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    August 22

    Die Erkenntnis der letzten Woche

    Was lange währt wird gut – das ist ein Sprichwort und ich werde daran glauben.

    Ende letzter Woche hat es mich in meiner Arbeit hier wieder etwas zurück geworfen. Oioioi.

    Ich habe in La Valla die Lehrer 3 Tage zum Thema Gesundheitssport ausgebildet, mit den Themen Ausdauertraining, Krafttraining und Stretching. Natürlich ist das sehr viel für 3 Tage, aber das Grundwissen wollte ich vermitteln mit einigen praktischen Übungen und der Selbsterfahrung des Ausdauerlaufes. Soweit so gut.

    Nach den Unterrichtstagen schreibe ich die Handouts um sie den Lehrern an die Hand zu geben, vor allem Bildmaterial ist wichtig. Natürlich mach ich das in der Hoffnung, dass sie es irgendwann mal wieder zur Hand nehmen.

    Aber nun glaube ich … dass das nicht wirklich passiert! Oi L.

     

    Seyhan, meine Mitarbeiterin, war auch in La Valla dabei, da die CNVLD Mädels auch sportspezifische Grundlagen erlernen sollen. Gut, sie war dabei. Hat auch die Praxis mitgemacht – die Kraftübungen sowie das Ausdauertraining. Und nun hatte ich mein Handout zusammengeschrieben – und wollte es mit Seyhan noch mal durchgehen, denn ich hatte eine Vokabelliste angehangen, die sie vielleicht ergänzen könnte.

     

    Sie starrte auf mein Handout. Ohhhhh ok, ich realisierte sofort, ich muss ihr die Struktur eines Handouts erklären: Überschrift (damit man weiß, worum es geht), eine stichpunktartige Zusammenfassung der folgenden Kapitel und dann kommen die, oben genannten, Kapitel. Auch was eine Definition ist, musste ich erklären.

    Das Erklären hat längere Zeit gedauert.

    Wie arbeiten die Leute hier??? Ich muss sie noch mal fragen, mit was für Material sie in der Uni arbeiten???

    Oh ja … und noch eine Erklärung – ein Buch hat ein Inhaltsverzeichnis! Da kann man nach Stichpunkten und Inhalten suchen. „ohhhhh“ und große Augen und „ah jaaaa“. So eine ähnliche Reaktion hatte ich auch in La Valla, als ich den Lehrern die Arbeit mit Büchern erklärte! Da sag mir nun noch einer, es wäre genug Förderung für Kambodscha. Heeee – ich bin gerade bei den Basics angelangt!

    Ok, sie wissen jetzt um das Handout. Aber verstehen tun sie es noch nicht!

    Seyhan hat mich doch tatsächlich gefragt, was Ausdauertraining ist und was der Unterschied zwischen Krafttraining und Stretching ist – ohhhhhh nein, ich hab versagt als Lehrer L – ich meinte, dass ich seit 2 Monaten an dem Thema mit ihr arbeite.

    Oi, das war eine Bauchlandung für mich. Aber gut so. Jetzt weiß ich, dass Handouts in englischer Sprache nix bringen. Nun sitzt Seyhan an den Übersetzungen … und wenn die fertig sind, dann an denen der vergangenen 2 Jahre!

     

    Soviel zu, das war die letzte Förderung vom DOSB. 

    Der letzte Einsatz?

    Momentan ist es sehr anstrengend bei CNVLD, der Volleyball World Cup im November steht vor der Tür.

     

    Der deutsche Volleyballtrainer für die kambodschanische Nationalmannschaft ist vom Olympischen Sportbund genehmigt worden und damit kam gleich die Bestätigung, dass dies die letzte Förderung für CNVLD war. denn CNVLD hat 8 Jahre personelle Unterstützung erhalten. Nun muss es alleine laufen ... einerseits verständlich, andererseits utopisch anzunehmen, dass nach 8 Jahren (und jedes Jahr nur ein paar Monate) eine komplette Struktur aufgebaut sein soll. Im Volleyball funktioniert es im 6. Jahr jetzt recht reibungslos und die Liga kann gespielt werden. Aber was ist mit anderen Angeboten? Das Problem ist doch, dass den Kambodschanern das Wissen in anderen Sportarten fehlt, denn es gibt keine ausgebildeten Sportlehrer oder Sportwissenschaftler hier! Meiner Meinung nach wäre es absolut notwendig noch mal 4 Jahre zu fördern um den Kinder- und Jugendsport aufzubauen, um dafür Strukturen zu schaffen. Denn dann ist die Basis geschaffen. Erst gab es den Leistungssport - darüber wurden Gelder eingetrieben, um den Breitensport aufzubauen und nun muss der nächste schritt folgen, die Kinder zu fördern, dass sie in den Breitensport und später in den Leistungssport nachrücken können. Ist doch eine ganz logische Abfolge, oder nicht? Natürlich verallgemeinert und es ist nicht gemeint, dass jedes Kind bis zum Leistungssport oder Ligabetrieb gehen muss. Aber die Struktur muss vorhanden sein. Die Idee ist, weiterhin mit La Valla, der Schule zusammenzuarbeiten und dort könnte man als erstes mit dem Aufbau anfangen und dann geht man von Organisation zu Organisation etc … ist gar nicht schwer, es braucht nur Zeit und Leute, die es a) fördern und finanzieren und b) durchführen. (Ich würd mich ja sogar anbieten, es durchzuführen J)

     

    In Kambodscha kommt die westliche Lebensweise über die Grenzen, wie bei uns nach der Wende und plötzlich schießen die Burgershops aus dem Boden, es gibt keinen Mc Donald, dafür Lucky Burger mit dem gleichen Angebot. Die Supermärkte sind voll mit Kambodschanern die Schokolade und Eis kaufen ... kann ich ja verstehen J, schmeckt ja auch, aber sie führen noch den gleichen Lebensstil, d.h. sie arbeiten zwar viel, haben aber auch mehr Freizeit und mehr Geld zur Verfügung, machen aber keinen Sport. Sie laufen vielleicht 3x um den Park, was nicht wirklich Fett verbrennt oder den Kreislauf ankurbelt - also Übergewicht und Diabetes werden früher oder später Einzug halten in diesem Land ... und dann gibt es kein Verständnis für Bewegung und Sport und gesunder Lebensführung! Wieso sieht ein Land wie Deutschland, das eine ähnliche Entwicklung durchlebt hat, nicht die Notwendigkeit (zu helfen) dafür??? Natürlich kann man sagen, jetzt ist mal ein anderes Land dran - aber ist es sinnvoller von Land zu Land zu hüpfen, hier und da mal ein paar Jahre ein bisschen was zu machen, was danach entweder stagniert oder gar einschläft?! Aber dann schließt man daraus für das nächste Entwicklungsprojekt "na ob das überhaupt sinnvoll ist, soll man dafür überhaupt Geld ausgeben???" - tja, wenn man auf der Hälfte aufhört, kann man doch nicht erwarten, dass es wie ein Wunder einfach so weitergeht.

    Um ein Beispiel zu geben: International Red Cross - das Rote Kreuz ist seit 15 Jahren in Kambodscha, sie haben immer wieder Zentren übernommen, die zurückgelassen wurden und planen eine komplette Übergabe an die Regierung in den nächsten 8 Jahren. Das heißt, sie bereiten ca. 10 Jahre die Übergabe und Übernahme in das kambodschanische System vor. Es funktioniert nicht, ihnen einfach den Schlüssel zu geben und sich zu verabschieden, was ist das für eine eingeschränkte Denkweise?! Das mag in Deutschland logisch und strukturiert klingen, aber ist in einem Entwicklungsland auf diese Art und Weise nicht durchführbar.

    Nachdem ich eine sehr ähnliche Schilderung dem DOSB geschickt habe, kam wenigstens zurück, dass sie nach der Urlaubszeit das Projekt „Kambodscha“ noch mal diskutieren werden. Ideal wäre natürlich, wenn man den Experten, die sie ins Land entsenden, nach dessen Meinung fragen, bevor sie in Deutschland am Schreibtisch eine Entscheidung treffen. Man muss idealistisch bleiben und kann nur versuchen, durch Anregungen, die Denkweise zu ändern.

     

    Na für mich heißt es, dass ich nun erstmal meine Arbeit bis Mitte Dezember plane und allen noch das meist mögliche mit auf den Weg gebe. Also für mich persönlich ist die Neuentwicklung der Situation hier absolut in Ordnung, ich muss sagen, es geht mir sehr gut und nimmt mir scheinbar ganz schön den Druck, der mir von CNVLD aufgebürdet wird. Es hat auch was Gutes, dass es nun in einen Rahmen gefasst wurde. Es ist ja auch interessant, wenn sich jetzt andere Möglichkeiten ergeben können.

    Es passt prima, dass Dirk im September kommt und wir uns auch entscheiden können.

    Eine weitere Idee ist ... und die ist die Entspannteste von allen :))) dass ich einfach noch ein bisschen Urlaub mache ... :) und die Möglichkeit nutze, dass mein Rückflugticket offen bis Juni/ Juli ist und ich von Asien noch ein bisschen mehr sehe.

    Es ist ein sehr nettes Gefühl gerade so ein bisschen alles offen zu haben und dann werde ich sehen, wo es mich Mitte nächsten Jahres hinverschlägt. Oh jeee, der arme Dirk, da hat er sich ne Freundin geangelt, die überall auf der Welt sein will/ oder könnte, nur nicht zuhause!!! Na dafür haben wir im September zeit, uns Gedanken zu machen.

     

    Ich war vergangenen Freitagabend zu einer Party eingeladen, eine private Feier mit so einigen Leuten der deutschen Entwicklungshilfe, Männer in diversen hohen Positionen mit Khmer Frauen, wo ich mir dachte, ich seh nicht recht, ganz offensichtlich eine (hoffentlich ehemalige) Prostituierte. Also mittlerweile kann ich sehr deutlich die Frauen unterscheiden, denn eine Khmer Frau würde nicht in ihren kühnsten Träumen ein Kleid anziehen was nur bis max. zur Mitte des Oberschenkels geht und bis zum Bauchnabel offen ist. Alle Achtung - so eine junge Dame saß mir den Abend gegenüber und daneben ein Herr aus der Botschaft, älteres Semester, und aus privaten Gründen seine Arbeit in Kambodscha verlängern will - also wie schon gesagt, es ist sehr sehr erstaunlich und interessant was so hinter den hohen mächtigen Türen alles so vor sich geht :)))). Neben den wichtigen Leuten, war dann aber auch ein französischer Cafe-Besitzer da ... und daneben der französische Konsul ... ja und mittendrin ich - aus dem Behindertensportbereich kommend. Ich hab mich gefragt, wie bin ich zu der Ehre gekommen, eingeladen worden zu sein J aber scheinbar, weil ich seit 2 Jahren da bin und schon zu den“ Langzeit"deutschen in Kambodscha gehöre :) . Ich war da, es gab gutes Essen und war ein netter Abend :))) Über den man so schmunzeln kann.  

    August 16

    Übergabe der Materialien, des Kinderrollstuhls und der Schuhe an La Valla sowie die Lehrer - 1. Eindruck: boa sind die Schuhe schwer an den Füßen - ja definitiv schwerer als FlipFlops :)

     

    Am 08. August 2007 habe ich mit einem 3-tägigen Fortbildungsprogramm für die Lehrer in La Valla, der Schule für behinderte Kinder, angefangen. Und es war eine gute Gelegenheit alle Kindermaterialien, Bälle, Spiele, Springseile, Schwimmutensilien, Bücher, kleine Turnschuhe, die 130 Püschtiere und den Kinderrollstuhl von Ansgar aus Frankfurt mit nach La Valla zu nehmen. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, war das Tuk Tuk brechend voll beladen – aber die beiden schmalen Khmer Mädels – Socheat und Seyhan – hatten noch Platz, sonst wär es auf dem Moped die 30-minütige Fahrt ganz schön unbequem geworden.

    In La Valla wurden wir von Pfarrer Daryl erwartet und mit großen Augen machten sich die Lehrer und La Valla Mitarbeiter ans entladen des Tuk Tuks. Das Leuchten in ihren Augen, war die Bemühungen in Deutschland wert. Wie ich es mir doch dachte, als ich in zuhause mit dieser Spendenaktion begonnen hatte. Dann haben sie sich über die Turnschuhe hergemacht – einige waren viiiiiiieeeel zu groß. Aber der Pfarrer meinte, ach einige der Schüler sind groß und haben große Füße, die Schuhe werden ihre Träger finden! Jeder der Lehrer sollte sich ein Paar aussuchen. Ich musste jedem erklären, dass Turnschuhe passen müssen! Auf die Frage „passt der Schuh“, kam natürlich die Antwortet „jaja, ist ok“ – na eigentlich sollten sie mich doch nun gut genug kennen, dass ich solche Antworten für den Tod nicht ausstehen kann! Wenn ich schon hör und seh, dass die Schuhe nicht passen! Aber klar, geht schon alles, ist alles ok. Gut, dann hab ich ihnen erklärt, dass Sportschuhe oder eben geschlossene Schuhe „passen“ müssen, das heißt, dass sie etwas größer sein müssen. Was wirklich für die Khmers ganz neu ist, denn in der Regel schließen die FlipFlops hier direkt mit den Zehen ab oder die Zehen hängen drüber hinaus – na bergauf oder bergab geht es hier nicht wirklich, so dass man irgendwie mal vor oder zurück rutschen könnte. Aber ein Sportschuh muss passen. Gut, nachdem das geklärt war und sie die Neuigkeit an jeden weiter trugen, der ein Paar anprobierte, hatte am Ende jeder Lehrer ein paar Turnschuhe an. Ich glaube, bis dahin waren sie sich noch nicht ganz bewusst, dass das von mir natürlich durchdacht war und es den Hintergrund hatte, sie ins Laufen einzuführen. Das Thema der ersten 3 Fortbildungstage war Gesundheitssport. Es ist meiner Meinung nach ein ganz wichtiges Thema hier.

    Wie erklärt man ihnen die Bedeutung und Wichtigkeit von (Gesundheits-) Sport?! Warum ist es wichtig, das Herzkreislaufsystem zu trainieren? Was ist das überhaupt? Warum ist es nicht dramatisch wenn man schwitzt beim Sport? Warum ist Schwitzen nicht der limitierende Faktor bei Bewegungen? Ich glaube, das Schwitzen fanden sie nicht mehr so schlimm, nachdem ich ihnen erklärt habe, dass es die Möglichkeit für den Körper ist, all die Abgase und Umweltgifte auszuscheiden. Nur sollten sie noch verstehen, dass man nach körperlicher Bewegung Duschen sollte! Das sollte ich vielleicht bei der nächsten Unterrichtseinheit, die Schwimmen sein wird, mit einflechten! Auch sind sie nicht sehr willig zu trinken. Ich musste quasi daneben stehen, dass sie ein Schlückchen Wasser tranken, nachdem sie das 1. Mal in ihrem Leben gejoggt sind! Ja wollte ich, dass sie mir kollabierten?!?!?! Noch eine erstaunliche Erfahrung für die Lehrer war, dass die Sportschuhe so schwer sind und dann sah ich ihnen die Frage an, warum man die schweren Schuhe mit sich rumschleppen muss (wenn das Laufen eh schon so anstrengend ist) … wenn man bestimmt auch barfuss oder mit schlappen Laufen kann. Hui … tief durchatmen, Romy und die richtige Antwort überlegen J.

    Also es fehlt generell das Verständnis und das Gespür für den Körper. Es ist schon eine fragliche Gesellschaft, Religion oder auch Mentalität (ich weiß noch nicht genau, worauf ich es „schieben“ soll) die den Körper und all das was damit passiert so versteckt. Ich meine nicht unbedingt die Prüderie, sondern auch aus medizinischer Sicht gibt es keinerlei Verständnis für den Körper, für Muskeln, für das Skelett, für die inneren Organe.

    Hilfe! Der Olympische Sportbund muss mich Langzeit hier hin entsenden, damit ich den Lehrern all die Grundlagen, die wir zuhause, im Kindergarten und der Schule gelernt haben, vermitteln kann, damit sie sie dann an die Kinder und in die weite Welt, na ja ins eigene Land, hinaustragen können. Ich hoffe, der DOSB oder das Auswärtige Amt stolpern über die Seite.

    Was sind bei der Grundlage 3 Tage Ausbildung zum Thema Gesundheitssport, wenn ich erstmal mit dem Biologieunterricht anfangen muss. Und wer mich dazu noch kennt, meinen Perfektionismus, der kann sich vorstellen, dass ich absolut ins rotieren gekommen bin und die 8 Stunden Unterricht hinten und vorne nicht ausreichend waren und ich nach dem ersten Tag so gefrustet war, weil ich nach meinem ersten Eindruck ihnen hab nur so wenig vermitteln können! Gut, nach der 3. Tasse Tee und einer Meditationseinheit auf meiner Terrasse sowie langsam aufkommender Entspannung, habe ich dann doch sehen können, dass ich den Lehrern ganz bestimmt genug vermittelt habe … wahrscheinlich viel zu viel und dass ich mich wieder runter brechen musste. Na und dann fiel mir ein, dass ich das Problem jedes Jahr in La Valla habe, dass ich einfach einen Tag brauche, um wirklich das richtige Level zu finden. Und somit waren die folgenden 2 Tage etwas weniger anstrengend und ich denke, passender für die Lehrer – wo ich mir natürlich sagen würde, na man hätte da noch das eine oder andere mehr einbauen können! Aber nein. Man sollte bedenken, dass sie noch nie eine Kräftigungsübung gemacht habe und ich aufgrund meines Nicht-Frontal-Unterrichtes natürlich etwas mehr erreichen will, als das sie nur die Übung ausführen können und sie sie danach eh wieder vergessen, weil sie nicht wissen, wofür sie eigentlich nutze ist.

    Also schon anhand der Länge des Berichtes jetzt, könnt ihr sehen, dass ich ein Pedant bin und das meist mögliche den Lehrern mit auf den Weg geben möchte. J

     

    Ich habe auch den Kinderrollstuhl mit nach La Valla genommen … und nach etwas Überlegung haben wir vorerst einen Jungen gefunden, der den Stuhl auf alle Fälle nötig hat, ihm damit einiges erleichtert wird und ihm sein strahlenstes Lächeln wie ins Gesicht gemeiselt wurde. Trotz der platten Reifen war er schneller und wendiger als je zuvor, hat sich gar nicht noch mal in den alten Stuhl setzen wollen. Es war ihm egal, dass die Reifen ziemlich platt waren. Er hat sich gleich seine ganzen Schätze, die er so im Kissen und an diversen Stellen, die wohl nur die Rollifahrer kennen, versteckt hat, zack zack in die neue Tasche hinten am Rollstuhl gesteckt und ist abgedüst. „Okun cheraagn“ (vielen Dank) und dann hatte er es eilig, das neue Gefährt zu testen. Das breite Grinsen und bezaubernde Lächeln würde ich Euch gern nach Deutschland schicken, vor allem Ansgar, von dem der Rollstuhl stammt, einem Jungen aus Cynthias Rollstuhlsportgruppe des RSC Frankfurt. Aber so viele Bilder ich auch gemacht habe, es zeigt nur einen Bruchteil der Freude, aber ich hoffe trotzdem, dass ich sie euch mit meinen Erzählungen nahe bringen kann. Vielen Dank Ansgar und Cynthia!

    August 13

    Spendenaktion für Kambodscha 2007 - Flo hier kommt die Extraseite für Dich :)

      

    Spendenaktion

    für Kambodscha

    2007

     

                                                                                                                                                                                              

    Cambodian National Volleyball League (Disabled)

    sowie die Sportler & meine Wenigkeit (Romy Mäuslein)

    bedanken sich bei

    Flo sowie Cynthia

    für deren perfektes Engagement

     

     

     www.standupcambodia.org

     
    August 02

    Die Verabschiedung der Sechstklässler in La Valla

    Gestern Vormittag fand die Verabschiedung der Sechstklässler in La Valla, der Schule für Kinder mit Behinderungen, statt. La Valla ist eine Einrichtung geführt von den australischen Maristenbrüdern. La Valla besteht das 8. Jahr.

    Die meisten der 34 Jahrgangsabgänger waren 3 Jahre oder länger in La Valla und haben eine Schulbildung genießen können. Sie haben Grundausbildungen in allen Schulfächern bekommen sowie extra Englisch-, Musik-, Sport- und Schwimmunterricht, Computerausbildung und Näh- und Werkunterricht.

    Gestern war ihre Verabschiedung und nun werden sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Die Verabschiedung stand unter dem Motto „Salz und Licht“ – Salz soll ihnen das Essen würzen und das Leben „schmackhafter“ machen und Licht braucht jeder, um den Weg zu erleuchten und um seinen Weg zu finden.

    Es war eine bewegende 3-stündige Abschiedszeremonie mit vielen Aufführungen kleiner Theaterstücke und traditioneller Musikeinlagen. Es wurde viel gesungen, die Trommel-Band hat phantastisch gespielt und es war eine mitreißende Atmosphäre.

    Es war bewegend die Kinder so fröhlich und herzlich zu sehen und zu sehen, dass sie die Chance, die ihnen La Valla geboten hat, für sich selbst haben nutzen können. Selbstbewusste junge Leute gehen nun hinaus in die große weite Welt. Die meisten machen eine Ausbildung, einige gehen auf die Highschool und nur wenige zurück in ihre Provinzen. Genau an dem Punkt sollte man bemerken, dass viele der Kids erst ca. 15 Jahre sind, seit 3-4 Jahren schon im Internat in La Valla sind und nun wieder in eine andere Region in Kambodscha gehen. Das sind schon Kleine Erwachsene. Sie können auf sich aufpassen, haben in La Valla gelernt sich selbst zu versorgen und sind zu disziplinierten, fleißigen jungen Leuten herangewachsen.

    Ich finde, diese Jugendlichen haben Stolz und Achtung verdient und es ist schön, sie auf einen neuen Weg in ihrem Land zu schicken – mit der Überzeugung, sie werden es schaffen! 

    Die Materialien sind angekommen.

    Vergangenen Dienstag sind 15 Kisten, davon zwei 1,50mx 1,20mx1,00m (richtig, Flo?) große, angekommen.

    400 US$ hat es CNVLD nochmal gekostet, die Materialien am Flughafen auszulösen und den Botschaftsmitarbeiter hat es einen schweißtreibenden Tag gekostet.

    Aber nun sind u. a. 300 Paar Schuhe hier – das CNVLD Büro sah aus wie ein Schuhladen und roch ein bisschen wie eine Männerumkleide J. Sie wurden sortiert nach Größen, auf die Teams verteilt und wieder verpackt … und warten nun auf die Übergabe an die Sportler der A- Volleyballliga morgen. Die B- Liga bekommt nächstes Wochenende die Schuhe. Es sind noch genügend Schuhe für die Rollisportler da und alle kleinen Größen gehen nach La Valla, in die Schule.

    Sokounthea sitzt schon in dem Rollstuhl von Stephan (aus Freiburg) und diese Woche werde ich mit ihr mit dem Rollitraining beginnen – der Stuhl muss noch richtig eingestellt werden und dann geht’s los. Sie soll sich endlich auch auf der Straße darin bewegen und nicht nur innerhalb von 4 Wänden. Das wird ein ganzes Stück arbeitet – vor allem ihre Einstellung und die der Eltern etwas zu ändern.

    Den Kinderstuhl von Cynthia (aus Frankfurt) nehme ich mit in die Schule La Valla. Die Stühle von Axel und Silke (aus Erlangen) sowie der Stuhl vom Reha Geschäft (bei Freiburg) werden in Phnom Penh genutzt, wenn die Sportler zum Wettkampf kommen und somit nicht mit ihren Rollstühlen anreisen müssen. Was für einen deutschen Rollstuhlfahrer merkwürdig klingen mag, aber hier haben nur wenige Kambodschaner wirklich einen eigenen Stuhl, noch dazu gibt es nicht die Möglichkeit, dass sie auch nur annährend angepasst sind. Wenn unsere Rollifahrer nach PP kommen, kommen sie häufig mit dem Moped und dann mit dem Rollstuhl hinten drauf, das ist zwar normal für hiesige Verhältnisse, allerdings will CNVLD auf ein bisschen mehr Sicherheit achten und wenn man es erleichtern kann, dann ist es doch schon ein Fortschritt. 

    Ich bin umgezogen

    … mit einer Ladung in einem Tuk Tuk und innerhalb von 2 Stunden. Das ist der Vorteil hier, man hat nicht so viel Kram, muss keinen großen Umzugswagen organisieren. Mich hat mein Umzug 3.50 US$ gekostet und ein paar Mopedfahrten hin und her J. Kann ich nicht meckern. Nachdem ich letzte Woche auch noch die alten Bücher und DVDs meiner letzten Mitbewohner verkauft habe, hatte ich somit mein Umzugsgeld drin. Tja der clevere Deutsche, oder besser DIE clevere Deutsche, lässt nichts zurück. Und wenn doch, dann wird es einem rigoros von der kambodschanischen Putzfee hinterher getragen „miss, this is yours, don’t leave it here“.

    Ich fühl mich wohl in meinem neuen Heim. Es ist eine dekadent große Wohnung – mal wieder ein Stückchen Luxus hier. Hauswächter haben wir allerdings keine mehr und müssen „alles“ selber machen. Aber Dany, die alte Putzfee, wurde mit übernommen und kommt 5x die Woche. Und jeden Morgen kommt Lii, der Zeitungsjunge. J Also man hat hier sein Volk für sich arbeiten – klingt eigentlich schlimm wenn man das so liest. Aber man sollte Bedenken, es sind immer Jobs für die anderen und sie verdienen sich extra Geld.

    Es gibt Gästezimmer und genügend Schlafmöglichkeiten – auch auf der rießigen Terrasse. Ihr seid herzlich willkommen.