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May 14 Zum Abschluss noch einen EintragDer Deutsche Olympische Sportbund hat das Kambodscha Projekt, nach meinem Wissen, abgeschlossen. Ich werde nicht nochmal für einen weiteren Einsatz hingehen. Ich habe meine Arbeit Vorort an meine kambodschanischen Mitarbeiterinnen, Trainer und CNVLD-Kollegen übergeben und mich damit verabschiedet. Ich hatte eine gigantische Zeit in Kambodscha, bin sehr viele Erfahrungen reicher und kann jedem nur einen Auslandsaufenthalt empfehlen!
Ich möchte mich abschließend bei CNVLD und meinen Khmer"Mädels" Seyhan, Socheat und Sokounthea für die tolle Zusammenarbeit bedanken und dass sie so geduldig mit mir waren, auch wenn wir hier und da lernen mussten miteinander umzugehen - da ich zu hitzig war und sie etwas zu trääääge - wir haben uns angenähert, jeder hat vom anderen gelernt und ich bin stolz auf sie, was sie aus ihrem Leben gemacht haben und wünsche ihnen alles Gute für die Zukunft.
In der Schule "La Valla" hatte ich eine schöne Zeit mit den Lehrern und ich konnte ihre Fortschritte im Unterrichten sehen - La Valla ist eine Vorzeigeeinrichtung. Ich kann sie wärmstens empfehlen.
Kambodscha 2007 ist abgeschlossen und damit schließe ich den Blog hier auch. Ihr könnt mich unter: romymaus@hotmail.com kontaktieren. Weitere Infos über den Behindertensport in Kambodscha und CNVLD gibt es auf: www.standupcambodia.org
Liebe Grüße, Romy Mäuslein.
February 27 Urlaub, Urlaub, Urlaub!Erst war Dirk in Asien, nun war meine Familie drei Wochen in Kambodscha und Thailand zu Besuch. Deshalb hab ich mich auf dem Blog etwas rar gemacht, denn die letzten 3 Wochen war ich als Reiseleiter engagiert. Es war schoen, alle hatten eine gute Zeit, denke ich. Sie fanden Asien interessant, faszinierend, aber zeitweise auch anstrengend.
Nach Phnom Penh, Siem Reap und einer Tuk Tuk Fahrt in die Provinz Kampong Chhnang sind wir zum ausspannen auf Koh Mak, einer Thai Insel nahe Kambodschas gefahren. Das ist wirklich eine Empfehlung. Die Insel hat eine winziges Doerfchen, entlang der Inselstrasse und man kann in einheimischen Restaurents essen, ist also nicht auf das Resort angewiesen. Finde ich persoenlich gut.
Nun bin ich in Bangkok. Es ist eine laermende, pulsierende, im Verkehrschaos erstickende Stadt - aber dennoch hat sie was! Aber sie strengt mich an und nachdem ich mein final shopping erledigt habe, mache ich mich auf den Rueckweg nach Phnom Penh um meine Sachen zu packen um bald wieder ins gute alte Deutschland zu fliegen. In PP kuemmer ich mich nochmal um das uploaden der Bilder, hat leider nicht geklappt, werde aber noch einige Asienbilder der letzten 3 Monate auf den Blog tun.
January 14 Einmal durch Kambodscha!Nachdem wir gute 10 Tage in Kampot ausgespannt haben, waren wir Silvester/ Neujahr in Phnom Penh und sind am 02. Januar mit unserem Mopedchen wieder aufgebrochen - diesmal gen Norden.
12 Tage waren wir unterwegs. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Und ich bin gerade sehr froh, wieder in Phnom Penh zu sein. Arg, ich hab die letzten Tage einen Kollar bekommen, den all-halbjaehrlichen! Ich freu mich diese Nacht auf mein Bett, in sicherer sauberer Umgebung unterm Moskitonetz.
Wir sind von Phnom Penh Richtung Battambang, mit Unterbrechung in Kampong Chhnang bei Sokounthea, meiner CNVLD Mitarbeiterin und sind an dem Tag noch bis Pursat gefahren. Alles auf der National Road Nr.5. Kampong Chhnang Province ist eine wirklich schoene empfehlenswerte Region. Reisfelder und Palmen soweit das Auge reicht! Pursat ist ein staubiges Oertchen und macht wirklich den Anschein, als ob es ein Ort zum passieren ist! In Battambang waren wir mit einem deutschen Fotografen aus Phnom Penh verabredet. Er macht einen Videoclip fuer CNVLD ueber die Rennrollstuhlfahrer. In Battambang wollte er das Frauenteam filmen. Ich bin gespannt auf den Clip! Leider sind wir wieder nicht dazu gekommen, mehr um Battambang zu sehen, denn es draengte uns ein bisschen weiter gen Thaigrenze, da ich ein neues Visum brauchte. Battambang ist schoen, hat ein ganz bestimmtes Flair, einen schoenen Markt mit gutem Kaffee und Fruehlingsrollen. Die Reise ging weiter nach Sisophon. Oi was fuer ein Ort - roter Staub ohne Ende mit Dorfatmosphaere. Sie sind nicht wirklich Auslaender gewoehnt und schon keine, die Khmer sprechen. Es war zum Verzweifeln und schier unmoeglich das Gewuenschte zu bestellen! In Sisophon wurde mir das erste Mal die besondere Hotelart bewusst! Soviele Hotels und Gaesthaeuser ... als mich dann eine junge Dame ansprach, ne ganz ne nette, ob wir zusammen schlafen sollten, laechelte ich freundlich und verneinte und zweifelte lange, ob ich sie richtig verstanden haette - vielleicht war mein Khmer doch nicht gut genug?!?!?! Sie sprach kein Englisch, wie kaum einer in Sisophon. Gut, Dirk und ich teilten uns das Zimmer und auf dem Flur war Action.
Am naechsten Morgen mussten wir nach Poipet. 60km ... auf einer roten Staub- und Buckelpiste. Es war anstrengend und schmerzhaft fuer den Ruecken, die Dailim, unser Mopedchen hielt durch und wir kamen in Poipet an. Eine furchtbare Grenzstadt - irgendwie haben Grenzstaedte eine ganz eigenes Flair. Und dazu kamen noch meine Erinnerungen von vor einem Jahr, als man mich so dreist abgezockt hatte, der Groll kam wieder hoch! 2 1/2 Stunden waren wir mit der Visaabfertigung beschaeftigt bis wir uns gleich wieder aufs Moped setzten und raus aus der Stadt fuhren. Wir hielten fuer einen Kaffee an, irgendwo in der Pampa. Wie gewoehnlich bestellten wir Eiskaffee. Dirk suchte ein Klo und kam zurueck, es widerte ihn an, es saehe aus wie im Mittelalter. Wir tranken den Eiskaffee. Und ich dachte mir so, na wenn er mal nicht krank wird, da er sich innerlich so straeubte! Wir waren bis zum spaeten Nachmittag wieder in Sisophon, die Kleider total rot und mit dem Gefuehl eien Staublunge zu haben. Wir schrubbten die Sachen auf dem Badboden. Dirk sprang in der Nacht auf, meinte ich solle mich nciht bewegen, ihhh, doch und wie schnell ich ausm Bett war, als ich nur was Schwarzes krabbeln sah - welch ein Held, er erlegte die Kakerlake! Urg ... ecklig! Und dann verbrachte er die Nacht auf dem Klo - hatte ich es doch geahnt! Dirk hat keinen empfindlichen Magen, aber ich bin der Ueberzeugung, wenn man sich straeubt etwas zu essen/ zu trinken, dann faengt man sich definitiv die Bakterien ein! Fuer ihn gab es einen Tag nur Cola und Kohletabletten. Und wir fuhren weiter gen Siem Reap. Wir wollten raus aus dem staubrotem Sisophon, aber die Teerstrasse wollte nicht beginnen. Nach 40km hielt Dirk an ... keinen Schritt wollte er weiter. Der Staub, die Anstrengung der Strasse, die Fahrweise der Kambodschaner ... Ich telefonierte und versuchte zu erfahren, wie die Strasse weiter sei - 150km rote Piste, Baustelle seit Jahren und die Gegend hatte absoluten Entwicklungshilfestatus!!! Also einen Tag noch mal im roten Staub! Dirk verfluchte unterwegs Hun Sen und sein Gefolge, der die arme Schweine entlang der 150km seit Jahren in dem Staub leben laeßt, weil er ein Abkommen mit Bangkok Airways hat, die Straße nicht zu bauen, da die Fluglinie als einzigste Siem Reap – Bangkok fliegt. Bei ausgebauter Straße wuerden natuerlich Fluggaeste ausbleiben. Die armen Kambodschaner rechts und links der Straße duerfte das einen Scheiß interessieren, aber rebellieren tut wohl auch keiner. Dirk meinte, er wuerde zum Terroristen werden. Er hatte einen absoluten Kollar! Und ich dachte mir, das Land ist nach wie vor ein Entwicklungsland! Aber selbst verschuldet irgendwo. Es sind so viele Millionen Entwicklungshilfe vor allem auch in den Straßenbau geflossen – es ist unverstaendlich. Aber gut, das ist Kambodscha. Wir waren ja auf unserer Tour um das Land zu sehen.
Selbst auf dieser Piste hielt das Mopedchen gut durch, bis auf einen Platten den wir am allerersten Tag unserer Reise hatten, war bis dato noch nichts passiert. Es war ein treues Reisegefaehrt und fuer 40 US$ Leihgebuehr pro Monat und ca. 3 US$ Benzinkosten fuer einen vollen Tank fuer 200km war es wirklich eine guenstige Art zu reisen. Unterwegs auf der Holperpiste haben wir ein Schraeubchen verloren. Eine Dailim kann jeder reparieren und am Straßenrand hielten wir bei einem alten Khmer, der fuer 2000 Riel das Hinterrad abmontierte um das kleine Schraeubchen anzubringen.
10km vor Siem Reap begann eine Teerstraße und als wir in die Stadt einfuhren, empfing uns eine 4-spurige Straße (die bis zum Flughafen raus ging). Siem Reap ist eine sich permanent wandelnde Stadt, es wird wahnsinnig viel gebaut. Und wenn man aus der armen Provinz kommt, dann wirkt dieser Prunk mit den rießigen Hotels und den Touristen so unwirklich. Siem Reap ist nicht Kambodscha – nicht Asien. Ich war ein Jahr nicht da gewesen und der Stadtkern um den Markt herum wirkt jetzt wie Klein-Bangkok die Kao San Road. Der Kunde ist Koenig und zahlt gern und freut sich ueber das westliche Angebot! Hmm. Dirk und ich fragen uns immer wieder – will man das sehen und erleben und schmecken wenn man nach Asien/ nach Kambodscha kommt? Man sollte doch wissen, dass es nicht authentisch ist und nicht so wie ein Kambodschaner isst und lebt. Kommt nicht deshalb aber ein Tourist um das zu erleben? Hmm. Nach Siem Reap kommen definitiv auch sehr viele Leute nur wegen Angkor Wat – der guten alten Hochkultur der Khmer! Was verstaendlich ist. Ich finde es faszinierend wie diese rießigen Bauten erschaffen wurden. Dirk war aber nicht so auf Tempel eingestellt und ich werde im Februar noch mal hinfahren, also zogen wir nach 2 Tagen von Siem Reap weiter nach Kampong Thom, gen Sueden auf der National Road Nr.7. Eine gut ausgebaute Straße – klar, die Zufahrt nach Siem Reap von Phnom Penh. Durch dicht bewaldete Gegenden fuhren wir. Wo deutlich zu spüren war, dass es den Menschen dort gut geht wegen der Holzvorkommnisse, aber auch Skulpturen wurden am Wegesrand gemeißelt. Es war eine schoene Tagestour. Kampong Thom allein ist wieder nur eine Durchreisestadt. Der Markt ist sehr schmutzig, das Essen eher nur mittelmäßig und mal wieder wurden wir immer und ueberall abgezockt. Selbst wenn wir ihnen das Gleiche wie der Khmernachbar zahlen wollten und schon in der Hand hatte, bekamen wir den „Barang“-Auslaender-Preis aufgedrueckt. Das ist nervig, aergerlich und man bekommt irgendwann das Gefuehl, dass man nur benutzt und ausgenommen wird. Es schmaelert die Freude!!! Wegen eines gesundheitlichen Knock-outs meinerseits mussten wir notgedrungen zwei Naechte da bleiben und machten einmal mehr die Erfahrung der Khmer-Hotels. Dirk fand heraus, dass das Hotel nicht nur 5 Stockwerke hatte, wie im Fahrstuhl zu sehen war, nein, es hatte 6! Und das 6. Stockwerk war ein Puff – alles schoen in Pink mit Postern und gemalten Frauenkoerpern an der Wand. Da fuhren also die jungen Damen, geschminkt und aufgebrezelt jeden Abend hin. Nur eine der Mädels sprach ein bisschen Englisch, es war also definitiv ein Business fuer Khmers. Hmm, ich frag mich nur, wie vereinbaren die Khmers die Prostitution mit ihrer Religion, ihrem Lebensstil … oder was erzaehlen mir meine Mädels eigentlich!?!? Aber ich will lieber von denen gar nichts anderes hoeren, sollen sie ihr anständiges zuechtiges Leben fuehren! Da ist mir wohler bei! Das Thema Prostitution ist ein Fass ohne Boden. Dazu mal ein anderer Bericht.
Vor den Toren Kampong Thoms kehrten wir noch zum Fruehstueck ein. Reis mit Fleisch und eine Nudelsuppe, Standard, und dazu einen schwarzen sowie einen sueßen Eiskaffee – sehr lecker. Wir saßen in einem kleinen Cafe, mag ich jetzt mal sagen, es hatte noch was altes Franzoesisches. Vielleicht waren das aber auch die Maenner, die schwatzend und schlurfend rum saßen. Keine einzige Frau aß zu Fruehstueck, aber es war auch schon spät, 9.30 Uhr, deshalb, das franzoesische Flair. Khmers fruehstuecken in der Regel gegen 7.00 Uhr. Die Frauen waren bestimmt schon aufm Markt. Weiter ging’s bei uns von Kampong Thom nach Kampong Cham. Auch das war eine schöne Fahrt. Die letzten 30km durch Kautschuk-Plantagen, auf roten Straßen wieder … Wir hielten fuer einen Zuckerrohrsaft am Straßenrand. Es ist doch schoen die Sprache zu sprechen, denn es scheint fuer die Khmers in der Pampa einfach ein tolles Erlebnis zu sein, wenn ein Barang anhaelt bei ihnen. Und sie sind wissbegierig. In der Regel woher man kommt, wie alt man ist, ob Dirk und ich verheiratet sind (einfacher weise sind wir das meistens) und ob wir Kinder haben (manchmal ja – da kann man Geschichten erzaehlen! und muss aufpassen, dass man sich nicht verstrickt, aber wenn ich sag, wir haben keine Kinder, dann fragen sich die Khmer Frauen warum – ob alles mit ihm in Ordnung sei?!). Kampong Cham ist ein netter Ort, liegt am Mekong und hat dadurch fuer mich etwas Flair, ist recht sauber, hat einen netten Markt mit gutem Kaffee und Fruehstuecksplaetzen – das ist das Wichtigste! Nahe der Stadt kann man über eine Bambusbruecke auf eine Mekong-Insel, wo angeblich die Chams, ein Urvolk der Khmer, leben, aber fuer mich sahen die Leute alle gleich aus und sprachen Khmer. Im Reisefuehrer stand, dass die Ueberfahrt 500 Riel koste – ja, 3000 Riel fuer bloede Auslaender wieder, auch fuer die die ihre Sprache sprechen – das sind die Momente wo man die Decke hochgehen koennte! Es geht nicht darum, dass es nicht viel Geld ist und wir es uns doch leisten koennen – was man dann so von anderen Auslaendern vorgeworfen bekommt – es geht ums Prinzip fuer mich! 3000 Riel steht in keiner Relation zu 500 Riel. Und warum meinen sie sich das Recht rausnehmen zu koennen und anzunehmen, bloß weil man in ihrem Land ist, sei man reich und dafuer koenne man schon solche Preise zahlen! Das Gefuehl, eine ausgenommene Weihnachtsgans zu sein, ist derart beschissen! Ein paar Kilometer weiter auf der Insel hatte sich unser Gemuet wieder beruhigt, denn die Bewohner waren sehr freundlich, laechelten und riefen „Bonjour“. Das ist eine schoene Stimmung. Wir hatten einen Platten. Der Reparaturmeister war ueber Mittag nach Hause gefahren. Na gut, dann warteten wir, ein kleines Mädel fuhr mit dem Rad los um ihn zu holen, in der Zeit gesellten sich die Anwohner zu uns und begannen sich rege mit uns zu unterhalten. Schoen war es … Das entschaedigte fuer die abgezockten 3000 Riel.
In Kampong Cham blieben wir 2 Naechte, um dann weiter Richtung Kratie zu fahren. Der Weg dahin war erstaunlich gut, die Straße 73 ist neu asphaltiert und recht unbefahren und weit und breit keine Menschenseele, man faehrt durch abgerodetes Land. Das letzte Stueck der Strecke, 35km, war wieder eine buckelige staubige Piste – rot ueberall. Wir kamen in Kratie an … und ich hatte einen Kollar! Urg. Der Markt war ecklig, es gab nicht wirklich was zu essen, am Morgen gab es keine Kaffeestaende, was unglaublich war und ich hatte einfach genug. Die Leute fand ich bloed, sahen alle dreckig aus, verlotzt, warum machten die nichts aus sich?, sie sahen aermlich aus und ich hatte genug davon! Das war Kambodscha – ja. Ich konnte nicht verstehen, warum Kratie ein Touristenziel ist – wegen der Khmer-Delphine denke ich und weil es nett am Mekong liegt, aber sonst ist es ein dreckiges Oertchen. Grrr. Ich werd wohl nicht noch mal hin muessen. In der Nacht habe ich wieder Wache gehalten und aufgepasst, dass keine Tiere ueber uns her fielen oder Einbrecher durch die zuen Tueren kamen, ich hab den Gaesthaus-Kollar noch zu dem Dreck-Kollar bekommen und musste schleunigst gen Phnom Penh. Das hieß wir sind am Tag drauf 200km auf dem Mopedchen zurueck nach Kampong Cham, auf der National Road Nr. 7, gefahren. Die Straße ist nagelneu, fuehrt durch die abgeholzten Gebiete und kambodschanische Neubausiedlungen. Da haben sie bestimmt die Waldarbeiter umgesiedelt. Eine Nacht musste ich noch mal im 6 US$ - besten Hotel von Kampong Cham aushalten, Khmertoepfchen vom Markt essen. Oi, mir hat es gereicht und die letzten 130km zurueck nach Phnom Penh waren die laengsten.
Aber nun – heho, sind wir wieder zurueck in der Zivilisation! Ich hab Nudeln mit Pesto gegessen und schon sah die Welt ganz anders aus. Mir wurde wieder bewusst, wie unterschiedlich eben die beiden Welten sind und im Moment war es einfach zu viel, zu lang und zu anstrengend geworden! Interessant waren die 12 Tage, empfehlenswert auch wenn man das Land und Leute sehen und kennen lernen will. Aber schoen ist was anderes! Man muss sich auf die Gegebenheiten einlassen und dann ist es schoen … und genauso sollte man eine Pause machen, wenn es zuviel wird.
Das heißt, wir bleiben noch 1-2 Tage in Phnom Penh und machen uns dann auf den Weg nach Thailand, Trad und auf die Insel Koh Mak. Liebe Gruesse! December 20 Wir machen Urlaub! In Kambodscha. Dirk und ich sind aufgebrochen. Wir haben Urlaub. Ich habe in Phnom Penh alles beendet. Die Arbeit ist meinerseits abgeschlossen. Die Berichte geschrieben und nach Deutschland verschickt und nun sind wir seit 6 Tagen unterwegs. Mit dem Moped, der alten Dailim von meinem Khmerlehrer aus Phnom Penh. Wir sind in Kampot gelandet und spannen hier erstmal aus. Wir haben das Glueck bei Bekannten im Haus zu wohnen. Sie haben dekadent ein Wochenendhaus in Kampot, am Fluss. Es ist genau das Richtige zum entspannen.Endlich kann ich ausschlafen, Buecher lesen, in der Haengematte alle Viere von mir strecken und die Zeit geniesen und den Luxus mal nichts zu tun. Sonst fuehrt uns unser Moped einmal am Tag zum Markt, es gibt lecker Seafood, einen Khmer Kaffee und spaeter noch einen Fruchtshake. Mehr brauche ich gerade nicht. Einen Reiseplan haben wir nicht, wir bleiben hier bis es uns langweilig wird, bis die Buecher ausgelesen sind und es uns weiter draengt. Bis bald ... December 14 Ich bin fertisch!!!! :)Heute habe ich meine 4 Kisten nach Deutschland verschifft, sie brauchen 3 Monate und werden im März mit mir ankommen. Meine Berichte sind auch abgeschickt - ich habe Urlaub!
Morgen früh schwingen Dirk und ich uns auf das orange Mopedchen und düsen durch Kambodscha und wir werden sehen, wo uns der Weg hinführt.
Ab jetzt kommen Reiseberichte.
Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit sende ich Euch, Gruß Romy December 13 WOVD Standing Volleyball World Cup - Michael Hubers Eindruck
Hier ist Michael Hubers Eindruck vom World Cup! Von ihm sind die meisten Bilder zum World Cup auf dem Blog. Vielen Dank an ihn nochmal. Viel Spaß beim Lesen.
Zunaechst herzliche Gruesse aus Phnom Penh! Nach zwei unglaublichen Wochen und 1200 Fotos kommt hier mein erster Beitrag - natuerlich ueber den World Cup fuer Standing Volleyball. Es war eine sehr anstrengende, aber auch eine grossartige Zeit. Wie die Baelle gingen die Emotionen herauf und herunter und zum Schluss hat die Freude gesiegt. Aber hier kommt jetzt mein Bericht und ich wuensche viel Spass beim Lesen:
Es ist Mitternacht in Phnom Penh. Vor einigen Jahren noch waere es undenkbar gewesen, um diese Zeit auf dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren, aber es hat sich vieles geaendert hier. Zahlreiche Restaurants sind noch offen und auf den beleuchteten Strassen tuckern die Motorraeder. Vor einigen Stunden ist der World Cup fuer Standing Volleyball – das heisst Volleyball fuer Behinderte und wird nicht im Sitzen sondern mit Prothesen ganz normal gespielt - zu Ende gegangen. Der deutsche Botschafter hatte seine Mannschaft nach ihrem Sieg ueber die Slowakei zu sich eingeladen und die kambodschanische Mannschaft ebenso. Sie haben Platz drei erreicht und ebenfalls eine Medaille erkaempft. Mit den Deutschen verbindet sie eine echte Freundschaft und dieser Abend zeigt das ganz deutlich. Wir essen gut und geniessen es, dass diesmal die Reden vor dem Dinner ausgefallen sind. Es ist schon sehr spaet und gegen Mitternacht verlasse ich diese entspannte Feier. Muede schleiche ich auf dem alten Fahrrad heim und schaue auf zwei sehr bewegte Wochen zurueck. Bei meiner Ankunft gerate ich direkt in einen Hexenkessel. Der Countdown fuer den World Cup ist schon ganz weit unten und der Stresspegel entsprechend hoch. Es ist ja nicht nur ein Ereignis unter anderen, sondern der erste World Cup in Kambodscha ueberhaupt. Fuenf Nationen werden als Gaeste erwartet – die Kambodschaner sind ja schon da.Die Regierung und das ganze Land schauen zu, was da abgeht und sie schauen ganz genau hin. Es ist ein historisches Ereignis und geeignet, dem Land gute Schlagzeilen zu liefern nach Minen, Korruption und Sextourismus. Aber dazu muss alles funktionieren und jeder direkt oder indirekt Teilnehmende angemessen beruecksichtigt werden. Chris Minko vom CNVLD (Cambodian National Volleyball League Disabled) hat fuer diese Aufgabe eine sehr kleines Team, aber sie arbeiten alle sehr effektiv. Mittlerweile liegen die Nerven blank und Freiwillige, zu denen auch ich gehoere, muessen neben ihrer Arbeit auch wieder etwas frischen Wind und Zuversicht einbringen. Es ist ein beeindruckender Haufen dieser Freiwilligen angetreten. Sie arbeiten hart – zum Teil auch rund um die Uhr. Das Stadion muss aufpoliert und sechs Raeume eingerichtet werden. Es ist ein architektonisches Schmuckstueck aus den Sechzigern, an dem der Zahn der Zeit sichtbar genagt hat. Die Weltorganisation fuer Volleyball fuer Behinderte (WOVD) hat hohe Standarts definiert und diese muessen ohne Gnade erfuellt werden. Das Material hat Christian Zepp mitgebracht – er ist der deutsche Trainer der kambodschanischen Mannschaft und wird vom Deutschen Olympischen Sportbund finanziert. Seit zwei Monaten ist er schon in Phnom Penh und trainiert die Nationalmannschaft. Ich wohne im selben Hotel wie er, aber dort kennt man ihn nur wenig. Er ist von morgens bis abends bei seinem Team, das in der Naehe in einem Haus in Klausur lebt. Ausser Essen – dem besten, denn Sopheap ist eine wunderbare Koechin – gibt es nur Volleyball in Theorie und Praxis. Socheat arbeitet mit ihm und uebersetzt alles ins Khmer. Bei den gemeinsamen Sitztungen verteilen Chris und Neil die Aufgaben und es geht kurz und knapp zur Sache. Listen werden abgearbeitet und die Telefone rauchen. Trotzdem passieren die vielen kleinen Katastrophen. Die Druckerei hat geschlampt, Termine werden nicht gehalten und immer wieder kommen Sonderwuensche von den Behoerden. Ein Name stimmt nicht und ein ganzer Satz Druckstuecke wandert in den Abfall. Dann schweaermen alle aus. Auf Motorraedern, in Tuktuks und im LKW. Ich fahre mit und dokumentiere auch diesen Teil des Events. Neben mir sitzt Rob aus England, der hier in Kambodscha lebt. Eine von diesen Geschichten, die man hier in immer anderen Variationen hoeren kann. Er kommt aus London, wo er in einer weniger guten Gegend gelebt hat. Eines nachts sind Einbrecher in sein Haus eingedrungen und haben ihm sein eigenes Brotmesser in den Bauch gestochen. Danach hatte er dieses Leben satt und hat erst einmal seinen Freund Neil in Phnom Penh besucht – sozusagen um Distanz zu gewinnen. Nach vier Wochen musste er wieder heim, hat aber schon einmal sein ganzes Gepaeck in Phnom Penh gelassen. Kurz darauf war er zurueck, hat eine Kambodschanerin geheiratet und ein Haus gekauft. Er lebt hier als freiberuflicher Buchhalter – seine Frau Srea ist Reiseleiterin. Das Londoner Wetter und das Brotmesser sind Vergangenheit. Wir fahren kreuz und quer durch die Stadt, holen Tafeln, Schilder, Topfpflanzen, Sonnenschirme und was auch sonst notwendig ist an den verschiedensten Orten ab. Bei dieser Gelegenheit komme ich zu Don Bosco und treffe Pater Leo. Es ist eine sehr herzliche Begegnung, auch wenn wir beide wenig Zeit haben. Die ganze LKW-Ladung muss ja noch ins Stadion und ist nur eine von vielen. Gleichzeitig wird im Hotel Goldiana, wo die fuenf Gastmannschaften absteigen werden, ein Buero eingerichtet. Hier koennen die Gaeste waehrend des gesamten Aufenthalts Auskuenfte bekommen. Auch Tuktuks oder Taxis koennen sie buchen. Ein Pendeldienst zum Stadion wird mit Bussen organisiert. Das alles in Phnom Penh ist bereits eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber als zusaetzlicher Kick kommt noch das Wasserfest hinzu, das mit der Ankunft der Mannschaften und der feierlichen Eroeffnung zusammenfaellt. In Phnom Penh ist es auf den Strassen nie wirklich langweilig. In den Rush Hours bricht regelmaessig alles zusammen und auch sonst ist das Verkehrsgeschehen mindestens anspruchvoll. Wenn jetzt zu dieser Situation noch einmal ebenso viele Besucher wie Einwohner einfallen, wird es unvorstellbar. Ich koennte mitten im Verkehr mein Fahrrad stehen lassen – es wuerde nicht umfallen, sondern langsam mit der Masse weiterrollen. Auch zu Fuss geht oft nichts mehr. Ein Bustransfer von wenigen Minuten wird dann ein abendfuellendes Programm. Es sei denn, man haette eine Polizeieskorte und auch das hat Chris geschafft. Als erstes Team kommt das deutsche an. Wir begruessen sie im “Goldiana” und “Papa”, ihr Trainer, faellt uns in seiner herzlichen Art um den Hals. Die grosse Maschine dieses Unternehmens laeuft jetzt an. Und es geht gut. Jeder ist auf seinem Platz, als in den kommenden Tagen die Mannschaften ankommen. Trainingsplaene stehen bereits, Begruessungspakete werden ausgegeben, Busse warten und die ersten Meetings der eingeflogenen Funktionaere, Aerzte und Trainer finden statt. Die Augen blicken von der langen Anreise noch etwas muede in die fremde Umgebung, aber das legt sich bald. Fuer die Euroaeer und die Kanadier kommt auch noch ein enormer Klimawechsel hinzu. Aber die Zeitplaene lassen keine Luecke offen und alle machen sofort voll mit. Im Hintergrund laeuft die Organisation noch auf vollen Touren. Sokunthea ist die Uebersetzerin und Medienbeauftragte. Sie haelt sich trotz der zweiten durchgemachten Nacht immer noch aufrecht im Rollstuhl und verliert ihre Freundlichkeit nur, wenn sie auf Inkompetenz und Unzuverlaessigkeit trifft. Auch kleine Personen koennen eine grosse Persoenlichkeit haben. Sie gehoert zweifellos dazu. Parallel zum Training findet im Stadion die Klassifizierung der Spieler durch ein internationales Aerzteteam statt. Das ist bei behinderten Sportlern eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, denn trotz der vielen individuellen Unterschiede muss zum Schluss ein vergleichbares Niveau hergestellt werden. Daher dauert dieser Prozess auch entsprechend lange und in einer sehr respektvollen Athmosphaere. Ueber den Koerper eines Menschen zu urteilen hat schliesslich auch einen hohen Anspruch an Wuerde und Anstand. Am 24. November 2007 ist die feierliche Eroeffnung des World Cups 2007. Der Schirmherr ist Ministerpraesident Samdech Hun Sen und er hat sein ranghoechstes Kabinettsmitglied, Exzellenz Sok An, geschickt. Sozialminister Ith Sam Heng ist ebenfalls anwesend. Er und sein Sohn haben immer wieder Unterstuetztung geliefert. Die Medien draengen sich und die Sache wird live uebertragen. Zuerst sprechen die 30 anwesenden Moenche ihren Segen und die vertretenen Ministern ueberreichen Geschenke. Nach den Ansprachen und den Begruessungsworten tanzen 60 Apsara-Taenzerinnen den klassischen Tanz der Khmer. Alle auslaendischen Gaeste stehen auf dem Spielfeld hinter den Schildern ihrer Nation. Kinder der Lavalla-School fuer behinderte Kinder halten diese Schilder und tragen die nationale Tracht. Ein Tenor singt die kambodschanische Nationalhymne. Nach dieser Feier folgt das erste Match Kambodscha – Indien. Die Inder zeigen sich sehr schwach und Kambodscha siegt schnell und hoch. Die offiziellen Besucher verlassen das Stadion und von nun an laeuft die Sache nach dem grossen Plan, der in den vielen Wochen zuvor erarbeitet wurde. Drei Spiele pro Tag – insgesamt sind es 22 - dazwischen Training und immer wieder ein spezielles Ereignis am Rande. Die Busse pendeln und nach dem Wochenende wird alles einfacher, weil das Wasserfest zu Ende ist. Ueber zwei Millionen Besucher verlassen die Stadt in einem regelrechten Exodus. Ausser den Volleyballmannschaften aus sechs Nationen, der Organisation und den fleissigen Haenden im Hintergrund gibt es noch viele andere Beteiligte, die eine wichtige Rolle spielen. Das sind zunaechst die Rennrollstuhl-Teams des CNVLD. Sie sind alle erschienen und saeumen das Spielfeld an allen Tagen. Frueh morgens bei Sonnenaufgang trainieren sie auf dem Gelaende vor dem Stadion und fuer den Tag der Finale ist ein kurzes Sprintrennen geplant. Sie stehen daher schon um vier Uhr auf, verbringen den Tag im Stadion und werden erst nach dem letzten Spiel in ihre Unterkunft gefahren. Da wundert es kaum, dass manchmal jemand einfach im Rolli einschlaeft. Ihre Anwesenheit gibt dem Volleyballteam solidarische Unterstuetzung und sie sehen in den neuen Rennern praechtig aus. Unterstuetzung bringen aber vor allem die Zuschauermassen – sie kommen in Scharen. Das Stadion ist auch reichlich gefuellt, wenn Kambodscha nicht spielt. Der Laermpegel ist unbeschreiblich. Sie bringen Trommeln mit und benutzen praktisch alles, um die Spieler anzufeuern. Manchmal ist die Schmerzgrenze erreicht und die Ohren pfeifen. Natuerlich ist das am wildesten, wenn “Ihre” Leute spielen, aber die Zuschauer sind fair. Jede gute Leistung wird belohnt – in erster Linie zaehlt guter Sport. Fuer die Spieler ist das ziemlich ungewohnt, denn Standing Volleyball gehoert in anderen Laendern nicht unbedingt zu den Ereignissen, die die Strassen leeren. Natuerlich macht es Spass vor Tausenden von tobenden Menschen zu spielen und die Begeisterung ist gross. Ein World Cup in Kambodscha ist eben etwas anderes und schafft besondere Stimmungen. Greg Steward aus Kanada ist 2.15 Meter gross. Er ist hier ein Naturereignis und als Spieler gefuerchtet. Trotzdem siegt Kambodscha ueber Kanada. Und als Greg dann im Spiel der Kambodschaner gegen die Slowakei in voller Groesse mit einer kambodschanischen Fahne in der Hand auf der VIP-Tribuene aufspringt, bekommt er den Beifall seines Lebens. Er hat mit dieser Geste alle Herzen im Sturm erobert und sein Auftritt wird vom TV-Sender CTN in die Welt geschickt. CTN ist ununterbrochen dabei und sendet mehrmals taeglich Mitschnitte. Ueberall in Phnom Penh werde ich ueber den Verlauf der Spiele angesprochen. Gerade im Hinblick auf Greg und die kambodschanischen Spieler mutet es seltsam an, von gleicher Augenhoehe zu sprechen, aber im uebertragenen Sinn funktioniert es. Der World Cup ist hervorragend organisiert, kleine Probleme werden umgehend geloest und die Beteiligung seitens der Regierung, der Medien und der Oeffentlichkeit ist einzigartig. Der Gedanke, dass hier ein armes Drittweltland auch einmal versucht mitzumischen, ist voellig abwegig. Auch das sportliche Niveau Kambodschas kann sich sehen lassen. Die Favoriten fuer Gold sind Deutschland, die Slowakei und Kambodscha. Alle drei Mannschaften spielen auf demselben Level und letztlich sieht das Endergebnis auch entsprechend aus. Deutschland bekommt Gold, die Slowakei Silber und Kambodscha Bronze. Die letzte Spiele gehen so knapp wie moeglich aus und werden alle nach fuenf Saetzen mit jeweils nur zwei Punkten gewonnen. Knapper geht es nicht. Polen erreicht Platz vier, Kanada fuenf und Indien ist das Schlusslicht. Den dritten Platz muessen die Kambodschaner gegen die Polen verteidigen, was ihnen auch gut gelingt. Zum Endspiel Deutschland – Slowakei bleibt das Stadion gefuellt und es gibt noch einmal einen unglaublichen Laermpegel. Bis zum Schluss harren alle aus und immer mehr Khmer ueben den deutschen Schlachtruf. Auch deutsche Fahnen sind begehrt – der Botschafter haette viel mehr davon mitbringen duerfen. Hier zeigt sich schon die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem kambodschanischen Team und den Sieg der Deutschen feiern beide Mannschaften gemeinsam. Papa wird von den Kambodschanern in die Hoehe gehoben, wie sie das mit ihrem Christian auch gemacht hatten. Dazu passt es auch, dass Christian der Schueler von Papa ist. Ja, und dann ziehen sie nach der Uebergabe der Medaillen und der Pokale fuer besondere Leistungen gemeinsam in den Garten der deutschen Botschaft und feiern bis vier Uhr morgens. Die kambodschanischen Spieler freuen sich ueber ihre Medaille, die Regierung ueber die guten Nachrichten aus ihrem Land, Chris ueber den Erfolg seines Teams, die Gaeste ueber einen aussergewoehnlichen World Cup, die Medien ueber eine interessante Berichterstattung und die Zuschauer ueber eine Woche mit spannenden Spielen. Ich freue mich ueber meine Fotos aber mehr noch ueber die vielen kleinen Begegnungen, die zusammen etwas sehr grosses darstellen. Aber das alles waere eine neue Geschichte.
December 07 Der 4. WOVD Standing Volleyball World Cup in Phnom Penh, Kambodscha vom 24.11. 2007 bis 01.12.2007"I survived in Cambodia" - die letzten 2-3 Wochen war ich für Freunde und Familie von der Bildfläche verschwunden. Hier bin ich wieder mit einem ausführlichen World Cup Bericht:
Die Vorbereitungen liefen seit ca. 6 Monaten, seit 2 Monaten auf Hochtouren, die letzten 2 Wochen vor Beginn waren 100% dem Geschehen gewidmet und die letzten 2 Tage vor der Eröffnungsveranstaltung waren Ausnahmezustand. Ich wusste bis dato nicht, dass man ohne viel Schlaf, ohne wirklich zu Essen, nur mit Kaffee so extrem viel Arbeiten kann. Jeder von uns hatte einen 15 – 20 Stunden Tag, in der Regel nur mit einer 45min Mittagspause. Der permanente Arbeitsstoff ließ das Adrenalin auf gleichem Level bleiben, wenn die Energie nachließ, half der starke schwarze Khmer-Kaffee und zur Not eine Behandlung bei unserem Team-Chiropraktiker. Es war eine gigantische Veranstaltung!
Das CNVLD Team bestand aus unseren 4 Khmer Mitarbeiterinnen: Sokounthea – zuständig für die Medien und die Kommentation während der World Cup Spiele. Seyhan – zuständig für die Rennrollstuhlfahrer und Assistentin der Internationalen Schiedsrichter am Schiedsrichterpult. Socheat – zuständig für die Kambodschanische Nationalmannschaft. Pheary – zuständig für die Logistik und den Transport der Mannschaften und Offiziellen.
Des Weiteren gehörten zum Team: Chris Minko – der Direktor des Welt Cups Neil – zuständig für die Logistik, den Aufbau, die Koordination und die Kommentation während der World Cup Spiele. Julie – zuständig für die Finanzen. Michael – ist der Haus-und-Hof-Fotograf von CNVLD. Christian – der National Trainer Aaron - CNVLD Chiropraktiker Romy – zuständig für die WOVD und lokalen Schiedsrichter und den Ablauf der Welt Cup Spiele Sowie rund 20 nationale und internationale ehrenamtliche Helfer.
Vorbereitung
Am Donnerstag, den 22.11.2007, bezogen wir das Olympia Stadion in Phnom Penh. Ich bot Chris meine Hilfe an, denn ich hatte soweit meine Arbeit erledigt und nichts Wichtiges für Donnerstag zu geplant. Was für ein Fehler J. Ab da an kam ich nicht mehr aus dem Stadion raus! Viele Kleinigkeiten mussten noch erledigt werden. Der Schiedsrichterstuhl wurde neu gestrichen, die Flure und Umkleiden noch mal neu getüncht. 1000 kleine Jobs. Und „by accident“, durch Zufall, lief ich den WOVD (World Organisation Volleyball for Disabled) Schiedsrichtern über den Weg, die auf der Suche nach einem CNVLD Mitarbeiter waren. Ab da an hatte ich meine Aufgabe für die kommenden 10 Tage. Das Stadion war gut ausgestattet, aber auf dem Spielfeld mussten noch viele kleine Dinge erledigt werden. Drei A4 Seiten mussten innerhalb von 4 Stunden abgearbeitet werden, Lösungen ausgedacht und kleinere Erfindungen gemacht werden. Die Netzstangen auf dem Feld mussten gepolstert werden, die Linien im Stadion neu abgeklebt, die Lampen an der Decke repariert, die elektronische Anzeigentafel in Gang gesetzt und unter anderem 24 Ehrenamtliche Helfer organisiert werden. Das Equipment ließ noch etwas zu wünschen übrig. Wir hatten keinen Buzzer für die Trainer, um den Schiedsrichtern Auszeiten und Wechsel anzuzeigen. Für die ersten Tage habe ich die Klingeln der Fahrräder in meinem Haus abgeschraubt. Später wollten wir eine elektronische Hausklingel benutzen, aber aus welchen Gründen auch immer funktionierte sie nur in bestimmten Ecken des Stadions. Somit mussten die Trainer die altbewährten Handzeichen benutzen. Als Anzeigenschilder für die Auswechselspieler hielten Tischtennisschläger her, bedruckt mit den Ziffern. Und Abtropfbehälter aus der Haushaltwaren Abteilung im Supermarkt wurden zurechtgeschnitten und umfunktioniert, um die Tischtennisschläger einzusortieren. Die größte Herausforderung für mich, während des gesamten World Cups war, Ehrenamtliche zu finden. Von Anfang bis Ende war mein Anliegen Kambodschaner auf dem Spielfeld zu haben, denn die Spiele waren „Live on Air“. Ich wollte keine „Western Kids“ als Balljungen, Linienrichter und Wischmobber haben, denn es war schließlich ein kambodschanisches Event. Über die kommenden 8 World Cup Tage kostete mich diese Aufgabe viele graue Haare, Herzrasen und stressige Momente. Für die Eröffnungsspiele hatte ich CNVLD Volleyballspieler verpflichten können. Obwohl Kambodscha erfolgreich gespielt hatte, waren sie nicht willig am nächsten Tag wiederzukommen. Nicht, wenn wir ihnen nicht 5$ pro Tag zahlen würden, zu den Kosten die wir sowieso schon übernahmen. Nach immerhin schon 17 Stunden Arbeit an dem Tag, Organisiererei und Rumgerenne war das zuviel für mich. Ich schickte sie heim. Ich war frustriert und fertig mit den Nerven. An diesem Abend, es war immerhin schon 22.00 Uhr, musste ich 12 neue Balljungen etc. organisieren. 23.30 Uhr hatte ich sie halb sicher an Board. Ich weiß noch, dass ich an dem Abend in den Wein-Club der WOVD Schiedsrichter aufgenommen wurde, nachdem ich mich endlich hinsetzen konnte und Mitternacht das erste Essen zu mir nahm. Das war der Eröffnungstag und genauso liefen die folgenden Tage ab.
Eröffnung und Welt Cup Beginn
Die Eröffnungsfeier war ein Erfolg. Alle CNVLD Rennrollstuhlfahrer und Volleyball Athleten waren da. Die La Valla Kids standen in der ersten Reihe und repräsentierten die Flaggen und Länderschilder für die Internationalen Offiziellen, Schiedsrichter und Teams. Der World Cup wurde durch buddhistische Mönche gesegnet. Die Minister waren anwesend, die Botschafter wurden eingeladen.
Deutschland, Indien, Kanada, Polen, Slowakei und Kambodscha nahmen an dem 4. WOVD Standing Volleyball World Cup teil. Das Eröffnungsspiel wurde zwischen Kambodscha und Indien bestritten und damit hatten die Kambodschaner einen sehr guten Start. Sie gewannen überlegen 3:0. Täglich waren Spiele um 10.00 Uhr, 16.00 Uhr und 18.00 Uhr. Die ersten 5 Tage waren die Vorrundenspiele bei denen jeder gegen jeden spielte. Kambodscha gewann gegen Indien, verlor gegen die Slowakei und Deutschland, gewann danach gegen Polen und im letzten Vorrundenspiel gegen Kanada. Team Kanada war der amtierende Weltmeister. Somit war es ein Riesenerfolg für das Kambodschanische Team, Kanada zu bezwingen.
Deutschland und die Slowakei waren die Favoriten, Kambodscha wurde als Dritter schon geahndet. Aber in den Playoffs war immer noch alles drin. Leider verlor das Kambodschanische Team knapp im 5. Satz gegen die Slowakei und somit war der Traum vom Finale ausgeträumt … die Kambodschaner hatten sich hochgespielt, sind während des Wettkampfes immer besser geworden und waren umso enttäuschter, dass es dann doch nicht reichte. Aber ich muss sagen, alle Achtung, am nächsten Tag standen sie motiviert auf dem Platz und haben um Platz 3 gegen Polen gekämpft und überlegen gewonnen.
Der Finaltag war ein voller Erfolg. Kambodscha belegte Platz 3 und Deutschland erkämpfte sich in einem 5-Satz-Match den Sieg, nachdem die Slowakei mit nur noch 3 Punkten dem Sieg nahe war. Deutschland ist Weltmeister im Standing Volleyball. Und im Anschluss an die Zeremonie gab es einen Empfang in der Deutschen Botschaft und danach feierten die Deutschen und die Kambodschaner zusammen bis in die frühen Morgenstunden. Es war ein gigantisches Fest gewesen!
Welt Cup Verlauf
Die Spiele wurden im Verlauf des Welt Cups immer besser, die Organisation von unserer Seite im Stadion sowie der Transport der Spieler und Offiziellen taktete sich ein und somit lief es von Tag zu Tag besser. Der Tag der Eröffnungsfeier und der Sonntag darauf waren komplizierter, denn es fiel zusammen mit dem Wasser Festival in Phnom Penh. Über diese Tage war Ausnahmezustand in Phnom Penh, 100 000te strömten in die Stadt. Es war schwierig für uns Equipment, Leute und Fernsehen für den Welt Cup zu bekommen. Alles und jeder war an der Riverside beim Wasser Festival. Ab Montag war es dann auch leichter hier und da den einen oder anderen Ehrenamtlichen zu finden. Obwohl das über die ganze Zeit hinweg ein schwieriges Unterfangen war und ich zweimal sitzen gelassen wurde und immer wieder neue Leute als Balljungen und Wischmobber angelernt habe … klingt nicht dramatisch, aber zu einem Welt Cup sollten auch die kleinen Jobs mit gewisser Präzision gemacht werden – man präsentiert sich - vor dem Publikum, CNVLD vor dem Weltverband und der WOVD weltweit. Also ich hatte schon den Anspruch von Perfektion, wer mich kennt, kann sich das sicherlich auch vorstellen. Deshalb war es immer wieder ein Keulenschlag, wenn ich zu hören bekam, dass meine Balljungen und Wischmobber am nächsten Tag nicht wiederkommen wollten. Grundsätzlich ging es ums Geld. Ich hab immer wieder versucht, Geduld und Verständnis zu üben, aber bei dem Arbeitspensum und dem Schlafmangel war das manchmal nicht möglich und die Enttäuschung über das Verhalten der Kambodschaner groß. In den Momenten hab ich mich gefragt, wofür, für wen und warum wir den Welt Cup eigentlich ausrichteten. Aber das waren Momente der Erschöpfung. Sobald man die Sportler gesehen hat und die ersten Zuschauer kamen, war das Adrenalin wieder da und es ging weiter.
Bei den zwei Kambodscha-Spielen, als das Team verlor, machte ich eine neue Erfahrung. Das Publikum verließ mit dem Abpfiff des 2. Satzes das Stadion! Heee, das Spiel war noch gar nicht vorbei … dann begriff ich, dass in Kambodscha auf den Volleyballfeldern nur 2 Sätze gespielt werden. Nach den alten Regeln von vor 8 Jahren. Auch verließen die Kambodschaner sofort die Ränge sobald sie der Meinung waren, dass das Kambodschanische Nationalteam verliere.
Auf der anderen Seite haben wir über die 8 Spieltage eine gigantische Stimmung im Stadion aufbauen können. Die Spiele wurden zum Teil live übertragen und gegen Ende hin kamen mehr und mehr Leute, die Spiele wurden besser und das Publikum heizte mehr ein. Irgendwann hielt es Chris nicht mehr auf den Rängen und er verteilte die kleinen Fähnchen, auch wenn sie vom Ministerium verboten waren, weil sie falsch bedruckt waren. Er teilte sie aus und das Publikum puschte das Kambodschanische Team im Spiel gegen Kanada zum Sieg. Es war eine gigantische Atmosphäre – tanzende, aufspringende und kröllende Khmers zu sehen. Die Akustik im Stadion war gigantisch. Zu den Highlight Spielen kamen an die 2000 Zuschauer und das Spiel um Platz 3, in dem Kambodscha gegen Polen kämpfte und gewann, war eine gigantische Party.
Am Finaltag mit dem gigantischen Ergebnis: Kambodscha Platz 3 und Deutschland Platz 1 lud der Botschafter nach den Spielen in die Residenz zum Dinner ein. Es war eine tolle Atmosphäre und nachdem sich alle den Bauch mit Kartoffelsalat und Bratwürsten vollgeschlagen hatten, gingen wir gemeinsam tanzen. Es war richtig schön zu sehen, wie die kambodschanischen Spieler mit den Deutschen feierten.
Rennrollstuhlfahrer
Meine 35 Rennrollstuhlfahrer waren seit Freitag vor dem Welt Cup Beginn in Phnom Penh. Die gesamte Woche über trainierten wir jeden Morgen um 5.00 Uhr im Olympia Stadion. Ich muss sagen, das war hart für mich (die Uhrzeit) … aber mein Job. Die Rollifahrer mussten sich an ihre neuen Rennrollstühle gewöhnen. Und wir trainierten die 100m Sprints. Trotzdem kamen sie ein wenig zu kurz. Denn direkt nach dem Training hab ich meine Kleider gewechselt und musste im Stadion auf dem Spielfeld arbeiten, für die Spiele alles vorbereiten und während dessen die 1000 Kleinigkeiten erledigen, die die WOVD Schiedsrichter zu beanstanden hatten. Die Rollifahrer blieben in der Regel für die Volleyballspiele und sorgten auch für aufheizende Stimmung.
Am Samstag, vor dem Finale, hatten die Rennrollstuhlfahrer ihren Auftritt. Wir hatten ein 100m Exhibition Race organisiert. Die neuen Rennrollstuhlsportlerinnen aus Battambang haben überraschend das Feld aufgemischt und vorallem auch die männlichen Sportler imponiert. Zu dem straffen Pensum, welches wir am Finaltag hatten, kam noch hinzu, dass einer der Rollisportler sich verletzte. Er war ohnmächtig geworden und aus dem Stuhl gekippt und hatte sich ernsthaft am Auge verletzt. Ich war gerade im World Cup - Hotel angekommen, wollte Frühstück-und-Mittag-Essen, als mich Neil anrief. Mir blieb der Bissen im Hals stecken, das Essen war wieder mal vergessen und fiel somit aus. Ich musste ins Stadion. Die Ambulance und unser CNVLD Arzt Aaron waren schon unterwegs. Aaron war ab da an den ganzen Tag beschäftigt Sophal, den Sportler, zu versorgen. Am Abend fuhren wir ihn wieder ins Krankenhaus, denn er sah so abwesend aus, er blieb zur Überwachung im Krankenhaus. Ich habe ihn am Sonntagmittag abgeholt und tatsächlich nach 3 Stunden mitnehmen können. Er war in Ordnung, „nur“ dehydriert und für mehr als 36 Stunden wohl ohne Nahrung gewesen. Die eigentlich simple Ursache war ganz schön kostspielig. Der Krankentransport kam 10$, das CT 70$, die Aufnahme im Krankenhaus 7.50$ und das Bett für eine Nacht 16.75$. Das kann ein Khmer sich ja gar nicht leisten! Kein Wunder, dass sie nicht ins Krankenhaus gehen, wenn sie krank sind!
Die 10 Tage World Cup waren abwechslungsreich, gigantisch und wirklich ein Erfolg – ich möchte die Erfahrung nicht missen! Auch wenn ich noch ein Weilchen brauche um mich zu regenerieren. J
Ich hoffe, die Bilder können die Atmosphäre etwas widerspiegeln. Die Bilder sind von Michael Huber (GER), Lars Dueerkop (GER), Doris Boettcher (GER) und Aaron Root (USA). November 06 Sieng Sokchan – Eine beeindruckende Persönlichkeit
Sieng Sokchan ist 25 Jahre, sie lebt zusammen mit ihrem 4jährigen Sohn in Boengchhoul Village, Samoulsey Commune, Terrumket District in der Battambang Provinz – und sie ist die erste CNVLD Rennrollstuhl Trainerin.
Seit ihrem 14. Lebensjahr ist sie querschnittgelähmt. Zum Khmer Neujahrsfest zündete ein Feuerwerkskörper fehl und traf ihr Rückenmark. Im Krankenhaus befahl ihr Vater dem Personal sie umzubringen, aber ihre Mutter warf sich ihm vor und sagte, wenn er die Tochter umbringen wolle, dann nur über ihre Leiche. In dem Moment konnte ihre Mutter sie retten, leider verstarb diese ein halbes Jahr später an Herzversagen und der Vater verstieß Sokchan. Sie wurde als Halbwaise mit einer Querschnittlähmung nach einem Monat Krankenhausaufenthalt im Paraplegiker Zentrum in Battambang für 6 Monate aufgenommen. Das war 1996. Der Vater hatte sie verstoßen und die ganze Familie schaute auf sie herab. Dieses Gefühl hat sich in ihrem Kopf und in ihrem Herzen eingebrannt. Im Paraplegiker Zentrum bot man ihr die Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Das war ihre Motivation um am Leben zu bleiben und sie begann zu kämpfen. Später bekam sie die Möglichkeit in weiteren Organisationen in Battambang aber auch in Phnom Penh eine Lehre zur Schneiderin zu machen. Im Jahr 2000 schloss sie ihre Lehre in Phnom Penh bei der Organisation JICA (Japan International Cooperation Agency) ab. Sokchan ging zurück nach Battambang und arbeitete und lebte wieder im Paraplegiker Zentrum. 2002 heiratete sie einen Minibus-Fahrer. An ihrer Hochzeit nahm auch ihre Familie teil, ein sporadischer Kontakt besteht nach wie vor. Als ihr Sohn ein Jahr alt war, im Jahr 2004, hat sie bei der lokalen Organisation Digital Divide Data (DDD) Computer- und Englischunterricht genommen. Sie kam in ihrem Rollstuhl zu den Kursen und ihr Sohn war immer mit dabei. Die Leute um sie herum waren überrascht, dass sie einen Sohn hat, obwohl sie doch eine so schwere Behinderung habe und vor allem, dass sie einen Mann hatte. Von dem sie allerdings mittlerweile geschieden ist. Wieder einmal kam das meiste Unverständnis von ihrer Familie. Das Verhalten ihres Vaters ist für Sokchan nicht nachvollziehbar, da er selbst eine Behinderung hat – er ist an Polio erkrankt. Warum schaut er auf sie herab? Diese Frage beschäftigt sie am meisten.
Seit September 2007 gehört sie nun zur CNVLD Rennrollstuhl Familie. Sie ist die Trainerin des Battambang Teams. 4 Mal die Woche kommt sie zum Training zum ICRC Center. Ihren Alltag managed sie mit Bravour. 6 Uhr verlässt sie zusammen mit ihrem Sohn in ihrem Handbike ihr Haus, gegen 7 Uhr kommt sie am ICRC Center an und frühstückt. Dann bereitet sie die Rennrollstühle für das Team vor und wartet auf die Sportlerinnen. Die meisten kennen sich aus dem Paraplegiker Zentrum, sie sind Freundinnen seit langer Zeit. Gegen 7.30 Uhr beginnt das Team mit dem Training. Sie beginnen mit Dehn- und Kraftübungen und trainieren anschließend auf der Straße die durch Battambang und weitere 4 Dörfer führt bis sie wieder zum ICRC Center zurückkommen. 7km sind es am Stück. Zurück im ICRC Center trainieren sie die Kurzdistanzen und beenden das Training mit einem ausgedehnten Dehnprogramm. Der Trainingsplan ist ausgerichtet auf Kurzdistanzen. Auf die Frage, warum sie die 7km durch Battambang trainiert, antwortet Sokchan: „Ich möchte, dass mein Team ausdauernder und kräftiger wird um Chancen beim nächsten ANZR – CNLD Wettkampf in Phnom Penh zu haben. Außerdem bin ich stolz darauf, im Rennrollstuhl trainieren zu können und möchte dies der Öffentlichkeit zeigen.“ Nach dem 2 ½ stündigen Training fährt Sokchan mit ihrem Sohn nach hause und kocht das Mittagessen für ihre kleine Familie. Am Nachmittag arbeitet sie als Schneiderin. Auf die Frage, warum sie zum CNVLD Rennrollstuhlsport gekommen ist, antwortet sie: Ich weiß aus Erfahrung, dass Bewegung gut für mich, meinen Körper und meine Gesundheit ist. Ich habe früher im Paraplegiker Zentrum Basketball gespielt. Jetzt möchte ich wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Und in meinem Rennrollstuhl kann ich den Leuten in meiner Stadt zeigen, was ich trotz Behinderung leisten kann. Und dann habe ich nicht mehr das Gefühl, dass man auf mich herab schaut. Denn die Leute, an deren Häusern wir vorbeifahren sind beeindruckt von uns und fragen, ob sie uns helfen oder unterstützen können. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Ich fühle mich dadurch akzeptiert.“ Denn, so sagt Sokchan, früher war sie oft allein, sie hatte kaum Freunde, aber durch den Sport fand sie Anschluss zu anderen Frauen mit Behinderungen. Sie trainiert seit knapp einem Monat wieder und in dieser kurzen Zeit konnte sie feststellen, dass es ihr gut tut. Sie hat einen größeren Appetit, schläft besser und fühlt sich körperlich gesünder und gut. Das spiegelt sich in ihrer Selbstdarstellung dar. Sie wirkt selbstbewusst und hat ein strahlendes Lächeln im Gesicht. Im Paraplegiker Zentrum hat man vor Jahren mit dem Sportprogramm aufgehört, deshalb sind die Frauen des Battambang Teams froh über das CNVLD Rennrollstuhlsport Angebot. Mit der Hilfe der ICRC Mitarbeiter und einem harten Training hat Sokchan sich zum Ziel gesetzt, körperlich fit und schneller zu werden, um bei den nächsten ANZR – CNVLD Wettkämpfen um die ersten Plätze kämpfen zu können. Sie freut sich darüber, die Möglichkeit zu haben, wieder Sport zu treiben und gemeinsam mit Gleichgesinden zu konkurrieren. Ganz wichtig für sie ist, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren, um zu zeigen, was sie kann! Sie fühlt sich geehrt, die Trainerin des Teams zu sein und möchte es zum schnellsten CNVLD Frauenteam machen.
October 19 Das war der September
Dirk war hier. 4 Wochen. Und ist am 08. Oktober wieder zurück. Er rief mich heute aus Freiburg an und sagte „Romy, es ist so schön hier – man kann sich warm anziehen, mit dem Rad am Fluss entlang fahren im Morgentau, das Herbstwetter genießen und die eigene Wohnung!“ Ja und ich habe heute ner Freundin geschrieben, dass ich es mir auch gerade schön vorstellen könnte, in einem Café zu sitzen, zu schnattern, draußen das Herbstwetter zu beobachten, die kühle Luft, … - ja das sind so Sehnsüchte die man hat. Wie sieht der Herbst gleich noch mal aus? Den 3. Herbst und Winter bin ich nun schon hier … klar vermisst man immer das, was man gerade nicht haben kann … aber man lernt es auch zu schätzen. Dirk war 4 Wochen hier. Ich denke, er kennt Phnom Penh ganz gut nun. Die ersten zwei Wochen hat er die Zeit genutzt zum lesen, rumtrödeln und entspannen. Ich war arbeiten. Zum Mittag haben wir uns beim Khmer getroffen. Aber auch aufm Markt waren wir viel – und dann gab es frisches Fleisch vom Markt J - Dirk wollte alles probieren, da es ja mehr als erschwinglich war. Also haben wir hervorragende Spaghetti Bolognese gekocht und ganz nach deutscher Manier noch 3 Gläser eingekocht – nicht für schlechte Zeiten, aber für Heimatgefühl-Zeiten J. Auch haben wir leckere Meerestiere und Fisch gegrillt und uns einen Hot-Pot gebastelt – über den kambodschanischen Grill eine Wokschale gelegt, da war ne Brühe drin und wir haben Fleisch, Gemüse und Nudeln zum garen reingelegt – hmmm, sehr lecker, sehr empfehlenswert und mit ein bisschen Fantasie auch nachbaubar J. Die 3. Woche waren wir in Battambang, im Nordwesten Kambodschas. Ich bin mit Seyhan, meiner Kollegin im Truck voller Rennrollstühle die 6 Stunden hochgefahren. Dirk ist parallel im Bus gesessen. Ich habe ein neues Team aufgebaut. Ein reines Frauenteam mit ganz jungen Mädels. Das sind wirklich Nette und ich hoffe, dass sie nächste Woche alle wieder kommen; es waren jetzt 2 Wochen Feiertage. Es war schön in Battambang – schön war aus Phnom Penh raus zu sein, aus der Hektik der Stadt. Schon die Mopeds fahren langsamer in Battambang. Aber sonst hat Battambang an sich nicht viel zu bieten. Eine herunterkommende Riverfront mit alten Kolonialhäusern, ein paar riesige Skulpturen an den „Stadttoren“. In der Umgebung gibt es einige Tempel, aber ich bin nicht raus gekommen. Ich habe vormittags und nachmittags gearbeitet, mittags waren wir zum Kaffee aufm Markt, dann noch was Essen abends und dann fielen wir auch schon ins Bett. Das Arbeiten im ICRC Rehazentrum und mit den Mädels auf der Straße, so ohne Aircondition ist ganz schön Energieraubend. Nach 7 Tagen Gästehaus haben wir uns auf meine Wohnung in Phnom Penh wieder gefreut, denn wenn man nicht in einem teuren Hotel wohnt, ist doch alles sehr basic und schmutzig nach ner Weile ... Zurück in Phnom Penh hatte auch Dirk die Töpfchen satt – sprich das einfachste Khmeressen J. Ja so kann es einem schon mal gehen nach ner Weile J. Die letzte Woche, die er hier war, wollten wir eigentlich noch Richtung Meer runter, aber wir hatten einfach keinen Bock mehr auf ein Gästehaus und blieben hier in Phnom Penh. Wir lebten in den Tag, gingen auf alle möglichen Märkte, waren shoppen und kleideten Dirk für den Empfang der deutschen Botschaft am 3. Oktober ein. Es ist möglich sich für 10 US$ Abendfein zu machen. Wir hätten es nicht gedacht. Aber auf dem Russenmarkt gibt es Anzughosen und Hemd für 10$, Schuhe haben wir bei „Beautiful Shoes“ geliehen (wo Dirk im gleichen Atemzug noch die Bestellung für 2-3 Paar Lederschuhe aufgab), die Hose war für 0.75 US cent umgenäht und mit ner schicken Uhr am Handgelenk war der Mann dann gut gekleidet für den Empfang. Ich hab ein Seidenkleid aus dem Laden einer Freundin getragen; sie war nicht da, wir konnten keines abnähen lassen, also hab ich es mir auch nur geliehen … und werde mein eigenes demnächst mal bestellen J. Ich hatte die unbequemen „Beautiful Shoes“- Schuhe von Chris’ Hochzeit von letztem Jahr an. Urg. Die sind nur für zwei Stunden Tragen gemacht – urg. So sind wir mit dem – geliehenen – Moped ins 5-Sterne-Hotel „Le Royal“ gefahren. Am Empfang gab man seine offizielle Einladung ab, begrüßte im Anschluss den Botschafter und Botschaftsangehörige, die aufgereiht am Eingang standen. Der neue Botschafter eröffnete den Abend mit einer Rede – es war eine etwas traurige Vorstellung, aber es ist ja vielleicht nicht jedermanns Sache. Egal, das war schnell vergessen, man ging zum Buffet und es gab Spätzle, Bratkartoffeln, eine Art Nürnberger Würstchen – ein Nürnberger sollte sie nicht probieren, sind keine Originale, nur kopiert J - und Rote Grütze mit Vanillesauce gab es u. a. als Nachspeise. Man suchte sich ein Plätzchen, hielt hier und da einen Schwatz, begrüßte ein paar Offizielle und hörte nicht auf die schmerzenden Füße – es war eine Stehparty … und es gab, wie jedes Jahr, keine Messer – sondern nach Khmerart Löffel und Gabel J.
Dirk hat nun, denke ich mal, einen Eindruck vom Expat-Leben hier in Kambodscha bekommen … und er hat festgestellt, dass der Lärm wirklich krank machen kann, der permanente Geräuschpegel, das Gehupe, das Gekreische des Nachbars Kind – im Winter wird wohl doch nix aus der Mopedtour durch Kambodscha. Dirk meinte, er will zum Meer J und Ruhe J. Ja, dann bin ich wahrscheinlich auch reif dafür.
Es hat sich ergeben, dass Seyhan alleine mit den Rennrollifahrern nach Bangkok zu den ASEAN Paragames gehen wird. Das ist auch gut so. Es wird eine gigantische Erfahrung für sie sein. Kon Kang wird der Head Coach sein. Darauf bin ich stolz. Dann kann man ihnen nur noch wünschen, dass sie gut abschneiden. Ich werde versuchen, sie mit einem Trainingsplan darauf vorzubereiten. Aber sie müssen dem auch folgen! Dafür werde ich nächste Woche von Team zu Team gehen und eine Motivationseinheit mit ihnen machen. Sie müssen selber trainieren wollen, sonst ist all meine Müh für die Katz, wenn sie dann eh machen was sie wollen – weil sie es besser wissen.
Das nächste große Event ist der Rennrollstuhlwettkampf parallel zur Volleyball Weltmeisterschaft hier in Phnom Penh – am 24. November 2007. Da liegen noch 6 Wochen Vorbereitungszeit vor mir, dazu noch das Training der Teams und der Unterricht in La Valla. Und ich bin gespannt auf die Weltmeisterschaft. Es wird bestimmt großartig werden. Mit rechts drück ich den Deutschen die Daumen, mit Links den Kambodschanern – da sitz ich etwas in der Predulie. J Mal schauen, ich werde berichten. Oder schaut auf: www.volleyballworldcup.org
October 03 Das 2. Rennen des ANZR CNVLD WHEELIE GRANDPRIX’s
Am Freitagmittag (28.09.2007) kamen ein Truck übervoll mit Rennrollstühlen und ein Reisebus mit 29 Sportlern, Helfern, Freunden und CNVLD Mitarbeitern |