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18 September Nach 2 Jahren das 1. Meeting mit dem Kambodschanischen Paralympischen Komitee
Vergangenen Freitag bekam ich die Ehre den Vorsitzenden des Kambodschanischen Paralympischen Komitees – Yi Veasna zu treffen. Nun kann ich in meinem Bericht an den DOSB unter der Rubrik „Zusammenarbeit mit dem hiesigen NOK/ NPK“ ein eindeutiges „ja – vorhanden!“ vermerken. Bis jetzt war die Zusammenarbeit nicht möglich gewesen, ich schau grad noch mal nach, wie ich das begründet hatte (im Auftrag von Chris) … „In Kambodscha gibt es das Nationale Olympische Komitee, dessen Präsident Prinz Rannaridh ist, sowie das Nationale Paralympische Komitee, dessen Präsident Premierminister Hun Sen ist. 2006 wurde von der kambodschanischen Regierung das Nationale Olympische Komitee personell umstrukturiert was auf innerpolitische Differenzen zurückzuführen ist. Auch war in der Presse zu vernehmen, dass eine Reform des NOK sowie des Fußballverbandes in Arbeit ist. Nach wie vor besteht allerdings keine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Des Weiteren besteht kein direkter Kontakt zum NOK oder NPK in Kambodscha, obwohl die Arbeit von CNVLD offiziell anerkannt und im nationalen Behindertensport beinhaltet ist. Die Zusammenarbeit erfolgt mit dem „Ministry of Social Affairs, Veterans and Youth Rehabilitations“.“
Nun ja, nun besteht der Kontakt, denn die politische Ebene hat sich etwas aufeinander zu bewegt. Hun Sen ist der Präsident des NPK und der Chairman von CNVLD und nächstes Jahr sind die Wahlen im Land und logischer Weise mag Hun Sen dann wohl verstärkt seine Front hinter sich wissen. Auf alle Fälle kommen somit die CNVLD Rennrollstuhlsportler nach Bangkok zu den ASEAN Para Games im Januar 2008. Wenn CNVLD es finanzieren kann, dann werden 4 Männer und 4 Frauen nach Bangkok fliegen, Seyhan und ich. Oh und natürlich Vertreter des Paralympischen Komitees – u.a. Yi Veasna, der Präsident, der selbst Polioerkrankt ist und im (kambodschanischen) E-Rolli sitzt. (Das ist ein Stuhl, oi den muss ich heimlich mal fotografieren!)
Es ist schon sehr interessant auf dieser Ebene zu arbeiten. Es klingt aber hochtrabender als es ist, kommt mir jedenfalls so vor. Wir hatten unser Treffen unter freiem Himmel, neben der Hauptstraße, weil sie gerade den Fahrstuhl reparierten und Herr Veasna nicht ins Haus konnte. Wir sprachen nur kurz über die ASEAN Para Games. Wichtig ist die Registrierung der Athleten sofort nach dem nächsten Rennen in Battambang am 29. September 2007. Ich muss mir nun überlegen für welche Distanzen ich die Männer und Frauen anmelde und vor allem ob wir wirklich 8 Sportler schicken – denn die werden in den kambodschanischen Stühlen wohl kaum eine Chance haben. Die Klassifizierungen muss ich mir noch mal anschauen, dann die Sportler – was haben sie denn nun eigentlich für eine Behinderung, sie wissen es oft ja nicht – außer es ist offensichtlich wenn die Beine fehlen (sorry!). J Ich werde wohl ehrenamtlich das ganze machen – außer der DOSB mag meinen Vertrag verlängern oder … noch besser, es findet sich ein Sponsor!!! Ansonsten seh ich die 500-600$ als meinen Beitrag zur Entwicklungshilfe. Na und außerdem wird es wohl eine gigantische Erfahrung werden. Man bekommt nicht alle Tage die Chance „Head of Mission“ bei den kleinen Paralympischen Spielen zu sein! Da sollte man die deutsche Knausrigkeit hinten anstellen!!! J 05 September Berit war zu BesuchAch, es war schön Besuch zu haben. Wir haben es uns kulinarisch sehr gut gehen lassen – waren beim Libanesen, beim Inder, haben die Khmer Küche in allen Preisklassen getestet und hatten auch einen netten Grillabend bei mir daheim auf der Terrasse.
Berit hat neben den Touristenattraktionen und dem was Phnom Penh zu bieten hat, denke ich, noch einen ganz netten Eindruck vom Land und dem Leben hier mitbekommen. Wir waren zusammen in La Valla (der Schule). Auf dem Rückweg haben wir an einer Pagoda angehalten und wurden von einem Schwung junger, überaus motivierter Khmers angehalten, ihnen Tipps in Methodik/ Didaktik des Lehrens zu geben und sie wollten unbedingt Englisch sprechen und fanden es toll, dass zwei Ausländerinnen durch ihre Pagoda schlenderten. Sie riefen uns irgendetwas zu wie „do you want to have lunch with us?“, Berit verstand „do you want to have fun with us” und wir ignorierten sie … aber sie ließen ihr lunch stehen und belagerten uns J. Es war sehr nett und schön zu sehen, wie die Jungs, alle samt Anfang 20, wissbegierig waren. Nach dem Ausflug sind wir zurück nach Phnom Penh, haben in meinem Alltagskhmerrestaurent gegessen und waren echt kaputt. Das arbeiten am Vormittag im Pool in La Valla unter glühender Sonne, dann das rumfahren mit dem Moped … es hat so geschlaucht … obwohl man doch meinte, man hätte gar nicht so viel gemacht. Aber ich war beruhigt, dass es Berit auch so ging. J
Berit war 1 ½ Tage in Takeo, in der Provinz, und hat sich das Krankenhaus und die Augenklinik angeschaut, wo Manfred, mein Mitbewohner, als Augenarzt arbeitet.
Wir waren natürlich auf allen Märkten. Haben früh morgens Fisch gekauft, sind durch die „Frischfleisch“-Abteilung auf dem kambodschanischen „Bauernmarkt“ bei mir im Viertel. Oi die Fische und Frösche flutschen da über den Boden. Die Frösche kopflos, oi man, da kann es einem auf nüchternen Magen so kurz nach’m Aufstehen schon etwas flau werden. Bummeln waren wir auch – na wie das Frauen eben so lieben, mit viel Klatsch und Tratsch, wir hatten uns ja zwei Jahre nicht gesehen, da Berit auf ihrer einsamen Insel in Japan weilte. J
Zur Hot-Stone-Massage waren wir am letzten Morgen noch … mal wieder mit der Erfahrung, dass hier nichts funktioniert, wenn man selbst etwas in Zeitdruck ist!!! Aber ich mach jedes mal wieder den gleichen Fehler!!! Manoman. Na wir bekamen unsere Massage, war prima, auch wirklich entspannend – obwohl ich noch einen Tag einen Steinabdruck am Rücken hatte J – hmmm, war wohl etwas zu heiß gewesen.
Phnom Penh ändert sich täglich, es entwickelt sich und damit ändern sich auch die Preise und ich merk schon deutliche Unterschiede … auch in meinem Portemonaie, aber auf der anderen Seite ist es auch schön zu sehen, dass sie sich entwickeln … also das Leben in Phnom Penh ist kein Leben in einem Entwicklungsland mehr. Man hat hier alles und bekommt alles (zu seinem Preis, klar). Ich stell Berits Bilder auf den Blog. Für mich war’s schön, ihre Bilder zu sehen, denn viele Dinge nehme ich gar nicht mehr so intensiv war … schaut sie euch an. 22 August Die Erkenntnis der letzten WocheWas lange währt wird gut – das ist ein Sprichwort und ich werde daran glauben. Ende letzter Woche hat es mich in meiner Arbeit hier wieder etwas zurück geworfen. Oioioi. Ich habe in La Valla die Lehrer 3 Tage zum Thema Gesundheitssport ausgebildet, mit den Themen Ausdauertraining, Krafttraining und Stretching. Natürlich ist das sehr viel für 3 Tage, aber das Grundwissen wollte ich vermitteln mit einigen praktischen Übungen und der Selbsterfahrung des Ausdauerlaufes. Soweit so gut. Nach den Unterrichtstagen schreibe ich die Handouts um sie den Lehrern an die Hand zu geben, vor allem Bildmaterial ist wichtig. Natürlich mach ich das in der Hoffnung, dass sie es irgendwann mal wieder zur Hand nehmen. Aber nun glaube ich … dass das nicht wirklich passiert! Oi L.
Seyhan, meine Mitarbeiterin, war auch in La Valla dabei, da die CNVLD Mädels auch sportspezifische Grundlagen erlernen sollen. Gut, sie war dabei. Hat auch die Praxis mitgemacht – die Kraftübungen sowie das Ausdauertraining. Und nun hatte ich mein Handout zusammengeschrieben – und wollte es mit Seyhan noch mal durchgehen, denn ich hatte eine Vokabelliste angehangen, die sie vielleicht ergänzen könnte.
Sie starrte auf mein Handout. Ohhhhh ok, ich realisierte sofort, ich muss ihr die Struktur eines Handouts erklären: Überschrift (damit man weiß, worum es geht), eine stichpunktartige Zusammenfassung der folgenden Kapitel und dann kommen die, oben genannten, Kapitel. Auch was eine Definition ist, musste ich erklären. Das Erklären hat längere Zeit gedauert. Wie arbeiten die Leute hier??? Ich muss sie noch mal fragen, mit was für Material sie in der Uni arbeiten??? Oh ja … und noch eine Erklärung – ein Buch hat ein Inhaltsverzeichnis! Da kann man nach Stichpunkten und Inhalten suchen. „ohhhhh“ und große Augen und „ah jaaaa“. So eine ähnliche Reaktion hatte ich auch in La Valla, als ich den Lehrern die Arbeit mit Büchern erklärte! Da sag mir nun noch einer, es wäre genug Förderung für Kambodscha. Heeee – ich bin gerade bei den Basics angelangt! Ok, sie wissen jetzt um das Handout. Aber verstehen tun sie es noch nicht! Seyhan hat mich doch tatsächlich gefragt, was Ausdauertraining ist und was der Unterschied zwischen Krafttraining und Stretching ist – ohhhhhh nein, ich hab versagt als Lehrer L – ich meinte, dass ich seit 2 Monaten an dem Thema mit ihr arbeite. Oi, das war eine Bauchlandung für mich. Aber gut so. Jetzt weiß ich, dass Handouts in englischer Sprache nix bringen. Nun sitzt Seyhan an den Übersetzungen … und wenn die fertig sind, dann an denen der vergangenen 2 Jahre!
Soviel zu, das war die letzte Förderung vom DOSB. Der letzte Einsatz?Momentan ist es sehr anstrengend bei CNVLD, der Volleyball World Cup im November steht vor der Tür.
Der deutsche Volleyballtrainer für die kambodschanische Nationalmannschaft ist vom Olympischen Sportbund genehmigt worden und damit kam gleich die Bestätigung, dass dies die letzte Förderung für CNVLD war. denn CNVLD hat 8 Jahre personelle Unterstützung erhalten. Nun muss es alleine laufen ... einerseits verständlich, andererseits utopisch anzunehmen, dass nach 8 Jahren (und jedes Jahr nur ein paar Monate) eine komplette Struktur aufgebaut sein soll. Im Volleyball funktioniert es im 6. Jahr jetzt recht reibungslos und die Liga kann gespielt werden. Aber was ist mit anderen Angeboten? Das Problem ist doch, dass den Kambodschanern das Wissen in anderen Sportarten fehlt, denn es gibt keine ausgebildeten Sportlehrer oder Sportwissenschaftler hier! Meiner Meinung nach wäre es absolut notwendig noch mal 4 Jahre zu fördern um den Kinder- und Jugendsport aufzubauen, um dafür Strukturen zu schaffen. Denn dann ist die Basis geschaffen. Erst gab es den Leistungssport - darüber wurden Gelder eingetrieben, um den Breitensport aufzubauen und nun muss der nächste schritt folgen, die Kinder zu fördern, dass sie in den Breitensport und später in den Leistungssport nachrücken können. Ist doch eine ganz logische Abfolge, oder nicht? Natürlich verallgemeinert und es ist nicht gemeint, dass jedes Kind bis zum Leistungssport oder Ligabetrieb gehen muss. Aber die Struktur muss vorhanden sein. Die Idee ist, weiterhin mit La Valla, der Schule zusammenzuarbeiten und dort könnte man als erstes mit dem Aufbau anfangen und dann geht man von Organisation zu Organisation etc … ist gar nicht schwer, es braucht nur Zeit und Leute, die es a) fördern und finanzieren und b) durchführen. (Ich würd mich ja sogar anbieten, es durchzuführen J)
In Kambodscha kommt die westliche Lebensweise über die Grenzen, wie bei uns nach der Wende und plötzlich schießen die Burgershops aus dem Boden, es gibt keinen Mc Donald, dafür Lucky Burger mit dem gleichen Angebot. Die Supermärkte sind voll mit Kambodschanern die Schokolade und Eis kaufen ... kann ich ja verstehen J, schmeckt ja auch, aber sie führen noch den gleichen Lebensstil, d.h. sie arbeiten zwar viel, haben aber auch mehr Freizeit und mehr Geld zur Verfügung, machen aber keinen Sport. Sie laufen vielleicht 3x um den Park, was nicht wirklich Fett verbrennt oder den Kreislauf ankurbelt - also Übergewicht und Diabetes werden früher oder später Einzug halten in diesem Land ... und dann gibt es kein Verständnis für Bewegung und Sport und gesunder Lebensführung! Wieso sieht ein Land wie Deutschland, das eine ähnliche Entwicklung durchlebt hat, nicht die Notwendigkeit (zu helfen) dafür??? Natürlich kann man sagen, jetzt ist mal ein anderes Land dran - aber ist es sinnvoller von Land zu Land zu hüpfen, hier und da mal ein paar Jahre ein bisschen was zu machen, was danach entweder stagniert oder gar einschläft?! Aber dann schließt man daraus für das nächste Entwicklungsprojekt "na ob das überhaupt sinnvoll ist, soll man dafür überhaupt Geld ausgeben???" - tja, wenn man auf der Hälfte aufhört, kann man doch nicht erwarten, dass es wie ein Wunder einfach so weitergeht. Um ein Beispiel zu geben: International Red Cross - das Rote Kreuz ist seit 15 Jahren in Kambodscha, sie haben immer wieder Zentren übernommen, die zurückgelassen wurden und planen eine komplette Übergabe an die Regierung in den nächsten 8 Jahren. Das heißt, sie bereiten ca. 10 Jahre die Übergabe und Übernahme in das kambodschanische System vor. Es funktioniert nicht, ihnen einfach den Schlüssel zu geben und sich zu verabschieden, was ist das für eine eingeschränkte Denkweise?! Das mag in Deutschland logisch und strukturiert klingen, aber ist in einem Entwicklungsland auf diese Art und Weise nicht durchführbar. Nachdem ich eine sehr ähnliche Schilderung dem DOSB geschickt habe, kam wenigstens zurück, dass sie nach der Urlaubszeit das Projekt „Kambodscha“ noch mal diskutieren werden. Ideal wäre natürlich, wenn man den Experten, die sie ins Land entsenden, nach dessen Meinung fragen, bevor sie in Deutschland am Schreibtisch eine Entscheidung treffen. Man muss idealistisch bleiben und kann nur versuchen, durch Anregungen, die Denkweise zu ändern.
Na für mich heißt es, dass ich nun erstmal meine Arbeit bis Mitte Dezember plane und allen noch das meist mögliche mit auf den Weg gebe. Also für mich persönlich ist die Neuentwicklung der Situation hier absolut in Ordnung, ich muss sagen, es geht mir sehr gut und nimmt mir scheinbar ganz schön den Druck, der mir von CNVLD aufgebürdet wird. Es hat auch was Gutes, dass es nun in einen Rahmen gefasst wurde. Es ist ja auch interessant, wenn sich jetzt andere Möglichkeiten ergeben können. Es passt prima, dass Dirk im September kommt und wir uns auch entscheiden können. Eine weitere Idee ist ... und die ist die Entspannteste von allen :))) dass ich einfach noch ein bisschen Urlaub mache ... :) und die Möglichkeit nutze, dass mein Rückflugticket offen bis Juni/ Juli ist und ich von Asien noch ein bisschen mehr sehe. Es ist ein sehr nettes Gefühl gerade so ein bisschen alles offen zu haben und dann werde ich sehen, wo es mich Mitte nächsten Jahres hinverschlägt. Oh jeee, der arme Dirk, da hat er sich ne Freundin geangelt, die überall auf der Welt sein will/ oder könnte, nur nicht zuhause!!! Na dafür haben wir im September zeit, uns Gedanken zu machen.
Ich war vergangenen Freitagabend zu einer Party eingeladen, eine private Feier mit so einigen Leuten der deutschen Entwicklungshilfe, Männer in diversen hohen Positionen mit Khmer Frauen, wo ich mir dachte, ich seh nicht recht, ganz offensichtlich eine (hoffentlich ehemalige) Prostituierte. Also mittlerweile kann ich sehr deutlich die Frauen unterscheiden, denn eine Khmer Frau würde nicht in ihren kühnsten Träumen ein Kleid anziehen was nur bis max. zur Mitte des Oberschenkels geht und bis zum Bauchnabel offen ist. Alle Achtung - so eine junge Dame saß mir den Abend gegenüber und daneben ein Herr aus der Botschaft, älteres Semester, und aus privaten Gründen seine Arbeit in Kambodscha verlängern will - also wie schon gesagt, es ist sehr sehr erstaunlich und interessant was so hinter den hohen mächtigen Türen alles so vor sich geht :)))). Neben den wichtigen Leuten, war dann aber auch ein französischer Cafe-Besitzer da ... und daneben der französische Konsul ... ja und mittendrin ich - aus dem Behindertensportbereich kommend. Ich hab mich gefragt, wie bin ich zu der Ehre gekommen, eingeladen worden zu sein J aber scheinbar, weil ich seit 2 Jahren da bin und schon zu den“ Langzeit"deutschen in Kambodscha gehöre :) . Ich war da, es gab gutes Essen und war ein netter Abend :))) Über den man so schmunzeln kann. 16 August Übergabe der Materialien, des Kinderrollstuhls und der Schuhe an La Valla sowie die Lehrer - 1. Eindruck: boa sind die Schuhe schwer an den Füßen - ja definitiv schwerer als FlipFlops :)
Am 08. August 2007 habe ich mit einem 3-tägigen Fortbildungsprogramm für die Lehrer in La Valla, der Schule für behinderte Kinder, angefangen. Und es war eine gute Gelegenheit alle Kindermaterialien, Bälle, Spiele, Springseile, Schwimmutensilien, Bücher, kleine Turnschuhe, die 130 Püschtiere und den Kinderrollstuhl von Ansgar aus Frankfurt mit nach La Valla zu nehmen. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, war das Tuk Tuk brechend voll beladen – aber die beiden schmalen Khmer Mädels – Socheat und Seyhan – hatten noch Platz, sonst wär es auf dem Moped die 30-minütige Fahrt ganz schön unbequem geworden. In La Valla wurden wir von Pfarrer Daryl erwartet und mit großen Augen machten sich die Lehrer und La Valla Mitarbeiter ans entladen des Tuk Tuks. Das Leuchten in ihren Augen, war die Bemühungen in Deutschland wert. Wie ich es mir doch dachte, als ich in zuhause mit dieser Spendenaktion begonnen hatte. Dann haben sie sich über die Turnschuhe hergemacht – einige waren viiiiiiieeeel zu groß. Aber der Pfarrer meinte, ach einige der Schüler sind groß und haben große Füße, die Schuhe werden ihre Träger finden! Jeder der Lehrer sollte sich ein Paar aussuchen. Ich musste jedem erklären, dass Turnschuhe passen müssen! Auf die Frage „passt der Schuh“, kam natürlich die Antwortet „jaja, ist ok“ – na eigentlich sollten sie mich doch nun gut genug kennen, dass ich solche Antworten für den Tod nicht ausstehen kann! Wenn ich schon hör und seh, dass die Schuhe nicht passen! Aber klar, geht schon alles, ist alles ok. Gut, dann hab ich ihnen erklärt, dass Sportschuhe oder eben geschlossene Schuhe „passen“ müssen, das heißt, dass sie etwas größer sein müssen. Was wirklich für die Khmers ganz neu ist, denn in der Regel schließen die FlipFlops hier direkt mit den Zehen ab oder die Zehen hängen drüber hinaus – na bergauf oder bergab geht es hier nicht wirklich, so dass man irgendwie mal vor oder zurück rutschen könnte. Aber ein Sportschuh muss passen. Gut, nachdem das geklärt war und sie die Neuigkeit an jeden weiter trugen, der ein Paar anprobierte, hatte am Ende jeder Lehrer ein paar Turnschuhe an. Ich glaube, bis dahin waren sie sich noch nicht ganz bewusst, dass das von mir natürlich durchdacht war und es den Hintergrund hatte, sie ins Laufen einzuführen. Das Thema der ersten 3 Fortbildungstage war Gesundheitssport. Es ist meiner Meinung nach ein ganz wichtiges Thema hier. Wie erklärt man ihnen die Bedeutung und Wichtigkeit von (Gesundheits-) Sport?! Warum ist es wichtig, das Herzkreislaufsystem zu trainieren? Was ist das überhaupt? Warum ist es nicht dramatisch wenn man schwitzt beim Sport? Warum ist Schwitzen nicht der limitierende Faktor bei Bewegungen? Ich glaube, das Schwitzen fanden sie nicht mehr so schlimm, nachdem ich ihnen erklärt habe, dass es die Möglichkeit für den Körper ist, all die Abgase und Umweltgifte auszuscheiden. Nur sollten sie noch verstehen, dass man nach körperlicher Bewegung Duschen sollte! Das sollte ich vielleicht bei der nächsten Unterrichtseinheit, die Schwimmen sein wird, mit einflechten! Auch sind sie nicht sehr willig zu trinken. Ich musste quasi daneben stehen, dass sie ein Schlückchen Wasser tranken, nachdem sie das 1. Mal in ihrem Leben gejoggt sind! Ja wollte ich, dass sie mir kollabierten?!?!?! Noch eine erstaunliche Erfahrung für die Lehrer war, dass die Sportschuhe so schwer sind und dann sah ich ihnen die Frage an, warum man die schweren Schuhe mit sich rumschleppen muss (wenn das Laufen eh schon so anstrengend ist) … wenn man bestimmt auch barfuss oder mit schlappen Laufen kann. Hui … tief durchatmen, Romy und die richtige Antwort überlegen J. Also es fehlt generell das Verständnis und das Gespür für den Körper. Es ist schon eine fragliche Gesellschaft, Religion oder auch Mentalität (ich weiß noch nicht genau, worauf ich es „schieben“ soll) die den Körper und all das was damit passiert so versteckt. Ich meine nicht unbedingt die Prüderie, sondern auch aus medizinischer Sicht gibt es keinerlei Verständnis für den Körper, für Muskeln, für das Skelett, für die inneren Organe. Hilfe! Der Olympische Sportbund muss mich Langzeit hier hin entsenden, damit ich den Lehrern all die Grundlagen, die wir zuhause, im Kindergarten und der Schule gelernt haben, vermitteln kann, damit sie sie dann an die Kinder und in die weite Welt, na ja ins eigene Land, hinaustragen können. Ich hoffe, der DOSB oder das Auswärtige Amt stolpern über die Seite. Was sind bei der Grundlage 3 Tage Ausbildung zum Thema Gesundheitssport, wenn ich erstmal mit dem Biologieunterricht anfangen muss. Und wer mich dazu noch kennt, meinen Perfektionismus, der kann sich vorstellen, dass ich absolut ins rotieren gekommen bin und die 8 Stunden Unterricht hinten und vorne nicht ausreichend waren und ich nach dem ersten Tag so gefrustet war, weil ich nach meinem ersten Eindruck ihnen hab nur so wenig vermitteln können! Gut, nach der 3. Tasse Tee und einer Meditationseinheit auf meiner Terrasse sowie langsam aufkommender Entspannung, habe ich dann doch sehen können, dass ich den Lehrern ganz bestimmt genug vermittelt habe … wahrscheinlich viel zu viel und dass ich mich wieder runter brechen musste. Na und dann fiel mir ein, dass ich das Problem jedes Jahr in La Valla habe, dass ich einfach einen Tag brauche, um wirklich das richtige Level zu finden. Und somit waren die folgenden 2 Tage etwas weniger anstrengend und ich denke, passender für die Lehrer – wo ich mir natürlich sagen würde, na man hätte da noch das eine oder andere mehr einbauen können! Aber nein. Man sollte bedenken, dass sie noch nie eine Kräftigungsübung gemacht habe und ich aufgrund meines Nicht-Frontal-Unterrichtes natürlich etwas mehr erreichen will, als das sie nur die Übung ausführen können und sie sie danach eh wieder vergessen, weil sie nicht wissen, wofür sie eigentlich nutze ist. Also schon anhand der Länge des Berichtes jetzt, könnt ihr sehen, dass ich ein Pedant bin und das meist mögliche den Lehrern mit auf den Weg geben möchte. J
Ich habe auch den Kinderrollstuhl mit nach La Valla genommen … und nach etwas Überlegung haben wir vorerst einen Jungen gefunden, der den Stuhl auf alle Fälle nötig hat, ihm damit einiges erleichtert wird und ihm sein strahlenstes Lächeln wie ins Gesicht gemeiselt wurde. Trotz der platten Reifen war er schneller und wendiger als je zuvor, hat sich gar nicht noch mal in den alten Stuhl setzen wollen. Es war ihm egal, dass die Reifen ziemlich platt waren. Er hat sich gleich seine ganzen Schätze, die er so im Kissen und an diversen Stellen, die wohl nur die Rollifahrer kennen, versteckt hat, zack zack in die neue Tasche hinten am Rollstuhl gesteckt und ist abgedüst. „Okun cheraagn“ (vielen Dank) und dann hatte er es eilig, das neue Gefährt zu testen. Das breite Grinsen und bezaubernde Lächeln würde ich Euch gern nach Deutschland schicken, vor allem Ansgar, von dem der Rollstuhl stammt, einem Jungen aus Cynthias Rollstuhlsportgruppe des RSC Frankfurt. Aber so viele Bilder ich auch gemacht habe, es zeigt nur einen Bruchteil der Freude, aber ich hoffe trotzdem, dass ich sie euch mit meinen Erzählungen nahe bringen kann. Vielen Dank Ansgar und Cynthia! 13 August Spendenaktion für Kambodscha 2007 - Flo hier kommt die Extraseite für Dich :)
Spendenaktion für Kambodscha 2007
Cambodian National Volleyball League (Disabled) sowie die Sportler & meine Wenigkeit (Romy Mäuslein) bedanken sich bei Flo sowie Cynthia für deren perfektes Engagement
www.standupcambodia.org 02 August Die Verabschiedung der Sechstklässler in La VallaGestern Vormittag fand die Verabschiedung der Sechstklässler in La Valla, der Schule für Kinder mit Behinderungen, statt. La Valla ist eine Einrichtung geführt von den australischen Maristenbrüdern. La Valla besteht das 8. Jahr. Die meisten der 34 Jahrgangsabgänger waren 3 Jahre oder länger in La Valla und haben eine Schulbildung genießen können. Sie haben Grundausbildungen in allen Schulfächern bekommen sowie extra Englisch-, Musik-, Sport- und Schwimmunterricht, Computerausbildung und Näh- und Werkunterricht. Gestern war ihre Verabschiedung und nun werden sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Die Verabschiedung stand unter dem Motto „Salz und Licht“ – Salz soll ihnen das Essen würzen und das Leben „schmackhafter“ machen und Licht braucht jeder, um den Weg zu erleuchten und um seinen Weg zu finden. Es war eine bewegende 3-stündige Abschiedszeremonie mit vielen Aufführungen kleiner Theaterstücke und traditioneller Musikeinlagen. Es wurde viel gesungen, die Trommel-Band hat phantastisch gespielt und es war eine mitreißende Atmosphäre. Es war bewegend die Kinder so fröhlich und herzlich zu sehen und zu sehen, dass sie die Chance, die ihnen La Valla geboten hat, für sich selbst haben nutzen können. Selbstbewusste junge Leute gehen nun hinaus in die große weite Welt. Die meisten machen eine Ausbildung, einige gehen auf die Highschool und nur wenige zurück in ihre Provinzen. Genau an dem Punkt sollte man bemerken, dass viele der Kids erst ca. 15 Jahre sind, seit 3-4 Jahren schon im Internat in La Valla sind und nun wieder in eine andere Region in Kambodscha gehen. Das sind schon Kleine Erwachsene. Sie können auf sich aufpassen, haben in La Valla gelernt sich selbst zu versorgen und sind zu disziplinierten, fleißigen jungen Leuten herangewachsen. Ich finde, diese Jugendlichen haben Stolz und Achtung verdient und es ist schön, sie auf einen neuen Weg in ihrem Land zu schicken – mit der Überzeugung, sie werden es schaffen! Die Materialien sind angekommen.Vergangenen Dienstag sind 15 Kisten, davon zwei 1,50mx 1,20mx1,00m (richtig, Flo?) große, angekommen. 400 US$ hat es CNVLD nochmal gekostet, die Materialien am Flughafen auszulösen und den Botschaftsmitarbeiter hat es einen schweißtreibenden Tag gekostet. Aber nun sind u. a. 300 Paar Schuhe hier – das CNVLD Büro sah aus wie ein Schuhladen und roch ein bisschen wie eine Männerumkleide J. Sie wurden sortiert nach Größen, auf die Teams verteilt und wieder verpackt … und warten nun auf die Übergabe an die Sportler der A- Volleyballliga morgen. Die B- Liga bekommt nächstes Wochenende die Schuhe. Es sind noch genügend Schuhe für die Rollisportler da und alle kleinen Größen gehen nach La Valla, in die Schule. Sokounthea sitzt schon in dem Rollstuhl von Stephan (aus Freiburg) und diese Woche werde ich mit ihr mit dem Rollitraining beginnen – der Stuhl muss noch richtig eingestellt werden und dann geht’s los. Sie soll sich endlich auch auf der Straße darin bewegen und nicht nur innerhalb von 4 Wänden. Das wird ein ganzes Stück arbeitet – vor allem ihre Einstellung und die der Eltern etwas zu ändern. Den Kinderstuhl von Cynthia (aus Frankfurt) nehme ich mit in die Schule La Valla. Die Stühle von Axel und Silke (aus Erlangen) sowie der Stuhl vom Reha Geschäft (bei Freiburg) werden in Phnom Penh genutzt, wenn die Sportler zum Wettkampf kommen und somit nicht mit ihren Rollstühlen anreisen müssen. Was für einen deutschen Rollstuhlfahrer merkwürdig klingen mag, aber hier haben nur wenige Kambodschaner wirklich einen eigenen Stuhl, noch dazu gibt es nicht die Möglichkeit, dass sie auch nur annährend angepasst sind. Wenn unsere Rollifahrer nach PP kommen, kommen sie häufig mit dem Moped und dann mit dem Rollstuhl hinten drauf, das ist zwar normal für hiesige Verhältnisse, allerdings will CNVLD auf ein bisschen mehr Sicherheit achten und wenn man es erleichtern kann, dann ist es doch schon ein Fortschritt. Ich bin umgezogen… mit einer Ladung in einem Tuk Tuk und innerhalb von 2 Stunden. Das ist der Vorteil hier, man hat nicht so viel Kram, muss keinen großen Umzugswagen organisieren. Mich hat mein Umzug 3.50 US$ gekostet und ein paar Mopedfahrten hin und her J. Kann ich nicht meckern. Nachdem ich letzte Woche auch noch die alten Bücher und DVDs meiner letzten Mitbewohner verkauft habe, hatte ich somit mein Umzugsgeld drin. Tja der clevere Deutsche, oder besser DIE clevere Deutsche, lässt nichts zurück. Und wenn doch, dann wird es einem rigoros von der kambodschanischen Putzfee hinterher getragen „miss, this is yours, don’t leave it here“. Ich fühl mich wohl in meinem neuen Heim. Es ist eine dekadent große Wohnung – mal wieder ein Stückchen Luxus hier. Hauswächter haben wir allerdings keine mehr und müssen „alles“ selber machen. Aber Dany, die alte Putzfee, wurde mit übernommen und kommt 5x die Woche. Und jeden Morgen kommt Lii, der Zeitungsjunge. J Also man hat hier sein Volk für sich arbeiten – klingt eigentlich schlimm wenn man das so liest. Aber man sollte Bedenken, es sind immer Jobs für die anderen und sie verdienen sich extra Geld. Es gibt Gästezimmer und genügend Schlafmöglichkeiten – auch auf der rießigen Terrasse. Ihr seid herzlich willkommen. 22 July Neues aus der Kulturszene Phnom PenhsFür 2007 habe ich mir vorgenommen, ein bisschen in Kambodschas Kultur einzutauchen, denn das Land benutzt ganz oft Kunst und Musik für Aufklärung, Bildung und Verarbeitung der Kriegsjahre.
Gestern (Freitag, den 20.07.) war ich zu einem Filmabend. „Der Flötenspieler“ wurde gezeigt, eine Dokumentation eines Mittdreißiger Khmers, der als Kind ein Khmer Rouge Kindersoldat war. Seine Familie besaß vor der Machtübernahme der Khmer Rouge ein Opernhaus und war eine angesehene Musikerfamilie. Arn Chorn-Pond, der junge Flötenspieler, hat durch seine musische Begabung die Kriegsjahre überlebt und konnte durch die Wälder Kambodschas nach Vietnam in ein Flüchtlingscamp fliehen. Wurde dort von einem Amerikaner adoptiert und bekam die Möglichkeit in Amerika aufzuwachsen. Mit seinen traumatischen Erlebnissen war er allerdings alleine und wurde immer wieder von Erinnerungen heimgeholt. Mittlerweile ist er weltweit in der Musikszene das Sprachrohr für die gebeutelte Kambodschanische Bevölkerung und versucht mit den Geldern und Spenden die kambodschanische Musikkultur zu sammeln und wieder aufblühen zu lassen. Denn die alten Meister der kambodschanischen Instrumente sind am Aussterben und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Kultur nicht aussterben zu lassen. Er versucht mit seinem Film, den Projekten und seiner Musik vor allem die jungen Kambodschaner zu erreichen. Kein leichtes Unterfangen, denn sie sind neben all den chinesischen, thailändischen und vietnamesischen Einflüssen sehr schwer zu erreichen. Er versucht sie über die Medien zu erreichen, aber leider läuft die traditionelle Khmermusik nur abends 22.00 Uhr, wenn die Jungen schon im Bett sind und nur die Großeltern-Generation vor dem Fernseher oder Radio sitzt. Arn Chorn-Pond war persönlich gestern da, es war wirklich interessant und ein beeindruckender, emotionaler Film über die Erfahrungen, Erinnerungen und das Leben eines Kindersoldates. News aus Phnom Penh, der Tageszeitung „Cambodia Daily“ vom 20.07.07
„Dengue Fieber Epidemie in Kambodscha“ Bericht des Arztes Dr. Beat Richner der Kantha Bopha Kinderkrankenhäuser in Kambodscha
2007 sind bis Mitte Juli 16.345 Dengue-Patienten in den 4 Krankenhäusern behandelt worden. Die Sterberate unter den jungen Dengue-Patienten liegt bei 0,9%. 90% der Todesfälle sind auf Fehlmedikation zurückzuführen – falsche und zu viele Medikamente sowie falsche Infusionen wurden außerhalb der Krankenhäuser verabreicht.
Es findet in den Dörfern und Provinzen nur selten Dengue-Prävention statt. Die Prävention durch Abate (zur Neutralisierung der Brutplätze der Mücken) erreichte bisweilen nur 29% der Patienten und die meisten bekamen nur eine einmal Prävention. Die Prävention sollte im November 2006 beginnen, ausgeführt von der Regierung, denn diese erhält bis heute die Adressen der Denguefälle. Denn schon in der Trockenzeit 2006 gab es vermehrte Denguefälle. Mit dem Beginn der Regenzeit wurde eine explosionsartige Verbreitung prophezeit. Die Epidemie hat im November 2006 in der Provinz Kampong Tom (am Meer) begonnen, täglich mit 20 neuen Denguefällen. Nichts wurde unternommen. Bis heute ist die Prävention, wenn sie überhaupt durchgeführt wird, nicht flächendeckend und effektiv. Die Tatsache der Dengue Epidemie bringt viel Leid und hohe Kosten mit sich. Allein die 4 Kantha Bopha Krankenhäuser schätzen die Extrakosten aufgrund der Epidemie auf 7 Millionen US$. Wer wird das alles bezahlen? Leider ganz bestimmt nicht die kambodschanische Regierung. Wenn man das liest, steigt wirklicher Ärger in einem auf, dass das Land, die Regierung, scheinbar überhaupt kein Interesse daran zeigt – denn schließlich sind ja all die Organisationen da, die zahlen und Hilfe leisten. Es erscheint einem immer so, dass sie nach wie vor den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Und dann wundert sich das Land, dass viele internationale Hilfsorganisationen sich zurückziehen und gen Afrika wenden?!?!!? Meditation in Wat Langa3x die Woche gibt es einen Meditationsabend in der Pagoda Wat Langa. Am Donnerstag war ich das 1. Mal da, nach einem langen heißen Tag und frühem Morgen, hatte ich schon die Befürchtung, dass ich im Sitzen einschlafe, aber ich muss sagen, die Stunde verging schnell, mir ist vom langen Sitzen in der Position nichts eingeschlafen, meine Rückenmuskulatur hat sich entspannt, meinen Kopf hab ich leer bekommen und war danach echt entspannt. Was für eine schöne Erfahrung. Verabschiedung des deutschen Botschafters Herrn Pius FischerAm 12. Juli fand im Hotel „Le Royal“ die Verabschiedung des Botschafters statt. Chris und ich waren eingeladen und es war mal wieder die Creme de la Creme vorhanden. Wie Dirk an dem Abend noch scherzte „ja, ich treff mich heute Abend auch mal mit der Angela“. Naja, es ist ganz wichtig, zu zeigen dass man da ist, denn CNVLD arbeitet eng mit den Botschaften zusammen. Der Botschafter ist kein Mann der großen Worte und meinte nur zu seinen 3 Jahren Arbeit in Kambodscha „Es war eine schöne Zeit und jetzt lasst uns das Buffet eröffnen!“ Herr Möllers, der DED Landesdirektor lief mir über den Weg, aber mehr als ein freundliches Khmer-Lächeln und shake-hands meinerseits war nicht drin, zum Glück war ich gerade in ein Gespräch verwickelt. Der DED hat seine Prinzipien im letzten Jahr geändert und wir wurden durch einen anderen DED Mitarbeiter angehalten, noch mal eine Stelle für CNVLD zu beantragen. Der DED fördert momentan vorrangig Projekte die nicht in Phnom Penh stationiert sind, die landesweit arbeiten, im Gesundheitssektor verbunden sind mit Rehabilitationszentren und den Gemeinden, Kommunen und der Regierung. CNVLD hat unter den beschriebenen Kriterien ganz gute Chancen, wenn der DED sich dem Antrag noch mal unvoreingenommen annehmen würde. Dann hatte ich noch ein interessantes Gespräch mit einem Juristen, der in Kambodscha deutschen Gefängnisinsassen mit Rechtsbeistand zur Seite stehen muss. Es sitzen derzeit 6 Deutsche in kambodschanischen Gefängnissen, außer einem wohl alle wegen Kindesmissbrauchs bzw. Vergewaltigung. Sie sind so zwischen 50 und 60 Jahre und sitzen zwischen 14 und 28 Jahren in Kambodscha im Gefängnis. Sie wurden nach kambodschanischem Recht verurteilt und müssen hier ihre Strafe absitzen. Ein teures Vergnügen so nebenbei. Der Insasse zahlt ca. 150US$ pro Monat für Kost und Logis, wenn er 220US$ zahlen kann, dann bekommt er besseres Essen und vielleicht sogar eine Einzelzelle. Im Moment ist die Botschaft noch dabei, die Materialien auszulösen, ich hoffe, dass sie ungefähr am 27. Juli uns übergeben werden können. Das Wochenende drauf ist das erste Volleyballspiel der B-Liga und die Schuhe sollen den Spielern übergeben werden. Kommende Woche werde ich mich auch bei dem neuen Botschafter, Herrn Mann, vorstellen – ich bin gespannt und hoffe, dass er auch etwas sportinteressiert ist. Ich ziehe um
Nach langem Hin und Her und innerer Zerrissenheit haben mir meine unfreiwilligen, aber vorhandenen Hausmitbewohner die Entscheidung abgenommen – ich ziehe am letzten Juliwochenende um. 5 Straßen weiter, in eine 150m2 Wohnung (würde ich schätzen) – zusammen mit einem deutschen Paar, Petra und Manfred. Ich freu mich. Ich hab zwei Zimmer mit eigenem Bad, die Terasse ist das 6. Zimmer und im Wohnzimmer können wir einen Ball veranstalten. Es gibt keine Hauswächter mehr, dafür kommt Dany, unser Putzteufel, 6 Tage die Woche. Flughunde wohnen im Gebäude, aber ich hoffe die Ratten lassen mich in Ruhe. In Kampong Chhnang habe ich schon eingekauft für die neue Terrasse – einen Grill (einen kleinen noch dazu, da ich mich noch nicht entschieden hatte, ob ich wirklich umziehe), mehrere Tonbehälter für die Kohle, Pötte für Gewürze, Zwiebeln und Kerzen … und alles für 2,50 US$. Aus Kampong Chhnang kommt Kambodschas Töpferware. Sokounthea – das erste Mal in ihrem Leben auf dem Markt im Restaurant
Sokounthea ist das junge Mädel mit der ich seit Oktober 2005 zusammenarbeite. Damals haben wir in Kampong Chhnang begonnen, als ich eine Übersetzerin für das Training brauchte. Ein Jahr später ist sie nach Phnom Penh (2 ½ Stunden Busfahrt entfernt) gezogen, zu ihrer Schwester, um für CNVLD zu arbeiten. Anfang dieses Jahres ist sie in eine eigene Wohnung nahe dem Büro gezogen. Ich bin stolz auf sie, sie hat die Chancen nutzen können, die wir ihr angeboten haben. Zwar ist ihre Mutter immer noch fast täglich in Phnom Penh, auch wohnt sie mit ihrem Cousin zusammen, der sie a) bewacht und b) alle möglichen Arbeiten für sie übernimmt. Noch ist der Rollstuhl nicht in Phnom Penh, den Stephan mir für sie aus Freiburg mitgegeben hat. Wenn sie ihn hat, wird sie sich wohl oder übel einem Training mit mir unterziehen müssen und ich werd auch mit ihrer Mutter sprechen. Mittlerweile ist das möglich, denn sie haben mich adoptiert und ich denke, wir respektieren uns gegenseitig und ich darf persönliche Dinge langsam ansprechen. Darauf bin ich gespannt und freu mich auch drauf. Gut. Seyhan und ich waren in Kampong Chhnang zum Training des Teams, waren danach mit Sokountheas Familie bei der Töpferei und haben eingekauft J. Dann haben sie uns am Markt rausgelassen, wir wollten Abendessen und haben spontan entschieden, Sokounthea mitzunehmen. Hopp war ihr Stuhl von der Ladefläche gehoben, sie saß drinnen und auf gings zum Essensstand (Restaurant wäre übertrieben zu sagen) aufm Markt. Ich glaube, das ging so schnell, dass sie erst realisierte wo wir waren, als sie am Tisch saß und mit großen Augen ganz verdattert das Treiben um sie herum beobachtete. Ich kann ganz schwer mein Gefühl beschreiben, als ich sie so um sich schauend sah – ich dachte mir nur, sie wohnt 50m vom Markt entfernt und war noch nie dort. Sie erklärte mir, weil es dreckig ist. Und in der Regenzeit ginge sie erst recht nicht vor die Tür ihres Hauses, weil dann ihre Ärmel dreckig werden. Das Problem liegt meiner Meinung, wie auch bei deutschen Familien mit behinderten Kindern, darin, dass sie zu behütet ist, ihr wird alles abgenommen, sie ist eigentlich unselbständig und hat den Punkt noch nicht erreicht, wo sie selbst für sich sorgen will. Das hab ich mir vorgenommen, sie in den nächsten 5 Monaten ein bisschen weiter zu bringen – oi ich wünsche mir einen kleinen Erfolg und ich glaube daran, dass wir es schaffen werden! J CNVLD Rennrollstuhlteams – kambodschanische Probleme, mit denen wir uns hier rumschlagenAlle Trainer testen derzeit den neuen Rennrollstuhl Angkor Racer II. Er ist schneller und hoffentlich stabiler. Val Sutherland, australischer Ehrenämtler, war ein 2. Mal für 6 Wochen in Phnom Penh und hat bei der Konstruktion und Fertigung des Stuhles geholfen.
Team Phnom Penh
Hat mit Kang einen neuen Trainer. Kang hat bis jetzt das AAR Team trainiert. Aber er wird jetzt in PP gebraucht. Das Team hat 3 neue Frauen im Team, die Unterstützung brauchen, auch wenn er mir diese Woche gesagt hat, dass sie nicht auf ihn hören – oi, ich hab ihn mit grooooßen Augen angeschaut, wie jetzt, die hören nicht auf dich – ja wenn nicht auf dich, auf wen dann??? Er ist unser bester Coach und hat bis jetzt jeden zu Höchstleistungen bekommen! Na mal sehen, wie sich das entwickelt. Schön ist, dass so viele Frauen jetzt neu dazu kommen. Insgesamt haben wir nun 1/3 Frauenanteil und die Konkurrenz im Wettkampf wird größer und es wird spannender.
Team Kampong Chhnang
Sophanna, der Coach, meinte, ihm passe der neue Rollstuhl nicht so recht – ok, dann habe ich schwupddiwupp die schnellste Frau in den Stuhl gesetzt, ihr passte er gut und sie konnte ihn prima händeln. Oi scheinbar hab ich da an seiner Ehre gekratzt, auf alle Fälle saß er am nächsten Morgen in seinem neuen Rennrollstuhl und die Probleme waren wohl nicht mehr so brisant J. Eine neue Frau ist im Team. Aber ich muss sie ein bisschen beobachten. Ich hoffe sehr für sie, dass sie nicht nur des Geldes wegen kommt, denn darauf reagiere ich mittlerweile etwas aggressiv wenn man das $-Zeichen förmlich in ihren Augen sieht. Dazu haben wir mit dem Sport bei den Athleten schon zuviel erreicht, dass das Geld nicht mehr im Vordergrund stehen sollte. Aber sie ist neu, geben wir ihr also eine Chance. Seyhan und ich arbeiten in allen Teams derzeit an dem Verständnis für den Sport und warum sie in dem Sportgerät sitzen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht sehr geduldig bin, wenn sie immer wieder die Hand aufhalten. Ich kann es einerseits verstehen, denn vielen der Sportler, vor allem in den Provinzen, erleichtern wir den Lebensunterhalt. Das ist auch in Ordnung, aber von den 24 US$, die sie monatlich für Transport und Essen bekommen, erwarte ich, dass sie aus Eigeninitiative sich ein Tape für 50cent kaufen und den Stuhl für sich optimal präparieren, dafür benötigt es kein Geld sondern Interesse. Wir werden die Message in den nächsten Monaten bestimmt noch häufiger verbreiten müssen, bis es in Fleisch und Blut übergeht und auch die neuen Sportlerinnen merken, dass sie das Training für sich alleine tun und kräftiger und gesünder werden.
Team Kampong Speu
Hat mit Herrn Leang einen sehr netten Coach, der aber leider zu gut ist für diese Welt und dessen Selbstwert noch nicht ausgeprägt ist, dass er wirklich das Wort gegenüber seiner Athleten erheben kann. Klar wissen die auch, dass er auch nicht länger dabei ist, als sie selber. Noch dazu ist der eine oder andere schneller und letzte Woche hatten wir die Situation, dass das Training mit dem Team überhaupt nicht funktioniert hat. Sie haben nicht auf seine Anweisungen gehört, waren nur am diskutieren, hatten ihre Stühle nicht präpariert und ich habe Seyhan das 1. Mal sehr erschöpft und verärgert aber auch forsch mit dem Team reden gesehen. 12 July Phnom Penh - morgens 4.15 UhrIch mach mich auf zum Training. Mein Nachtwächter knurrt mich an, als ich ihn wecke; 10m weiter grüßt mich ein Nachtwächter, er bewacht das neueröffnete indische Restaurant; eine Ratte läuft übern Weg; es ist noch wenig Verkehr als ich auf den Norodom Boulevard biege; die Straßenlaterne ist allerdings seit ein paar Tagen repariert; dann komme ich an Feuerstellen vorbei, wo in einer Stunde geköchelt wird, aber momentan ist alles noch verschlafen in Phnom Penh. Die Sportler trudeln ein, ziehen ihre blauen CNVLD/ ANZ Trikots an, Helme auf und Handschuhe an und aufgeht’s zur Trainingsstrecke. Gegen 5.00 Uhr erwacht Phnom Penh, wenn die Sportler auf der Straße sind und ihre Runden drehen. So langsam wird es hell, ich werde für das frühe Aufstehen mit einem schönen Anblick des neuen Parlaments entschädigt – es ist von einem rötlichen Schimmer der aufgehenden Sonne umhaucht. Ich fahre mit meinem Rad neben den Rennrollifahrern her, wir fahren an vielen Leuten vorbei die zum Frühsport – ob Thai Chi, Aerobics oder zum Laufen – kommen. 6.30 Uhr packt der Vorturner der Aerobicgruppe seine Musicbox ein; die Sonne ist mittlerweile aufgegangen und meine Sportler treten nach 1 ½ Stunden Training den Rückweg an, vorbei an einem Sojamilchstand. Durch die mittlerweile stark befahrenen Straßen kommen sie zum CNVLD-Haus zurück, tauschen ihre Rennrollstühle gegen Prothesen, Handbikes, Räder oder Mopeds und off they go – zur Arbeit oder nach Hause. Ich schließe das Tor zu, setz mich aufs Rad und biege kurz darauf in meiner Straße ein – der Mototaxifahrer, die Wächter des Kindergartens und der Restaurants sitzen draußen und begrüßen mich freundlich. Nach einer Dusche mach ich mich auf ins Büro, noch am Frühstücksstand vorbei; es gibt Reis mit gebratenem Schweinefleisch und einen frisch gepressten Orangensaft dazu. Einen Kaffee gönn ich mir später im Hongkong Café bei Sovan, der guten Seele, in ihrem Straßencafé, wo sich die Polizisten, die Minibusfahrer und das Hongkong-Personal trifft. Dort passt man auf mein Rad auf und fragt besorgt nach, wenn es nicht an gewohnter Stelle steht. Fazit: Es ist eine schöne, freundliche Atmosphäre und morgens präsentiert sich Phnom Penh von seiner besten Seite. Rückblick der ersten 1 ½ Wochen Rennrollstuhltraining in Kambodscha
Team Kampong Speu Sie sind insgesamt 8 Sportler, davon 3 Frauen, wovon eine erst seit 3 Wochen neu dazugekommen ist. Sie war mit in Phnom Penh zum Wettkampf um Chris, meinen Chef, zu fragen, ob sie in dem Team mittrainieren darf. Sie ist motiviert, händelt den Rennrollstuhl ganz geschickt und ist eine der 4 neuen weiblichen Errungenschaften, CNVLD konnte während meiner Abwesenheit machen. Das Team hat sich zu einem Team formiert. Nun brauchen sie etwas mehr sportspezifischen Input und dann müssen sie Kilometer schrubben. Nary ist derzeit CNVLD’s schnellste Frau – das Team ist stolz auf sie. Die Sportler kommen alle von weiter her und übernachten deshalb im ICRC Center (International Red Cross), sie können auf einer Pritsche schlafen, bekommen Essen und sind prima integriert, es besteht eine gute Zusammenarbeit mit ICRC im Sinne der erweiterten Rehabilitation. Nach Kampong Speu sind es 1 ½ Stunden Fahrt mit dem Minibus – Seyhan und ich gönnten uns den Luxus von 3 Sitzen, damit uns nicht die Hühner oben drauf gepackt wurden und man nicht nur auf einer Pobacke sitzen musste. Team Kampong Chhnang In der Regel fährt der Bus nach Kampong Chhnang. Seyhan und ich saßen am Samstagmorgen 6.30 Uhr an der Bushaltestelle mit einem Ticket in der Hand. Ihr wurde gesagt, dass wir beruhigt in der überdachten „Wartehalle“ sitzen bleiben könnten, bis kurz vor Abfahrt. Wir stiegen in den Bus ein, er war proppevoll und wir wurden postwendend rückwärts wieder raus gebeten – wer zuerst kommt, bekommt einen Platz, egal ob man ein Ticket hat oder nicht. Ok. Also sprangen wir in eine der Taxen, kauften wieder 3 Sitze, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie auf dem Rücksitz noch eine 4. Person Platz haben sollte, wir wollten es auch nicht auf das Experiment ankommen lassen und noch dazu schleunigst losfahren. In der vorderen Sitzreihe saßen 4 Personen – auf dem Beifahrersitz zwei schmale Frauen und auf dem Fahrersitz der Fahrer fast auf der Bremse, er lenkte also etwas schräg von der Seite und neben ihm saß ein nicht wirklich schmaler Mann, ziemlich an die Autotür gepresst. Das ganze kann wirklich gefährlich sein, wird aber leider zur Genüge gemacht, denn gefahren wird eh und dann versucht man natürlich so viel wie möglich rauszuholen (bzw. hineinzustopfen J). Wir kamen an einem Unfallort vorbei. Wir hielten an, denn einer der Mitfahrenden war Polizist, sie schauten sich das Spektakel an, man fragte nach Details und stieg laut debattierend wieder ein. Das Auto war in der Nacht verunglückt, der Fahrer dabei ums Leben gekommen. Wir wurden freudestrahlend und startbereit in Kampong Chhnang empfangen. Die 5 SportlerInnen sind nach wie vor die gleichen, mit denen ich vor 2 Jahren angefangen habe. Sie sind ein eingeschworenes Team, wo viel gelacht und gescherzt wird. Sie trainieren Samstag und Sonntag und wohnen im leeren LMDS-Haus. Seyhun, die gute Seele, bekocht und umsorgt sie. Es ist schön die kleine Gruppe zu beobachten J. Zwischen den Trainingseinheiten liegen sie in den Hängematten, dösen vor sich hin, werkeln an den Stühlen oder rollen über den Markt. Mr Chork Him fährt Sonntagnachmittag nach 4 Trainingseinheiten noch 32km mit seinem Handbike heim – er ist ein durchtrainierter, muskulöser Mann von 45 Jahren. Das Team trainiert fleißig, sie sind motiviert und haben ihren Spaß. Sie sehen gesund aus. Sophanna ist ein prima Coach, er motiviert seine Athleten, lernt Fehler zu sehen und kann selbst eine sehr gute Technik zeigen. Es ist schön ihn jetzt zu sehen im Vergleich zu vor 2 Jahren. Das Kampong Chhnang Team wird immer schneller und zur Konkurrenz der PP Teams. Kampong Chhnang war restlos ausgebucht, wohl wegen einer Hochzeit. Wir wurden von Sokountheas Familie eingeladen, bei ihnen zu übernachten. Es ist eine herzliche Familie. Sie haben uns bekocht, abends gab es getrennte Zimmer für Vatern und für die Damen im Haus. Sokounthea hat zu meinem Glück eine dünne Matratze auf ihrem Bett liegen und ich musste sie fragen, ob ich da mit ihr schlafen dürfte, da mir sonst schon nach 1 ½ Stunden alles taub wird – auf dem blanken Vollholzbett. Aufgrund meiner arbeitsreichen Woche war ich müde und ging früh zu Bett und schlief in meinem Baumwollsäckchen mit Augenbinde und Ohropax durch bis zum nächsten Morgen. Die Mädels kennen zum Glück schon meinen merkwürdigen Anblick – mittlerweile wissen sie auch was ich da für Dinger im Ohr habe und wieso die Augenbinde ganz nett ist. Nach dem Training ging ich mit den Damen über den Markt. Kampong Chhnang hat ein eigenes Flair, ich bin sehr gern da, denn es ist ruhig dort, nicht so hektisch, man ist freundlicher, guckt zwar auch, aber starrt nicht so. Wir sind mit dem Bus wieder zurückgefahren. Haben den durchfahrenden Bus von Battambang nach Phnom Penh angehalten und hatten Glück, es waren noch zwei Plätze frei. Müde und erschöpft nach 7 Tage Arbeit bin ich eingeschlafen. Fazit: Ich habe wieder einen schönen Job. CNVLD hat alles prima vorbereitet, sie haben sich extrem weiter entwickelt, die Mädels sprechen viel besser Englisch und ich kann sehr gut mit Seyhan zusammenarbeiten. Es werden bestimmt schöne 5 Monate werden, ich bin gespannt. 06 July Blog 2006Hier ist der Link zum Blog von meinem Kambodschaeinsatz 2006.
Viele Bilder sind da noch drauf, für die die das erste Mal auf diese Seite schauen.
Außerdem kann ich die CNVLD Webside empfehlen. Es sind interessante und wöchentliche Updates in Englisch und Deutsch drauf.
Liebe Grüße, Romy "Kambodscha 2007" beginnt03.07.2007 Ich bin angekommen in Phnom Penh J.
Ich bin erst ein bisschen wehmütig angekommen, denn 8 Monate in Asien ist schon eine lange Zeit. Aber als ich auf dem Weg zum Büro hinter dem Motodop saß und den trockenen Schweiß roch – war ich plötzlich wieder da – diese asiatischen Gerüche! Auch als ich am Markt vorbeilief und der saure, vergorene Gestank rüberkam – ja es hat sich nichts verändert. Der Motodop in meiner Straße hat mir zugewunken, im Coffeeshop bemerkte man mich, in meinem Lieblingsrestaurant hab ich wie immer ein Khmer Curry gegessen, für 50cent mit Reis und Tee und auch im Internetcafé meinte man „lange nicht gesehen“. Da fühlt man sich doch wieder heimisch. Im Haus riecht es etwas muffig – Fenster auf, Sachen auspacken und gemütlich machen. Die Kambodschakiste hab ich ausgepackt, mei ich hab hier mehr Sachen als zuhause. Dann hab ich von meiner lieben Freundin Cynthia ein Carepaket mitbekommen – das hab ich jetzt geöffnet, nachdem das Flughafenpersonal schon den Inhalt inspiziert hatte!
Adam, mein alter Mitbewohner zieht gerade aus, wir haben uns die Klinke in die Hand gegeben. Hmm, dann werde ich einen neuen Aushang machen. Oder ich zieh doch in Petras rießen Wohnung mit der 30m2 Terrasse. 5 ½ Monate liegen wieder vor mir – ich bin gespannt und nun auch wieder motiviertr los zu legen. Mal sehen, was mich so erwartet. Im Moment ist Regenzeit. Und in Südostasien herrscht ne Denguefieber-Epidemie. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ich komme gerade aus Kampong Speu zurück. Bin am Sonntag angekommen in PP, am Montagfrüh in Meetings gesessen und danach mit dem Minibus auf luxuriösen 2 Sitzen in die Provinz gefahren. Dort wurde ich von CNVLDs zukünftigem Volleyballnationaltrainer auf kambodschanische Art abgeknutscht J (d.h. man bekommt die Nase auf jede Wange gerieben) und von meinen Rollifahrern freudestrahlend empfangen. Das Anti-Moskito-Spray hab ich gleich mal in PP vergessen, die Mücken haben mich natürlich gefunden als ich mich auf die etwas muffigen Liegen im Schlafsaal meiner Sportler gelegt habe für ein Nickerchen. Morgen früh fängt noch das recht humane Training 5.30 Uhr an, ich sollte also ins Bett. So langsam komme ich hier wieder an. Die Umstellung ist schon recht groß, ich muss erst das westliche „Luxusdenken“ und das Vergleichen abstellen und den asiatischen Rhythmus annehmen. Und die Zeit und den Augenblick genießen, da wo man gerade ist! Gute Nacht und lasst es Euch allen gut gehen. Liebe Grüße, Romy |
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