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July 22 Neues aus der Kulturszene Phnom PenhsFür 2007 habe ich mir vorgenommen, ein bisschen in Kambodschas Kultur einzutauchen, denn das Land benutzt ganz oft Kunst und Musik für Aufklärung, Bildung und Verarbeitung der Kriegsjahre.
Gestern (Freitag, den 20.07.) war ich zu einem Filmabend. „Der Flötenspieler“ wurde gezeigt, eine Dokumentation eines Mittdreißiger Khmers, der als Kind ein Khmer Rouge Kindersoldat war. Seine Familie besaß vor der Machtübernahme der Khmer Rouge ein Opernhaus und war eine angesehene Musikerfamilie. Arn Chorn-Pond, der junge Flötenspieler, hat durch seine musische Begabung die Kriegsjahre überlebt und konnte durch die Wälder Kambodschas nach Vietnam in ein Flüchtlingscamp fliehen. Wurde dort von einem Amerikaner adoptiert und bekam die Möglichkeit in Amerika aufzuwachsen. Mit seinen traumatischen Erlebnissen war er allerdings alleine und wurde immer wieder von Erinnerungen heimgeholt. Mittlerweile ist er weltweit in der Musikszene das Sprachrohr für die gebeutelte Kambodschanische Bevölkerung und versucht mit den Geldern und Spenden die kambodschanische Musikkultur zu sammeln und wieder aufblühen zu lassen. Denn die alten Meister der kambodschanischen Instrumente sind am Aussterben und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, seine Kultur nicht aussterben zu lassen. Er versucht mit seinem Film, den Projekten und seiner Musik vor allem die jungen Kambodschaner zu erreichen. Kein leichtes Unterfangen, denn sie sind neben all den chinesischen, thailändischen und vietnamesischen Einflüssen sehr schwer zu erreichen. Er versucht sie über die Medien zu erreichen, aber leider läuft die traditionelle Khmermusik nur abends 22.00 Uhr, wenn die Jungen schon im Bett sind und nur die Großeltern-Generation vor dem Fernseher oder Radio sitzt. Arn Chorn-Pond war persönlich gestern da, es war wirklich interessant und ein beeindruckender, emotionaler Film über die Erfahrungen, Erinnerungen und das Leben eines Kindersoldates. News aus Phnom Penh, der Tageszeitung „Cambodia Daily“ vom 20.07.07
„Dengue Fieber Epidemie in Kambodscha“ Bericht des Arztes Dr. Beat Richner der Kantha Bopha Kinderkrankenhäuser in Kambodscha
2007 sind bis Mitte Juli 16.345 Dengue-Patienten in den 4 Krankenhäusern behandelt worden. Die Sterberate unter den jungen Dengue-Patienten liegt bei 0,9%. 90% der Todesfälle sind auf Fehlmedikation zurückzuführen – falsche und zu viele Medikamente sowie falsche Infusionen wurden außerhalb der Krankenhäuser verabreicht.
Es findet in den Dörfern und Provinzen nur selten Dengue-Prävention statt. Die Prävention durch Abate (zur Neutralisierung der Brutplätze der Mücken) erreichte bisweilen nur 29% der Patienten und die meisten bekamen nur eine einmal Prävention. Die Prävention sollte im November 2006 beginnen, ausgeführt von der Regierung, denn diese erhält bis heute die Adressen der Denguefälle. Denn schon in der Trockenzeit 2006 gab es vermehrte Denguefälle. Mit dem Beginn der Regenzeit wurde eine explosionsartige Verbreitung prophezeit. Die Epidemie hat im November 2006 in der Provinz Kampong Tom (am Meer) begonnen, täglich mit 20 neuen Denguefällen. Nichts wurde unternommen. Bis heute ist die Prävention, wenn sie überhaupt durchgeführt wird, nicht flächendeckend und effektiv. Die Tatsache der Dengue Epidemie bringt viel Leid und hohe Kosten mit sich. Allein die 4 Kantha Bopha Krankenhäuser schätzen die Extrakosten aufgrund der Epidemie auf 7 Millionen US$. Wer wird das alles bezahlen? Leider ganz bestimmt nicht die kambodschanische Regierung. Wenn man das liest, steigt wirklicher Ärger in einem auf, dass das Land, die Regierung, scheinbar überhaupt kein Interesse daran zeigt – denn schließlich sind ja all die Organisationen da, die zahlen und Hilfe leisten. Es erscheint einem immer so, dass sie nach wie vor den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Und dann wundert sich das Land, dass viele internationale Hilfsorganisationen sich zurückziehen und gen Afrika wenden?!?!!? Meditation in Wat Langa3x die Woche gibt es einen Meditationsabend in der Pagoda Wat Langa. Am Donnerstag war ich das 1. Mal da, nach einem langen heißen Tag und frühem Morgen, hatte ich schon die Befürchtung, dass ich im Sitzen einschlafe, aber ich muss sagen, die Stunde verging schnell, mir ist vom langen Sitzen in der Position nichts eingeschlafen, meine Rückenmuskulatur hat sich entspannt, meinen Kopf hab ich leer bekommen und war danach echt entspannt. Was für eine schöne Erfahrung. Verabschiedung des deutschen Botschafters Herrn Pius FischerAm 12. Juli fand im Hotel „Le Royal“ die Verabschiedung des Botschafters statt. Chris und ich waren eingeladen und es war mal wieder die Creme de la Creme vorhanden. Wie Dirk an dem Abend noch scherzte „ja, ich treff mich heute Abend auch mal mit der Angela“. Naja, es ist ganz wichtig, zu zeigen dass man da ist, denn CNVLD arbeitet eng mit den Botschaften zusammen. Der Botschafter ist kein Mann der großen Worte und meinte nur zu seinen 3 Jahren Arbeit in Kambodscha „Es war eine schöne Zeit und jetzt lasst uns das Buffet eröffnen!“ Herr Möllers, der DED Landesdirektor lief mir über den Weg, aber mehr als ein freundliches Khmer-Lächeln und shake-hands meinerseits war nicht drin, zum Glück war ich gerade in ein Gespräch verwickelt. Der DED hat seine Prinzipien im letzten Jahr geändert und wir wurden durch einen anderen DED Mitarbeiter angehalten, noch mal eine Stelle für CNVLD zu beantragen. Der DED fördert momentan vorrangig Projekte die nicht in Phnom Penh stationiert sind, die landesweit arbeiten, im Gesundheitssektor verbunden sind mit Rehabilitationszentren und den Gemeinden, Kommunen und der Regierung. CNVLD hat unter den beschriebenen Kriterien ganz gute Chancen, wenn der DED sich dem Antrag noch mal unvoreingenommen annehmen würde. Dann hatte ich noch ein interessantes Gespräch mit einem Juristen, der in Kambodscha deutschen Gefängnisinsassen mit Rechtsbeistand zur Seite stehen muss. Es sitzen derzeit 6 Deutsche in kambodschanischen Gefängnissen, außer einem wohl alle wegen Kindesmissbrauchs bzw. Vergewaltigung. Sie sind so zwischen 50 und 60 Jahre und sitzen zwischen 14 und 28 Jahren in Kambodscha im Gefängnis. Sie wurden nach kambodschanischem Recht verurteilt und müssen hier ihre Strafe absitzen. Ein teures Vergnügen so nebenbei. Der Insasse zahlt ca. 150US$ pro Monat für Kost und Logis, wenn er 220US$ zahlen kann, dann bekommt er besseres Essen und vielleicht sogar eine Einzelzelle. Im Moment ist die Botschaft noch dabei, die Materialien auszulösen, ich hoffe, dass sie ungefähr am 27. Juli uns übergeben werden können. Das Wochenende drauf ist das erste Volleyballspiel der B-Liga und die Schuhe sollen den Spielern übergeben werden. Kommende Woche werde ich mich auch bei dem neuen Botschafter, Herrn Mann, vorstellen – ich bin gespannt und hoffe, dass er auch etwas sportinteressiert ist. Ich ziehe um
Nach langem Hin und Her und innerer Zerrissenheit haben mir meine unfreiwilligen, aber vorhandenen Hausmitbewohner die Entscheidung abgenommen – ich ziehe am letzten Juliwochenende um. 5 Straßen weiter, in eine 150m2 Wohnung (würde ich schätzen) – zusammen mit einem deutschen Paar, Petra und Manfred. Ich freu mich. Ich hab zwei Zimmer mit eigenem Bad, die Terasse ist das 6. Zimmer und im Wohnzimmer können wir einen Ball veranstalten. Es gibt keine Hauswächter mehr, dafür kommt Dany, unser Putzteufel, 6 Tage die Woche. Flughunde wohnen im Gebäude, aber ich hoffe die Ratten lassen mich in Ruhe. In Kampong Chhnang habe ich schon eingekauft für die neue Terrasse – einen Grill (einen kleinen noch dazu, da ich mich noch nicht entschieden hatte, ob ich wirklich umziehe), mehrere Tonbehälter für die Kohle, Pötte für Gewürze, Zwiebeln und Kerzen … und alles für 2,50 US$. Aus Kampong Chhnang kommt Kambodschas Töpferware. Sokounthea – das erste Mal in ihrem Leben auf dem Markt im Restaurant
Sokounthea ist das junge Mädel mit der ich seit Oktober 2005 zusammenarbeite. Damals haben wir in Kampong Chhnang begonnen, als ich eine Übersetzerin für das Training brauchte. Ein Jahr später ist sie nach Phnom Penh (2 ½ Stunden Busfahrt entfernt) gezogen, zu ihrer Schwester, um für CNVLD zu arbeiten. Anfang dieses Jahres ist sie in eine eigene Wohnung nahe dem Büro gezogen. Ich bin stolz auf sie, sie hat die Chancen nutzen können, die wir ihr angeboten haben. Zwar ist ihre Mutter immer noch fast täglich in Phnom Penh, auch wohnt sie mit ihrem Cousin zusammen, der sie a) bewacht und b) alle möglichen Arbeiten für sie übernimmt. Noch ist der Rollstuhl nicht in Phnom Penh, den Stephan mir für sie aus Freiburg mitgegeben hat. Wenn sie ihn hat, wird sie sich wohl oder übel einem Training mit mir unterziehen müssen und ich werd auch mit ihrer Mutter sprechen. Mittlerweile ist das möglich, denn sie haben mich adoptiert und ich denke, wir respektieren uns gegenseitig und ich darf persönliche Dinge langsam ansprechen. Darauf bin ich gespannt und freu mich auch drauf. Gut. Seyhan und ich waren in Kampong Chhnang zum Training des Teams, waren danach mit Sokountheas Familie bei der Töpferei und haben eingekauft J. Dann haben sie uns am Markt rausgelassen, wir wollten Abendessen und haben spontan entschieden, Sokounthea mitzunehmen. Hopp war ihr Stuhl von der Ladefläche gehoben, sie saß drinnen und auf gings zum Essensstand (Restaurant wäre übertrieben zu sagen) aufm Markt. Ich glaube, das ging so schnell, dass sie erst realisierte wo wir waren, als sie am Tisch saß und mit großen Augen ganz verdattert das Treiben um sie herum beobachtete. Ich kann ganz schwer mein Gefühl beschreiben, als ich sie so um sich schauend sah – ich dachte mir nur, sie wohnt 50m vom Markt entfernt und war noch nie dort. Sie erklärte mir, weil es dreckig ist. Und in der Regenzeit ginge sie erst recht nicht vor die Tür ihres Hauses, weil dann ihre Ärmel dreckig werden. Das Problem liegt meiner Meinung, wie auch bei deutschen Familien mit behinderten Kindern, darin, dass sie zu behütet ist, ihr wird alles abgenommen, sie ist eigentlich unselbständig und hat den Punkt noch nicht erreicht, wo sie selbst für sich sorgen will. Das hab ich mir vorgenommen, sie in den nächsten 5 Monaten ein bisschen weiter zu bringen – oi ich wünsche mir einen kleinen Erfolg und ich glaube daran, dass wir es schaffen werden! J CNVLD Rennrollstuhlteams – kambodschanische Probleme, mit denen wir uns hier rumschlagenAlle Trainer testen derzeit den neuen Rennrollstuhl Angkor Racer II. Er ist schneller und hoffentlich stabiler. Val Sutherland, australischer Ehrenämtler, war ein 2. Mal für 6 Wochen in Phnom Penh und hat bei der Konstruktion und Fertigung des Stuhles geholfen.
Team Phnom Penh
Hat mit Kang einen neuen Trainer. Kang hat bis jetzt das AAR Team trainiert. Aber er wird jetzt in PP gebraucht. Das Team hat 3 neue Frauen im Team, die Unterstützung brauchen, auch wenn er mir diese Woche gesagt hat, dass sie nicht auf ihn hören – oi, ich hab ihn mit grooooßen Augen angeschaut, wie jetzt, die hören nicht auf dich – ja wenn nicht auf dich, auf wen dann??? Er ist unser bester Coach und hat bis jetzt jeden zu Höchstleistungen bekommen! Na mal sehen, wie sich das entwickelt. Schön ist, dass so viele Frauen jetzt neu dazu kommen. Insgesamt haben wir nun 1/3 Frauenanteil und die Konkurrenz im Wettkampf wird größer und es wird spannender.
Team Kampong Chhnang
Sophanna, der Coach, meinte, ihm passe der neue Rollstuhl nicht so recht – ok, dann habe ich schwupddiwupp die schnellste Frau in den Stuhl gesetzt, ihr passte er gut und sie konnte ihn prima händeln. Oi scheinbar hab ich da an seiner Ehre gekratzt, auf alle Fälle saß er am nächsten Morgen in seinem neuen Rennrollstuhl und die Probleme waren wohl nicht mehr so brisant J. Eine neue Frau ist im Team. Aber ich muss sie ein bisschen beobachten. Ich hoffe sehr für sie, dass sie nicht nur des Geldes wegen kommt, denn darauf reagiere ich mittlerweile etwas aggressiv wenn man das $-Zeichen förmlich in ihren Augen sieht. Dazu haben wir mit dem Sport bei den Athleten schon zuviel erreicht, dass das Geld nicht mehr im Vordergrund stehen sollte. Aber sie ist neu, geben wir ihr also eine Chance. Seyhan und ich arbeiten in allen Teams derzeit an dem Verständnis für den Sport und warum sie in dem Sportgerät sitzen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht sehr geduldig bin, wenn sie immer wieder die Hand aufhalten. Ich kann es einerseits verstehen, denn vielen der Sportler, vor allem in den Provinzen, erleichtern wir den Lebensunterhalt. Das ist auch in Ordnung, aber von den 24 US$, die sie monatlich für Transport und Essen bekommen, erwarte ich, dass sie aus Eigeninitiative sich ein Tape für 50cent kaufen und den Stuhl für sich optimal präparieren, dafür benötigt es kein Geld sondern Interesse. Wir werden die Message in den nächsten Monaten bestimmt noch häufiger verbreiten müssen, bis es in Fleisch und Blut übergeht und auch die neuen Sportlerinnen merken, dass sie das Training für sich alleine tun und kräftiger und gesünder werden.
Team Kampong Speu
Hat mit Herrn Leang einen sehr netten Coach, der aber leider zu gut ist für diese Welt und dessen Selbstwert noch nicht ausgeprägt ist, dass er wirklich das Wort gegenüber seiner Athleten erheben kann. Klar wissen die auch, dass er auch nicht länger dabei ist, als sie selber. Noch dazu ist der eine oder andere schneller und letzte Woche hatten wir die Situation, dass das Training mit dem Team überhaupt nicht funktioniert hat. Sie haben nicht auf seine Anweisungen gehört, waren nur am diskutieren, hatten ihre Stühle nicht präpariert und ich habe Seyhan das 1. Mal sehr erschöpft und verärgert aber auch forsch mit dem Team reden gesehen. July 12 Phnom Penh - morgens 4.15 UhrIch mach mich auf zum Training. Mein Nachtwächter knurrt mich an, als ich ihn wecke; 10m weiter grüßt mich ein Nachtwächter, er bewacht das neueröffnete indische Restaurant; eine Ratte läuft übern Weg; es ist noch wenig Verkehr als ich auf den Norodom Boulevard biege; die Straßenlaterne ist allerdings seit ein paar Tagen repariert; dann komme ich an Feuerstellen vorbei, wo in einer Stunde geköchelt wird, aber momentan ist alles noch verschlafen in Phnom Penh. Die Sportler trudeln ein, ziehen ihre blauen CNVLD/ ANZ Trikots an, Helme auf und Handschuhe an und aufgeht’s zur Trainingsstrecke. Gegen 5.00 Uhr erwacht Phnom Penh, wenn die Sportler auf der Straße sind und ihre Runden drehen. So langsam wird es hell, ich werde für das frühe Aufstehen mit einem schönen Anblick des neuen Parlaments entschädigt – es ist von einem rötlichen Schimmer der aufgehenden Sonne umhaucht. Ich fahre mit meinem Rad neben den Rennrollifahrern her, wir fahren an vielen Leuten vorbei die zum Frühsport – ob Thai Chi, Aerobics oder zum Laufen – kommen. 6.30 Uhr packt der Vorturner der Aerobicgruppe seine Musicbox ein; die Sonne ist mittlerweile aufgegangen und meine Sportler treten nach 1 ½ Stunden Training den Rückweg an, vorbei an einem Sojamilchstand. Durch die mittlerweile stark befahrenen Straßen kommen sie zum CNVLD-Haus zurück, tauschen ihre Rennrollstühle gegen Prothesen, Handbikes, Räder oder Mopeds und off they go – zur Arbeit oder nach Hause. Ich schließe das Tor zu, setz mich aufs Rad und biege kurz darauf in meiner Straße ein – der Mototaxifahrer, die Wächter des Kindergartens und der Restaurants sitzen draußen und begrüßen mich freundlich. Nach einer Dusche mach ich mich auf ins Büro, noch am Frühstücksstand vorbei; es gibt Reis mit gebratenem Schweinefleisch und einen frisch gepressten Orangensaft dazu. Einen Kaffee gönn ich mir später im Hongkong Café bei Sovan, der guten Seele, in ihrem Straßencafé, wo sich die Polizisten, die Minibusfahrer und das Hongkong-Personal trifft. Dort passt man auf mein Rad auf und fragt besorgt nach, wenn es nicht an gewohnter Stelle steht. Fazit: Es ist eine schöne, freundliche Atmosphäre und morgens präsentiert sich Phnom Penh von seiner besten Seite. Rückblick der ersten 1 ½ Wochen Rennrollstuhltraining in Kambodscha
Team Kampong Speu Sie sind insgesamt 8 Sportler, davon 3 Frauen, wovon eine erst seit 3 Wochen neu dazugekommen ist. Sie war mit in Phnom Penh zum Wettkampf um Chris, meinen Chef, zu fragen, ob sie in dem Team mittrainieren darf. Sie ist motiviert, händelt den Rennrollstuhl ganz geschickt und ist eine der 4 neuen weiblichen Errungenschaften, CNVLD konnte während meiner Abwesenheit machen. Das Team hat sich zu einem Team formiert. Nun brauchen sie etwas mehr sportspezifischen Input und dann müssen sie Kilometer schrubben. Nary ist derzeit CNVLD’s schnellste Frau – das Team ist stolz auf sie. Die Sportler kommen alle von weiter her und übernachten deshalb im ICRC Center (International Red Cross), sie können auf einer Pritsche schlafen, bekommen Essen und sind prima integriert, es besteht eine gute Zusammenarbeit mit ICRC im Sinne der erweiterten Rehabilitation. Nach Kampong Speu sind es 1 ½ Stunden Fahrt mit dem Minibus – Seyhan und ich gönnten uns den Luxus von 3 Sitzen, damit uns nicht die Hühner oben drauf gepackt wurden und man nicht nur auf einer Pobacke sitzen musste. Team Kampong Chhnang In der Regel fährt der Bus nach Kampong Chhnang. Seyhan und ich saßen am Samstagmorgen 6.30 Uhr an der Bushaltestelle mit einem Ticket in der Hand. Ihr wurde gesagt, dass wir beruhigt in der überdachten „Wartehalle“ sitzen bleiben könnten, bis kurz vor Abfahrt. Wir stiegen in den Bus ein, er war proppevoll und wir wurden postwendend rückwärts wieder raus gebeten – wer zuerst kommt, bekommt einen Platz, egal ob man ein Ticket hat oder nicht. Ok. Also sprangen wir in eine der Taxen, kauften wieder 3 Sitze, denn ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie auf dem Rücksitz noch eine 4. Person Platz haben sollte, wir wollten es auch nicht auf das Experiment ankommen lassen und noch dazu schleunigst losfahren. In der vorderen Sitzreihe saßen 4 Personen – auf dem Beifahrersitz zwei schmale Frauen und auf dem Fahrersitz der Fahrer fast auf der Bremse, er lenkte also etwas schräg von der Seite und neben ihm saß ein nicht wirklich schmaler Mann, ziemlich an die Autotür gepresst. Das ganze kann wirklich gefährlich sein, wird aber leider zur Genüge gemacht, denn gefahren wird eh und dann versucht man natürlich so viel wie möglich rauszuholen (bzw. hineinzustopfen J). Wir kamen an einem Unfallort vorbei. Wir hielten an, denn einer der Mitfahrenden war Polizist, sie schauten sich das Spektakel an, man fragte nach Details und stieg laut debattierend wieder ein. Das Auto war in der Nacht verunglückt, der Fahrer dabei ums Leben gekommen. Wir wurden freudestrahlend und startbereit in Kampong Chhnang empfangen. Die 5 SportlerInnen sind nach wie vor die gleichen, mit denen ich vor 2 Jahren angefangen habe. Sie sind ein eingeschworenes Team, wo viel gelacht und gescherzt wird. Sie trainieren Samstag und Sonntag und wohnen im leeren LMDS-Haus. Seyhun, die gute Seele, bekocht und umsorgt sie. Es ist schön die kleine Gruppe zu beobachten J. Zwischen den Trainingseinheiten liegen sie in den Hängematten, dösen vor sich hin, werkeln an den Stühlen oder rollen über den Markt. Mr Chork Him fährt Sonntagnachmittag nach 4 Trainingseinheiten noch 32km mit seinem Handbike heim – er ist ein durchtrainierter, muskulöser Mann von 45 Jahren. Das Team trainiert fleißig, sie sind motiviert und haben ihren Spaß. Sie sehen gesund aus. Sophanna ist ein prima Coach, er motiviert seine Athleten, lernt Fehler zu sehen und kann selbst eine sehr gute Technik zeigen. Es ist schön ihn jetzt zu sehen im Vergleich zu vor 2 Jahren. Das Kampong Chhnang Team wird immer schneller und zur Konkurrenz der PP Teams. Kampong Chhnang war restlos ausgebucht, wohl wegen einer Hochzeit. Wir wurden von Sokountheas Familie eingeladen, bei ihnen zu übernachten. Es ist eine herzliche Familie. Sie haben uns bekocht, abends gab es getrennte Zimmer für Vatern und für die Damen im Haus. Sokounthea hat zu meinem Glück eine dünne Matratze auf ihrem Bett liegen und ich musste sie fragen, ob ich da mit ihr schlafen dürfte, da mir sonst schon nach 1 ½ Stunden alles taub wird – auf dem blanken Vollholzbett. Aufgrund meiner arbeitsreichen Woche war ich müde und ging früh zu Bett und schlief in meinem Baumwollsäckchen mit Augenbinde und Ohropax durch bis zum nächsten Morgen. Die Mädels kennen zum Glück schon meinen merkwürdigen Anblick – mittlerweile wissen sie auch was ich da für Dinger im Ohr habe und wieso die Augenbinde ganz nett ist. Nach dem Training ging ich mit den Damen über den Markt. Kampong Chhnang hat ein eigenes Flair, ich bin sehr gern da, denn es ist ruhig dort, nicht so hektisch, man ist freundlicher, guckt zwar auch, aber starrt nicht so. Wir sind mit dem Bus wieder zurückgefahren. Haben den durchfahrenden Bus von Battambang nach Phnom Penh angehalten und hatten Glück, es waren noch zwei Plätze frei. Müde und erschöpft nach 7 Tage Arbeit bin ich eingeschlafen. Fazit: Ich habe wieder einen schönen Job. CNVLD hat alles prima vorbereitet, sie haben sich extrem weiter entwickelt, die Mädels sprechen viel besser Englisch und ich kann sehr gut mit Seyhan zusammenarbeiten. Es werden bestimmt schöne 5 Monate werden, ich bin gespannt. July 06 Blog 2006Hier ist der Link zum Blog von meinem Kambodschaeinsatz 2006.
Viele Bilder sind da noch drauf, für die die das erste Mal auf diese Seite schauen.
Außerdem kann ich die CNVLD Webside empfehlen. Es sind interessante und wöchentliche Updates in Englisch und Deutsch drauf.
Liebe Grüße, Romy "Kambodscha 2007" beginnt03.07.2007 Ich bin angekommen in Phnom Penh J.
Ich bin erst ein bisschen wehmütig angekommen, denn 8 Monate in Asien ist schon eine lange Zeit. Aber als ich auf dem Weg zum Büro hinter dem Motodop saß und den trockenen Schweiß roch – war ich plötzlich wieder da – diese asiatischen Gerüche! Auch als ich am Markt vorbeilief und der saure, vergorene Gestank rüberkam – ja es hat sich nichts verändert. Der Motodop in meiner Straße hat mir zugewunken, im Coffeeshop bemerkte man mich, in meinem Lieblingsrestaurant hab ich wie immer ein Khmer Curry gegessen, für 50cent mit Reis und Tee und auch im Internetcafé meinte man „lange nicht gesehen“. Da fühlt man sich doch wieder heimisch. Im Haus riecht es etwas muffig – Fenster auf, Sachen auspacken und gemütlich machen. Die Kambodschakiste hab ich ausgepackt, mei ich hab hier mehr Sachen als zuhause. Dann hab ich von meiner lieben Freundin Cynthia ein Carepaket mitbekommen – das hab ich jetzt geöffnet, nachdem das Flughafenpersonal schon den Inhalt inspiziert hatte!
Adam, mein alter Mitbewohner zieht gerade aus, wir haben uns die Klinke in die Hand gegeben. Hmm, dann werde ich einen neuen Aushang machen. Oder ich zieh doch in Petras rießen Wohnung mit der 30m2 Terrasse. 5 ½ Monate liegen wieder vor mir – ich bin gespannt und nun auch wieder motiviertr los zu legen. Mal sehen, was mich so erwartet. Im Moment ist Regenzeit. Und in Südostasien herrscht ne Denguefieber-Epidemie. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ich komme gerade aus Kampong Speu zurück. Bin am Sonntag angekommen in PP, am Montagfrüh in Meetings gesessen und danach mit dem Minibus auf luxuriösen 2 Sitzen in die Provinz gefahren. Dort wurde ich von CNVLDs zukünftigem Volleyballnationaltrainer auf kambodschanische Art abgeknutscht J (d.h. man bekommt die Nase auf jede Wange gerieben) und von meinen Rollifahrern freudestrahlend empfangen. Das Anti-Moskito-Spray hab ich gleich mal in PP vergessen, die Mücken haben mich natürlich gefunden als ich mich auf die etwas muffigen Liegen im Schlafsaal meiner Sportler gelegt habe für ein Nickerchen. Morgen früh fängt noch das recht humane Training 5.30 Uhr an, ich sollte also ins Bett. So langsam komme ich hier wieder an. Die Umstellung ist schon recht groß, ich muss erst das westliche „Luxusdenken“ und das Vergleichen abstellen und den asiatischen Rhythmus annehmen. Und die Zeit und den Augenblick genießen, da wo man gerade ist! Gute Nacht und lasst es Euch allen gut gehen. Liebe Grüße, Romy |
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