zu Organisation etc … ist gar nicht schwer, es braucht nur Zeit und Leute, die es a) fördern und finanzieren und b) durchführen. (Ich würd mich ja sogar anbieten, es durchzuführen J)

     

    In Kambodscha kommt die westliche Lebensweise über die Grenzen, wie bei uns nach der Wende und plötzlich schießen die Burgershops aus dem Boden, es gibt keinen Mc Donald, dafür Lucky Burger mit dem gleichen Angebot. Die Supermärkte sind voll mit Kambodschanern die Schokolade und Eis kaufen ... kann ich ja verstehen J, schmeckt ja auch, aber sie führen noch den gleichen Lebensstil, d.h. sie arbeiten zwar viel, haben aber auch mehr Freizeit und mehr Geld zur Verfügung, machen aber keinen Sport. Sie laufen vielleicht 3x um den Park, was nicht wirklich Fett verbrennt oder den Kreislauf ankurbelt - also Übergewicht und Diabetes werden früher oder später Einzug halten in diesem Land ... und dann gibt es kein Verständnis für Bewegung und Sport und gesunder Lebensführung! Wieso sieht ein Land wie Deutschland, das eine ähnliche Entwicklung durchlebt hat, nicht die Notwendigkeit (zu helfen) dafür??? Natürlich kann man sagen, jetzt ist mal ein anderes Land dran - aber ist es sinnvoller von Land zu Land zu hüpfen, hier und da mal ein paar Jahre ein bisschen was zu machen, was danach entweder stagniert oder gar einschläft?! Aber dann schließt man daraus für das nächste Entwicklungsprojekt "na ob das überhaupt sinnvoll ist, soll man dafür überhaupt Geld ausgeben???" - tja, wenn man auf der Hälfte aufhört, kann man doch nicht erwarten, dass es wie ein Wunder einfach so weitergeht.

    Um ein Beispiel zu geben: International Red Cross - das Rote Kreuz ist seit 15 Jahren in Kambodscha, sie haben immer wieder Zentren übernommen, die zurückgelassen wurden und planen eine komplette Übergabe an die Regierung in den nächsten 8 Jahren. Das heißt, sie bereiten ca. 10 Jahre die Übergabe und Übernahme in das kambodschanische System vor. Es funktioniert nicht, ihnen einfach den Schlüssel zu geben und sich zu verabschieden, was ist das für eine eingeschränkte Denkweise?! Das mag in Deutschland logisch und strukturiert klingen, aber ist in einem Entwicklungsland auf diese Art und Weise nicht durchführbar.

    Nachdem ich eine sehr ähnliche Schilderung dem DOSB geschickt habe, kam wenigstens zurück, dass sie nach der Urlaubszeit das Projekt „Kambodscha“ noch mal diskutieren werden. Ideal wäre natürlich, wenn man den Experten, die sie ins Land entsenden, nach dessen Meinung fragen, bevor sie in Deutschland am Schreibtisch eine Entscheidung treffen. Man muss idealistisch bleiben und kann nur versuchen, durch Anregungen, die Denkweise zu ändern.

     

    Na für mich heißt es, dass ich nun erstmal meine Arbeit bis Mitte Dezember plane und allen noch das meist mögliche mit auf den Weg gebe. Also für mich persönlich ist die Neuentwicklung der Situation hier absolut in Ordnung, ich muss sagen, es geht mir sehr gut und nimmt mir scheinbar ganz schön den Druck, der mir von CNVLD aufgebürdet wird. Es hat auch was Gutes, dass es nun in einen Rahmen gefasst wurde. Es ist ja auch interessant, wenn sich jetzt andere Möglichkeiten ergeben können.

    Es passt prima, dass Dirk im September kommt und wir uns auch entscheiden können.

    Eine weitere Idee ist ... und die ist die Entspannteste von allen :))) dass ich einfach noch ein bisschen Urlaub mache ... :) und die Möglichkeit nutze, dass mein Rückflugticket offen bis Juni/ Juli ist und ich von Asien noch ein bisschen mehr sehe.

    Es ist ein sehr nettes Gefühl gerade so ein bisschen alles offen zu haben und dann werde ich sehen, wo es mich Mitte nächsten Jahres hinverschlägt. Oh jeee, der arme Dirk, da hat er sich ne Freundin geangelt, die überall auf der Welt sein will/ oder könnte, nur nicht zuhause!!! Na dafür haben wir im September zeit, uns Gedanken zu machen.

     

    Ich war vergangenen Freitagabend zu einer Party eingeladen, eine private Feier mit so einigen Leuten der deutschen Entwicklungshilfe, Männer in diversen hohen Positionen mit Khmer Frauen, wo ich mir dachte, ich seh nicht recht, ganz offensichtlich eine (hoffentlich ehemalige) Prostituierte. Also mittlerweile kann ich sehr deutlich die Frauen unterscheiden, denn eine Khmer Frau würde nicht in ihren kühnsten Träumen ein Kleid anziehen was nur bis max. zur Mitte des Oberschenkels geht und bis zum Bauchnabel offen ist. Alle Achtung - so eine junge Dame saß mir den Abend gegenüber und daneben ein Herr aus der Botschaft, älteres Semester, und aus privaten Gründen seine Arbeit in Kambodscha verlängern will - also wie schon gesagt, es ist sehr sehr erstaunlich und interessant was so hinter den hohen mächtigen Türen alles so vor sich geht :)))). Neben den wichtigen Leuten, war dann aber auch ein französischer Cafe-Besitzer da ... und daneben der französische Konsul ... ja und mittendrin ich - aus dem Behindertensportbereich kommend. Ich hab mich gefragt, wie bin ich zu der Ehre gekommen, eingeladen worden zu sein J aber scheinbar, weil ich seit 2 Jahren da bin und schon zu den“ Langzeit"deutschen in Kambodscha gehöre :) . Ich war da, es gab gutes Essen und war ein netter Abend :))) Über den man so schmunzeln kann.  

    August 16

    Übergabe der Materialien, des Kinderrollstuhls und der Schuhe an La Valla sowie die Lehrer - 1. Eindruck: boa sind die Schuhe schwer an den Füßen - ja definitiv schwerer als FlipFlops :)

     

    Am 08. August 2007 habe ich mit einem 3-tägigen Fortbildungsprogramm für die Lehrer in La Valla, der Schule für behinderte Kinder, angefangen. Und es war eine gute Gelegenheit alle Kindermaterialien, Bälle, Spiele, Springseile, Schwimmutensilien, Bücher, kleine Turnschuhe, die 130 Püschtiere und den Kinderrollstuhl von Ansgar aus Frankfurt mit nach La Valla zu nehmen. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, war das Tuk Tuk brechend voll beladen – aber die beiden schmalen Khmer Mädels – Socheat und Seyhan – hatten noch Platz, sonst wär es auf dem Moped die 30-minütige Fahrt ganz schön unbequem geworden.

    In La Valla wurden wir von Pfarrer Daryl erwartet und mit großen Augen machten sich die Lehrer und La Valla Mitarbeiter ans entladen des Tuk Tuks. Das Leuchten in ihren Augen, war die Bemühungen in Deutschland wert. Wie ich es mir doch dachte, als ich in zuhause mit dieser Spendenaktion begonnen hatte. Dann haben sie sich über die Turnschuhe hergemacht – einige waren viiiiiiieeeel zu groß. Aber der Pfarrer meinte, ach einige der Schüler sind groß und haben große Füße, die Schuhe werden ihre Träger finden! Jeder der Lehrer sollte sich ein Paar aussuchen. Ich musste jedem erklären, dass Turnschuhe passen müssen! Auf die Frage „passt der Schuh“, kam natürlich die Antwortet „jaja, ist ok“ – na eigentlich sollten sie mich doch nun gut genug kennen, dass ich solche Antworten für den Tod nicht ausstehen kann! Wenn ich schon hör und seh, dass die Schuhe nicht passen! Aber klar, geht schon alles, ist alles ok. Gut, dann hab ich ihnen erklärt, dass Sportschuhe oder eben geschlossene Schuhe „passen“ müssen, das heißt, dass sie etwas größer sein müssen. Was wirklich für die Khmers ganz neu ist, denn in der Regel schließen die FlipFlops hier direkt mit den Zehen ab oder die Zehen hängen drüber hinaus – na bergauf oder bergab geht es hier nicht wirklich, so dass man irgendwie mal vor oder zurück rutschen könnte. Aber ein Sportschuh muss passen. Gut, nachdem das geklärt war und sie die Neuigkeit an jeden weiter trugen, der ein Paar anprobierte, hatte am Ende jeder Lehrer ein paar Turnschuhe an. Ich glaube, bis dahin waren sie sich noch nicht ganz bewusst, dass das von mir natürlich durchdacht war und es den Hintergrund hatte, sie ins Laufen einzuführen. Das Thema der ersten 3 Fortbildungstage war Gesundheitssport. Es ist meiner Meinung nach ein ganz wichtiges Thema hier.

    Wie erklärt man ihnen die Bedeutung und Wichtigkeit von (Gesundheits-) Sport?! Warum ist es wichtig, das Herzkreislaufsystem zu trainieren? Was ist das überhaupt? Warum ist es nicht dramatisch wenn man schwitzt beim Sport? Warum ist Schwitzen nicht der limitierende Faktor bei Bewegungen? Ich glaube, das Schwitzen fanden sie nicht mehr so schlimm, nachdem ich ihnen erklärt habe, dass es die Möglichkeit für den Körper ist, all die Abgase und Umweltgifte auszuscheiden. Nur sollten sie noch verstehen, dass man nach körperlicher Bewegung Duschen sollte! Das sollte ich vielleicht bei der nächsten Unterrichtseinheit, die Schwimmen sein wird, mit einflechten! Auch sind sie nicht sehr willig zu trinken. Ich musste quasi daneben stehen, dass sie ein Schlückchen Wasser tranken, nachdem sie das 1. Mal in ihrem Leben gejoggt sind! Ja wollte ich, dass sie mir kollabierten?!?!?! Noch eine erstaunliche Erfahrung für die Lehrer war, dass die Sportschuhe so schwer sind und dann sah ich ihnen die Frage an, warum man die schweren Schuhe mit sich rumschleppen muss (wenn das Laufen eh schon so anstrengend ist) … wenn man bestimmt auch barfuss oder mit schlappen Laufen kann. Hui … tief durchatmen, Romy und die richtige Antwort überlegen J.

    Also es fehlt generell das Verständnis und das Gespür für den Körper. Es ist schon eine fragliche Gesellschaft, Religion oder auch Mentalität (ich weiß noch nicht genau, worauf ich es „schieben“ soll) die den Körper und all das was damit passiert so versteckt. Ich meine nicht unbedingt die Prüderie, sondern auch aus medizinischer Sicht gibt es keinerlei Verständnis für den Körper, für Muskeln, für das Skelett, für die inneren Organe.

    Hilfe! Der Olympische Sportbund muss mich Langzeit hier hin entsenden, damit ich den Lehrern all die Grundlagen, die wir zuhause, im Kindergarten und der Schule gelernt haben, vermitteln kann, damit sie sie dann an die Kinder und in die weite Welt, na ja ins eigene Land, hinaustragen können. Ich hoffe, der DOSB oder das Auswärtige Amt stolpern über die Seite.

    Was sind bei der Grundlage 3 Tage Ausbildung zum Thema Gesundheitssport, wenn ich erstmal mit dem Biologieunterricht anfangen muss. Und wer mich dazu noch kennt, meinen Perfektionismus, der kann sich vorstellen, dass ich absolut ins rotieren gekommen bin und die 8 Stunden Unterricht hinten und vorne nicht ausreichend waren und ich nach dem ersten Tag so gefrustet war, weil ich nach meinem ersten Eindruck ihnen hab nur so wenig vermitteln können! Gut, nach der 3. Tasse Tee und einer Meditationseinheit auf meiner Terrasse sowie langsam aufkommender Entspannung, habe ich dann doch sehen können, dass ich den Lehrern ganz bestimmt genug vermittelt habe … wahrscheinlich viel zu viel und dass ich mich wieder runter brechen musste. Na und dann fiel mir ein, dass ich das Problem jedes Jahr in La Valla habe, dass ich einfach einen Tag brauche, um wirklich das richtige Level zu finden. Und somit waren die folgenden 2 Tage etwas weniger anstrengend und ich denke, passender für die Lehrer – wo ich mir natürlich sagen würde, na man hätte da noch das eine oder andere mehr einbauen können! Aber nein. Man sollte bedenken, dass sie noch nie eine Kräftigungsübung gemacht habe und ich aufgrund meines Nicht-Frontal-Unterrichtes natürlich etwas mehr erreichen will, als das sie nur die Übung ausführen können und sie sie danach eh wieder vergessen, weil sie nicht wissen, wofür sie eigentlich nutze ist.

    Also schon anhand der Länge des Berichtes jetzt, könnt ihr sehen, dass ich ein Pedant bin und das meist mögliche den Lehrern mit auf den Weg geben möchte. J

     

    Ich habe auch den Kinderrollstuhl mit nach La Valla genommen … und nach etwas Überlegung haben wir vorerst einen Jungen gefunden, der den Stuhl auf alle Fälle nötig hat, ihm damit einiges erleichtert wird und ihm sein strahlenstes Lächeln wie ins Gesicht gemeiselt wurde. Trotz der platten Reifen war er schneller und wendiger als je zuvor, hat sich gar nicht noch mal in den alten Stuhl setzen wollen. Es war ihm egal, dass die Reifen ziemlich platt waren. Er hat sich gleich seine ganzen Schätze, die er so im Kissen und an diversen Stellen, die wohl nur die Rollifahrer kennen, versteckt hat, zack zack in die neue Tasche hinten am Rollstuhl gesteckt und ist abgedüst. „Okun cheraagn“ (vielen Dank) und dann hatte er es eilig, das neue Gefährt zu testen. Das breite Grinsen und bezaubernde Lächeln würde ich Euch gern nach Deutschland schicken, vor allem Ansgar, von dem der Rollstuhl stammt, einem Jungen aus Cynthias Rollstuhlsportgruppe des RSC Frankfurt. Aber so viele Bilder ich auch gemacht habe, es zeigt nur einen Bruchteil der Freude, aber ich hoffe trotzdem, dass ich sie euch mit meinen Erzählungen nahe bringen kann. Vielen Dank Ansgar und Cynthia!

    August 13

    Spendenaktion für Kambodscha 2007 - Flo hier kommt die Extraseite für Dich :)

      

    Spendenaktion

    für Kambodscha

    2007

     

                                                                                                                                                                                              

    Cambodian National Volleyball League (Disabled)

    sowie die Sportler & meine Wenigkeit (Romy Mäuslein)

    bedanken sich bei

    Flo sowie Cynthia

    für deren perfektes Engagement

     

     

     www.standupcambodia.org

     
    August 02

    Die Verabschiedung der Sechstklässler in La Valla

    Gestern Vormittag fand die Verabschiedung der Sechstklässler in La Valla, der Schule für Kinder mit Behinderungen, statt. La Valla ist eine Einrichtung geführt von den australischen Maristenbrüdern. La Valla besteht das 8. Jahr.

    Die meisten der 34 Jahrgangsabgänger waren 3 Jahre oder länger in La Valla und haben eine Schulbildung genießen können. Sie haben Grundausbildungen in allen Schulfächern bekommen sowie extra Englisch-, Musik-, Sport- und Schwimmunterricht, Computerausbildung und Näh- und Werkunterricht.

    Gestern war ihre Verabschiedung und nun werden sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Die Verabschiedung stand unter dem Motto „Salz und Licht“ – Salz soll ihnen das Essen würzen und das Leben „schmackhafter“ machen und Licht braucht jeder, um den Weg zu erleuchten und um seinen Weg zu finden.

    Es war eine bewegende 3-stündige Abschiedszeremonie mit vielen Aufführungen kleiner Theaterstücke und traditioneller Musikeinlagen. Es wurde viel gesungen, die Trommel-Band hat phantastisch gespielt und es war eine mitreißende Atmosphäre.

    Es war bewegend die Kinder so fröhlich und herzlich zu sehen und zu sehen, dass sie die Chance, die ihnen La Valla geboten hat, für sich selbst haben nutzen können. Selbstbewusste junge Leute gehen nun hinaus in die große weite Welt. Die meisten machen eine Ausbildung, einige gehen auf die Highschool und nur wenige zurück in ihre Provinzen. Genau an dem Punkt sollte man bemerken, dass viele der Kids erst ca. 15 Jahre sind, seit 3-4 Jahren schon im Internat in La Valla sind und nun wieder in eine andere Region in Kambodscha gehen. Das sind schon Kleine Erwachsene. Sie können auf sich aufpassen, haben in La Valla gelernt sich selbst zu versorgen und sind zu disziplinierten, fleißigen jungen Leuten herangewachsen.

    Ich finde, diese Jugendlichen haben Stolz und Achtung verdient und es ist schön, sie auf einen neuen Weg in ihrem Land zu schicken – mit der Überzeugung, sie werden es schaffen! 

    Die Materialien sind angekommen.

    Vergangenen Dienstag sind 15 Kisten, davon zwei 1,50mx 1,20mx1,00m (richtig, Flo?) große, angekommen.

    400 US$ hat es CNVLD nochmal gekostet, die Materialien am Flughafen auszulösen und den Botschaftsmitarbeiter hat es einen schweißtreibenden Tag gekostet.

    Aber nun sind u. a. 300 Paar Schuhe hier – das CNVLD Büro sah aus wie ein Schuhladen und roch ein bisschen wie eine Männerumkleide J. Sie wurden sortiert nach Größen, auf die Teams verteilt und wieder verpackt … und warten nun auf die Übergabe an die Sportler der A- Volleyballliga morgen. Die B- Liga bekommt nächstes Wochenende die Schuhe. Es sind noch genügend Schuhe für die Rollisportler da und alle kleinen Größen gehen nach La Valla, in die Schule.

    Sokounthea sitzt schon in dem Rollstuhl von Stephan (aus Freiburg) und diese Woche werde ich mit ihr mit dem Rollitraining beginnen – der Stuhl muss noch richtig eingestellt werden und dann geht’s los. Sie soll sich endlich auch auf der Straße darin bewegen und nicht nur innerhalb von 4 Wänden. Das wird ein ganzes Stück arbeitet – vor allem ihre Einstellung und die der Eltern etwas zu ändern.

    Den Kinderstuhl von Cynthia (aus Frankfurt) nehme ich mit in die Schule La Valla. Die Stühle von Axel und Silke (aus Erlangen) sowie der Stuhl vom Reha Geschäft (bei Freiburg) werden in Phnom Penh genutzt, wenn die Sportler zum Wettkampf kommen und somit nicht mit ihren Rollstühlen anreisen müssen. Was für einen deutschen Rollstuhlfahrer merkwürdig klingen mag, aber hier haben nur wenige Kambodschaner wirklich einen eigenen Stuhl, noch dazu gibt es nicht die Möglichkeit, dass sie auch nur annährend angepasst sind. Wenn unsere Rollifahrer nach PP kommen, kommen sie häufig mit dem Moped und dann mit dem Rollstuhl hinten drauf, das ist zwar normal für hiesige Verhältnisse, allerdings will CNVLD auf ein bisschen mehr Sicherheit achten und wenn man es erleichtern kann, dann ist es doch schon ein Fortschritt. 

    Ich bin umgezogen

    … mit einer Ladung in einem Tuk Tuk und innerhalb von 2 Stunden. Das ist der Vorteil hier, man hat nicht so viel Kram, muss keinen großen Umzugswagen organisieren. Mich hat mein Umzug 3.50 US$ gekostet und ein paar Mopedfahrten hin und her J. Kann ich nicht meckern. Nachdem ich letzte Woche auch noch die alten Bücher und DVDs meiner letzten Mitbewohner verkauft habe, hatte ich somit mein Umzugsgeld drin. Tja der clevere Deutsche, oder besser DIE clevere Deutsche, lässt nichts zurück. Und wenn doch, dann wird es einem rigoros von der kambodschanischen Putzfee hinterher getragen „miss, this is yours, don’t leave it here“.

    Ich fühl mich wohl in meinem neuen Heim. Es ist eine dekadent große Wohnung – mal wieder ein Stückchen Luxus hier. Hauswächter haben wir allerdings keine mehr und müssen „alles“ selber machen. Aber Dany, die alte Putzfee, wurde mit übernommen und kommt 5x die Woche. Und jeden Morgen kommt Lii, der Zeitungsjunge. J Also man hat hier sein Volk für sich arbeiten – klingt eigentlich schlimm wenn man das so liest. Aber man sollte Bedenken, es sind immer Jobs für die anderen und sie verdienen sich extra Geld.

    Es gibt Gästezimmer und genügend Schlafmöglichkeiten – auch auf der rießigen Terrasse. Ihr seid herzlich willkommen.